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Authentisch und lebensnah: Wild von Playing Savage
Text/Lyrics
Gesang
Instrumentals
4.7Sterne

Schwungvolle Beats, eine rauchige, facettenreiche Stimme und wilde Gitarrenriffs – treffender lässt sich das neue Album „Wild“ von Playing Savage nicht beschreiben.

Ihr bürgerlicher Name ist Noa Ben-Gur. Ihre Heimat New York hat sie vor einiger Zeit hinter sich gelassen und sich dem schönen Reiz Wiens hingegeben. Ihre Stimme klingt einerseits stark und wild, andererseits verletzlich und melancholisch. Was aber noch wichtiger ist: Noa ist die Sängerin von Playing Savage und hat am 21. Oktober  2016 ihr einzigartiges Debut Album „Wild auf Seayou Records veröffentlicht. Darauf zu hören sind elf ohrwurmverdächtige Titel, die garantiert Körper und Seele bewegen.

Die guten alten 70er und 80er

Der erste Track ihres Debut-Albums trägt den Titel „Bigger“. Mit der Zeile „I can be bigger“ singt Playing Savage in die Welt hinaus: „Hey, seht alle her, was aus mir geworden ist. Und ich kann noch mehr.“ Die große Liebe in „This is love“ währt leider nicht lange. In „Quit“ rechnet sie mit dem Liebsten wieder ab. Sie lässt ihre Stimme behände die Tonleiter herauf und herunter wandern und verleitet dazu, in manch nostalgischen Erinnerungen zu schwelgen. Gitarrenlastige Musik versprüht einen Hauch Vergangenheit und verursacht Gänsehaut. Es scheint, als hätte ihr Stevie Wonder in inniger Freundschaft einige seiner Akkorde geborgt; So sehr sind die Tracks an den Funk und Soul der 70er und 80er angelehnt.

Bang, Bang – what do you know?

„Bang“ ist ein ernst zu nehmender Soundtrack-Anwärter für den nächsten James-Bond-Streifen. Als Hörer befürchtet man augenblicklich, zu viel zu wissen und assoziiert dieses „Bang“ mit gefährlichen Pistolenschüssen aus einem Actionfilm.

Die Songtexte für das Album schrieb Playing Savage innerhalb von nur zwei Wochen. Ihre Kindheitserinnerungen gaben ihr genug Stoff für die neuen elf Tracks. Als Songwriterin hat sie sich aber schon viel früher einen Namen gemacht. Der Song „Leya“ von Thorsteinn Einarsson stammte aus ihrer Feder und wurde 2015 mit dem Amadeus Austrian Music Award für das beste Songwriting ausgezeichnet.

Playing Savage - Wild auf Seayou Records

Playing Savage – Wild (c) Seayou Records

Achterbahnfahren mit Playing Savage

Passend zum trüben Novemberwetter zeigt sich in „Unstable“ die zerbrechliche, melancholische Facette der Sängerin. So brüchig und instabil fühlt sich das Leben manchmal an. Doch Playing Savage hat genau die richtige Stimme für solche Tiefpunkte. Begleitet vom Klavier und dem Gesang fühlt man sich bald nicht mehr so allein und verletzlich. Der flotte, frische Rhythmus von „No longer wait“ steckt an und fordert beinahe dazu auf, voller Energie und Tatendrang in neue Projekte zu starten, sich von Altem freizumachen und Neues auszuprobieren. Eindeutig der Titel mit dem meisten Motivationsschub.

Langzeitwirkung

Der vorletzte Track trägt den Namen „Walls“ und erinnert eher an eine Ballade. Einfühlsam und sanft klingt die Stimme der Sängerin. Nur wenige musikalische Elemente untermalen die Lyrics. Dadurch ergibt sich der Eindruck eines einfachen, ehrlichen Songs über das Leben, der irgendwie direkt unter die Haut geht. Alles in allem lässt sich das neue Album „Wild“ so oft es geht rauf und wieder runter hören und es wird einem nicht langweilig. Im Gegenteil, je öfter „Bang“ und „No longer wait“ aus den Lautsprechern dröhnen, desto mehr verspürt man den Drang, selbst mitzusingen und sein Leben umzukrempeln. Musik, die bewegt. Respekt.

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