AVEC hat auf ihrem Debütalbum vieles richtig und nur wenig falsch gemacht. Wer auf seichte Party- und Spaßmusik hofft, kann aufhören zu lesen und sich die nächste Bravo Hits kaufen.

What If We Never Forget – (c) Earcandy Entertainment

Denn AVECs Songs strotzen vor Nachdenklichkeit und Melancholie. Die Sensibilität und Fragilität der von Akustikgitarre und Gesang getragenen Nummern vertonen einen kühlen Herbsttag zwischen den letzten Sonnenstrahlen der späten Nachmittagsstunden und der herannahenden Düsternis der Nacht.
Thematische Dreh- und Angelpunkte von „What If We Never Forget“ sind, wie der für AVECs Verhältnisse ungewöhnlich lange Titel erahnen lässt, das Vergessen, Verdrängen, Vergeben und Verlieren.
Schon das eröffnende „Waiting For“ zeichnet ein prototypisches Abbild dessen, was den Hörer auf diesem Debütwerk erwartet.
Schnell stellt sich beim Hören von AVECs Songs ein Wohlgefühl im ganzen Körper und Geist ein. Ihre Stimme im Ohr zu haben, wirkt beruhigend.
Die Single „NFYT“, kurz für „Not Forgiving You This“, bildet das thematische Kernstück der Platte. Die junge Oberösterreicherin thematisiert die Unmöglichkeit, Schicksalsschläge zu vergessen.
Anfangs der zweiten Hälfte werden die Songs schwungvoller und elektronischer, allen voran das bedrohliche „Dead“ und „Hearbeats“. Man bleibt jedoch im Rahmen der Authentizität und gibt sich keinen kommerzverliebten Peinlichkeiten hin.
Ist man am Ende der 12 Songs angelangt, bleibt die Ergriffenheit – nur ein klein wenig mehr Abwechslung hätte man sich in den vergangenen 42 Minuten gewünscht.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.