Beda mit Palme - "Du schmeckst guad"
"Rustikale Goschn"
Instrumental
Lyrics
3.9Gesamtwertung

Akustische Mundartlieder begleitet von einem wedelnden Holzgewächs und permanentem Augenzwinkern: Kein geringerer als Beda mit Palme hat sein neues Album veröffentlicht, mit dem er seiner humoristisch-bodenständigen Dialektmusik treu bleibt.

Für all jene, die bisher in keinster Weise mit ihm in Berührung treten durften: Petar Chalupar alias Beda mit Palme macht – no na – Musik. Laut eigener Aussage ist diese Musik „eine Mischung aus dem Rauschen von Palmenblättern und Lauten einer rustikalen Goschn“. Dabei lässt Beda Stimme, Gitarre, Mandoline und die „Quetschen“ in Aktion treten.
Allein obige bildmalerische Darlegung Bedas musikalischer Werte und die selbstcharakterisierende Genrebezeichnung „Bio-Akustischer Dialekt-Folk-Reggae“ suggerieren einen Hang zur Komik und Selbstironie. Bei weiterführender Recherche seines musikalischen Tuns (hier geht es zu Bedas YouTube Kanal) bestätigt sich ebenjene Annahme. Punktgleich liegt ihm allerdings auch das Verarbeiten „seriöser“, mit harmonischen Gitarrenklängen komplettierte Sachverhalte. Stellvertretend etwa für die in jeder Musikerlaufbahn obligatorischen Liebes- und Herzschmerzmotive: die Nummern „Wos bleibt“ und „Wos is Liebe“.

Na Moizeit

Dass Dialektgesang – allgemein traditions- und heimatbewusste Tendenzen – bei uns in Österreich gegenwärtig eine wahrnehmbar hohe Achtung genießt, lässt sich mittlerweile wohl als Faktum festhalten. Das spielt dem gebürtigen Mühlviertler natürlich in die Hände und prämiert sein Schaffen a priori mit kostbaren Sympathiewerten.
Was den Inhalt seines am 10. Juni veröffentlichten Albums anbelangt, stimmt die erste Singleauskopplung „Du schmeckst guad“ eingangs gefühlsbetont, ja fast sentimental mit Aussicht auf eine beabsichtigte Liebesbekundung, bis ab etwa Minute 1:20 das wahre Leitmotiv demaskiert wird: Beim besungenen Objekt der Begierde handelt es sich um … Apfelstrudel. Ganz nach dem Motto des Konzept-Albums „Na Moizeit“ also, dessen Schwerpunkt auf „Voaspeis, Hauptspeis, Zuaspeis und Nochspeis“ liegt.

Wir können die Hingabe zu unserem hochgeschätzten Nationalgericht mehr als nachvollziehen und rechnen Beda mit Palme seine Leidenschaft zum musikalischen In-Szene-Setzen von Essen hoch an, nur: Die Scherzthematik des Jahrzehnts liefert er damit nicht. Schenkelklopfer-Tauglichkeit hat die Nummer allerdings durchaus inne und die erwähnten Dialekt-Bonuspunkte werden durch das positive Auftreten Bedas unterstützt. Generell gilt hier aber, nicht durchwegs textliche und humoristische Scharfsinnigkeit in den Vordergrund zu stellen, sondern sich auf die Schönheit und Bodenständigkeit einer „rustikalen Goschn“ zu besinnen. Instrumental betrachtet liefert Beda mit Palme eine solide Leistung – wenngleich wir hier von einem Soloprojekt tangiert werden, erwartet uns ein Instrumentenreichtum, das wohlklingende, eindringliche Akustikklänge mit sich zieht.

„Da Summa“ naht

Einen auf unser aller liebste und im Verzug stehende Jahreszeit einstimmenden Beitrag wird uns in Form der Nummer „Da Summa“ geliefert. Einziger Kritikpunkt: Auch hier verwehrt uns der gute Beda einen Einblick in seine konkreten Beweggründe, ein Palmengewächs als wichtigsten Nebenakteur zu titulieren. Unsere gründliche Recherche hat an diesem Punkt versagt – Schande über uns, wir bitten um Aufklärung.

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