Also liebe Leute, nun haben es die Musiker von den Broilers endgültig geschafft dem OI-Punk den Rücken zu kehren und sich der Les Paul-getränkten Neuen Deutschen Welle (NDW) hinzugeben. Das Album „Noir“ klingt so, als ob Nena und Hartmut Engler zusammen einen Punk von der Straße wegadoptiert hätten und direkt ins Studio stellten.

Bitte versteht diese Zeilen nicht falsch. Die Songs am Album sind nicht schlecht. Musikalisch sind sie top, aber ich muss trotzdem sagen, dass die Broilers sich vom Oi-Punk Image wegentwickelt haben und sich damit nicht mehr rühmen sollten. Songs wie „Ich Hole Dich Da Raus“  haben nun wirklich nichts mehr mit Punk zu tun. Hingegen ist der Song „Die Hoffnung Stirbt Nie“ eine ehrliche geradlinige Radionummer, die Neoteenies, mit einer Frisur, die es ihnen nicht erlaubt, 95 Prozent ihrer Umwelt mitzubekommen, hören. Damit sollten die Düsseldorfer „Punkrocker“ auch ihre Zielgruppe neu definieren, weil sie mit Sum41, Blink-182 und Konsorten in irgendwelchen „Ich hasse meine Lehrer“-Playlisten eingehen werden.

Um nochmals kurz NDW anzusprechen: Der Song „Die Letzen“, liebe Leute, ist das euer Ernst?! Das ist NDW der ersten Güte. Synthesizer,Gitarren, ein Schlagwerk und musikalische Zitate von Alphavilles „Forever Young“. Hätte ich jetzt so nicht erwartet.

Zweifelsfrei haben sie sich auch von ihren Düsseldorfer Kollegen, die Toten Hosen, beeinflussen lassen. Die Broilers waren mit ihnen gemeinsam auf der „Ballast der Republik-Tour„, und versuchten das Publikum warm zu machen . Die Opener Nummer von „Noir“ , „Ist da Jemand„, könnte genau so von den Toten Hosen gespielt werden und man würde keinen Unterschied merken.

Also Alles in Allem ist das ein gutes solides Poprock Album mit starken NDW sounds und vielen musikalischen Einflüssen, nur halt kein Punk und schon gar kein OI.

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