The Centuries - Songs For Sally
Texte
Sound
Instrumental
Songwriting
Abwechslung
3.9STERNE

Gehaltvoller Blues-Rock trifft auf modernen Indie.

The Centuries sind fünf Musiker aus Feldkirch, die nun schon seit zehn Jahren zusammen als Band agieren und kürzlich ihr Album „Songs For Sally“ veröffentlicht haben. Die Platte fällt mit 14 Songs beziehungsweise einer knappen Stunde Spielzeit recht üppig aus. Ihr Stil wechselt häufig zwischen klassisch, drückendem Rock und verspieltem Indie.

Der Synthie ziert sich nicht

The Centuries - Songs For Sally

Das gesamte Desing ist in Pop Art gehalten und sieht umwerfend aus.

Der Opener, „The Karov“, ist purer Blues-Rock . Schwerfällig, melodisch und dreckig, jedoch nicht druckvoll genug. Die Orgel sticht positiv hervor und beflügelt damit die ganze Nummer. „Welcome To Transylvania“ beginnt wie eine Komposition von Ennio Morricone und würde als Ganzes in einen rumänisch angehauchten Western von Tarantino passen. Die Stimme ist sanft genug um die düstere Grundstimmung einzufangen und stark genug für den kraftvollen Refrain. Das Klavier ist auch hier wieder wahnsinnig gut eingespielt. „The Jellyfish-Song“ bringt Abwechslung, erinnert an eine Indie-Pop-Nummer der frühen 90er und zaubert ein Grinsen ins Gesicht. Sie kommt leicht und ungezwungen daher, vermittelt das bittersüße Gefühl des Aufbruchs und ist der beste Song des Albums. Zu ihrer ersten Single „Space Monkeys“ gibt es bereits ein grandios gestaltetes Video über die titelgebenden Affen im Weltraum. Das Lied mischt das „Dschungelbuch“ mit „Apollo 13“ und drückende Toms mit spacigem Synthie. Am Schluss gibt’s noch eine schnelle Funk-Nummer namens „Dinosaur-Rap“ die schnell zur Sache kommt und genauso flott wieder zu Ende ist. Doch gerade deshalb ist dieser tighte Song perfekt als Abschluss geeignet.

Fazit

The Centuries sind lange genug zusammen um ihren eigenen Sound gefunden zu haben – das merkt man „Songs For Sally“ besonders an. Die Nummern sind abwechslungsreich, voller Details und bestechen durchgängig mit wahnsinnig toller Arbeit an Synthesizer und Orgel. Die Stimme ist facettenreich und passt perfekt in jeden Song des Albums obwohl die Texte gelinde gesagt trivial sind. Drums und Gitarren können jedoch nicht zur Gänze überzeugen. Das Schlagzeug kommt nicht so zur Geltung, denn es fehlt vor allem bei Snare und Bass der Druck. Die Toms kommen ja noch ganz ordentlich zur Geltung, hätten beim Mastering aber trotzdem noch etwas mehr Punch vertragen können. Die Gitarrenspuren sind auswechselbar, etwas langweilig und könnten ein paar Effekte mehr aushalten. Die Soli strotzen zwar nicht vor Kreativität, sind aber gut geschrieben und eingespielt. Insgesamt haben The Centuries ein sauberes Debüt abgeliefert und viele Ideen untergebracht, ohne das Album zu zerreißen.

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