Exit, so heißt die neue Scheibe des gebürtigen Linzers Chakuza. Mit Melancholie kehrt der 33-Jährige ein Jahr nach Magnolia mit seinem neuen Album zurück.

Es ist Zeit für neue Musik von Chakuza, mit Exit präsentiert uns der gebürtige Linzer sein nächstes Soloalbum, das insgesamt fünfte, wohlgemerkt. Für die Platte hat er sich mit RAF Camora und ein paar Kollegen in einem Haus in den Niederlanden verschanzt, um dort in überraschend kurzer Zeit Exit zu produzieren. Sind es beim letzten Soloalbum Magnolia noch eineinhalb Jahre gewesen, brauchte man für die aktuelle Scheibe nur ein paar Wochen. Die Ablenkung für den Wahl-Berliner wäre in der deutschen Hauptstadt wohl zu groß gewesen, um sich nur auf das Album zu konzentrieren.

Man könnte Chakuza auch schon einen alten Hasen in der Rap-Szene nennen, immerhin macht er seit mehr als zehn Jahren Musik. In dieser Zeit ist der Musiker gereift und hat dadurch auch seine Musik verändert. Einen Chakuza wie zu Bushido Zeiten werden wir wohl kaum mehr sehen, aber der Österreicher beweist auch mit Spaßprojekten wie Zodiak (RAF Camora, Joshi Mizu), dass er immer noch auf die Kacke hauen kann, wie früher. Einige Fans wünschen sich den alten Chakuza wieder zurück, aber für den Rapper lässt sich das nicht vereinbaren, er hat sich als Mensch verändert und es wäre nicht aufrichtig, nochmal so etwas zu machen.

„Es war die entspannteste Arbeit für ein Album, die ich jemals hatte“

CE_IMG_7156_Bearbeitet_webFür Exit schloss sich der Künstler wie gesagt in Holland ein, sinnbildlich dafür wohl das Intro Tür Zu und das Outro Tür auf, als das Album fertig war– beides Instrumentals, die die Platte abrunden. Ganz abschalten konnte Chakuza dort wohl auch nicht, auf 1000 Dinge rappt er über die kleinen Probleme die sich mit der Zeit anhäufen, bis es nicht nur ein Ding ist, das nervt, sondern 1000. In dem Lied Exit geht’s um das tiefe Loch, in dem der Rapper oft steckt, er sucht die sprichwörtliche Leiter, die ihn herausholt und als er diese findet flieht er in eine friedliche Stadt. Aber Chakuza kann auch anders: Mit OFF und Dunkel-Hell finden sich auch zwei Beziehungs-Lieder auf dem Album, auch wenn diese nicht unbedingt positiv sind: „Jedes Mal, wenn etwas Wichtiges richtig ist, dann verliert man es – dann wird der ganze Kitsch was Bitteres, was Wirkliches“. Richtig positive Stimmung kommt erst zum Ende des Albums, Anfang des Traums ist das Highlight des Albums und einer der stärksten Songs von Exit, wenn nicht sogar einer der stärksten Chakuza Songs überhaupt. Als Hook findet man hier ein englisches Sample, welches perfekt zur Stimme von Chakuza passt. Die Kombination mit englischen Hooks gab es schon vereinzelt auf dem Mixtape Suchen & Zerstören 2, diese klappten damals auch schon hervorragend.

Man merkt, dass Chakuza wieder „richtig Bock hatte, Musik zu machen“ – Exit hat von vorne bis hinten einen musikalischen roten Faden, wodurch man das Album sehr gut in einem durchhören kann. Allerdings sollte man bei den Texten genauer hinhören, manches erscheint beim ersten Mal stumpf daher zu kommen, aber hinter den Zeilen versteckt sich oft eine durchdachte Metapher. Der Musiker behält seine gewohnte Melancholie, es gibt aber auch vereinzelt freudige Passagen, welche normalerweise bei Chakuza sehr selten sind. Musikalisch ist das Album trotzdem noch ein Rap-Album, auch wenn es viele Einflüsse aus dem Indie-Rock hat, was aber nichts Schlechtes ist.

Weitere Infos findet ihr wie immer auf www.music-news.at!

Foto: Chakuza Homepage
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