Embed:
Contact High - Lessons from Defeat
Sound
Instrumental
Songwriting
Abwechslung
Gestaltung
4.2STERNE

Eine Niederlage kann wichtig sein – wenn man daraus lernt.

Seit beinahe zehn Jahren ist Contact High nun ein Bestandteil der hiesigen Musikszene. In dieser Zeit ist die Band klassischerweise zusammengewachsen, durchlebte Stil- und Formationswechsel. Es wurde nur eine EP herausgebracht, doch 2016 sollte das große Jahr werden. Es war in den Monaten vor der Veröffentlichung schrecklich ruhig um die Band geworden und viele warteten gespannt auf das erste Album „Lessons from Defeat“. Im Oktober war es soweit und Contact High konnte endlich wieder Fahrt aufnehmen.

Dunkle Gassen im Mondschein

contact-high_lessons-from-defeat

Das gesamte Artwork brilliert mit düsteren Motiven. (c) Dominik Pfeffer

Weg vom Indie – hin zum Rock lautet die Devise. Verspielte Gitarren und minimale Beats sind Schnee von gestern. Der Opener „Blood & Tears“ überrascht schon sehr, wenn man an ihre vorherigen Aufnahmen gewöhnt ist. Die Band vollzieht einen recht brachialen Stilwechsel hin zum Stoner-Rock. Schnell und rhythmusorientiert bläst die Nummer über fünfeinhalb Minuten alles weg was man von ihnen kannte. „Low“ bringt noch eine weitere interessante Variable ins Spiel: Blues mit kleinen Spritzern Jazz und Film noir-Feeling. Eine sehr erwachsene, durchdachte Nummer, die ebenfalls ihre Stärken in der facettenreichen Rhythmusabteilung hat. Bei „Dressed for Fun“ zeigen Contact High ihr Gespür für gutes Songwriting. Orgel, verspielter Beat und eine herrlich fuzzige Leadgitarre. Die Stimme von David Hucek trägt die epische Nummer unaufgeregt mit und das Solo drückt einem die Gänsehaut raus. Als Abschluss fasst der Titeltrack „Lessons from Defeat“ das Album zusammen. Dunkel, bestimmt und mit Tiefgang.

Fazit

Contact High haben ein überraschend hochwertiges Debütalbum abgeliefert, auch wenn es manchmal an Abwechslungsreichtum fehlt. Die Nummern sind allesamt tiefgründig und umsichtig geschrieben, die Aufnahmequalität ist atemberaubend, das Artwork absolut zur Musik abgestimmt. Man kann ihren Stil sehr schwer einordnen – ihre Musik bedient sich an vielen Genres wie Jazz, Blues, klassischen Stoner-Rock; und manchmal blinzelt auch noch eine Prise Indie hervor. Insgesamt ist die Melancholie und Schwere der Songs erfrischend – die Stilmittel und Soundeffekte stimmig. So stimmig, dass Frank Miller sich bei seiner nächsten Comicverfilmung definitiv Gedanken über Contact High machen sollte.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.