Croword treten mit ihrer ersten EP ans Licht
Produktion
Musikalische Performance
Artwork
Einheit
Abwechslung
3.5Sterne

Am 18. April 2016 veröffentlichte die Melodic Death Metal Band Croword ihre erste EP. Die Jungs präsentieren sich souverän und musikalisch erprobt.

Die letzten Tage waren richtungsweisend für die Melodic Death Metal Band Croword. Nach einer Vorlaufzeit von rund drei Jahren erschienen sie am Freitag, dem 15. April 2016, offiziell auf der Bildfläche, präsentierten am darauffolgenden Tag ihr erstes Lyric Musikvideo und veröffentlichten gestern ihre erste Demo/EP namens „Manifest of Mortal Sickness“. Produziert wurde das gute Stück im Clockwork Message: Tonschmiede-Studio in der Steiermark und das Mastering übernahm der Tonmeisterstudent Roland Schützenhofer. Das so entstandene Endprodukt zeigt der Hörerschaft vor allem eines: Melodic Death Metal muss nicht immer von Weltuntergang und dergleichen handeln und schon gar nicht immer gleich klingen.

Vielseitigkeit und Abwechslung

Eingestimmt wird man auf die vier Tracks starke EP von dem Song „Message of the Dead“, der sanft mit einem Akustik-Intro ins Rennen geht. Bald gesellen sich E-Gitarren und Drums dazu, in welche Richtung es allerdings gehen wird, verraten die ersten härteren Akkorde noch nicht. Erst die schnellen Drums in Kombo mit einem eingängigen Riff scheinen leise zu flüstern: Hier wird Melodic Death Metal produziert. Eine ähnliche Vielseitigkeit und Genre-Unabhängigkeit erproben die fünf Jungs im letzten Song, „The Longest Fall“. Dieser Song beginnt ungewohnt wach und hell und erinnert beinahe an Alternative Rock oder dergleichen.

Manifest of Mortal Sickness

Cover Artwork (c) Alex Trinkl aka Irrwisch

In beiden Fällen sind es die Growls von Martin Karner, die schlussendlich den Stil von Croword eindeutig als Melodic Death Metal identifizieren. Bis dahin könnte sich problemlos auch Clean-Gesang oder Scream-Parts zum instrumentalen Unterbau dazugesellen und die Musik in eine ganz andere Richtung lenken. Die Growls sind allerdings gewöhnungsbedürftig und heben sich hin und wieder stark vom Instrumentalpart ab. Erst in den Refrains der Songs verschmelzen Gesang und Instrumente zu einer Einheit. Auch sind die Growls einmal klar und deutlich, dann wieder beinahe im Hintergrund und äußerst leise gemixt – ein Rohdiamant, der gerne noch ein wenig Feinschliff vertragen würde.

Beinahe zur Perfektion treiben es die für die Stilrichtung typisch im Vordergrund stehenden Gitarren. Jene können sich bei Croword definitiv hören lassen. Die beiden Gitarristen Michael Karner und Florian Bogensberger bieten nur das Beste und präsentieren saubere und präzise Gitarrensoli. Kein Song scheint ohne die besaiteten Instrumente auszukommen, was den Stil der Band umso melodischer und detailverliebter gestaltet.

Inspiration

Auch wenn der letzte Song „The Longest Fall“ tatsächlich etwas von Weltuntergangsstimmung hat und den titelgebenden Fall musikalisch wiedergibt, sind die Inhalte der Songs stark von Themen aus der Literatur inspiriert. Die Lyrics des ersten Songs lehnen sich beispielsweise an die Parabel „Eine kaiserliche Botschaft“ von Franz Kafka an, während der dritte namensgebende Song „Manifest of Mortal Sickness“ auf eine Szene in der „Unendlichen Geschichte“ anspielt.

Als musikalische Inspirationsquellen nennen Croword vor allem Metal Bands wie Dark Tranquility, In Flames oder Enslaved – eine recht bunte Mischung also. Dazu gesellen sich noch Einflüsse aus der Jazz- und Blues-Welt sowie klassische Musik. Dass sich die Band daher nicht einschränken lässt und verschiedene Riffs und Rhythmen fern des Melodic Death Metal sich ins Gemenge mischen, sind da nicht weiter abwegig.

Fazit

Croword präsentieren eine gut durchdachte EP, auf der sie zeigen, dass Melodic Death Metal durchaus abwechslungsreich und vielseitig sein kann. Das Herzstück der Demo ist definitiv „Manifest of Mortal Sickness“, zu welchem auch das Lyric Video erschienen ist. Auch wenn manche Teile der Produktion noch nicht perfektioniert sind und das Zusammenspiel zwischen Gesang und Instrumentalpart noch Feinschliff verträgt, haben Croword ein stimmiges Erstlingswerk geschaffen.

Über die Facebook-Seite der Band wird das Demo übrigens gratis veröffentlicht.

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