Crystal-Ice mit erstem Studioalbum am Start
Abwechslung
Beats
Texte & Reime
3.1STERNE

Am 5. Mai 2017 veröffentlichte der Aachner Rapper Crystal-Ice alias Martin Herrmann sein erstes Studioalbum Crystyle. Zuvor publizierte er zwei Untergrund-Alben, die ihn in der Szene bekannt machten. Jetzt will Crystal-Ice mit seinem ersten offiziellen Studioalbum durchstarten. Auf zwanzig verschiedenen Tracks gibt Crystal-Ice einen Einblick in seine individuelle Art der Musik.

Alle Texte stammen aus seiner Feder: Crystal-Ice überlässt kein Wort dem Zufall. Die Beats liefern andere, verschiedene Komponisten. Mit viel Hingabe und Leidenschaft arbeitete er an „Crystyle“. Bereits im Intro wird nicht gerade mit subtiler Bescheidenheit geglänzt.

„Dann sprach Gott: Ein MC soll auf die Erde kommen und die Musikszene so richtig aufmischen. So geschah es. Gott gab ihm Talent und Style.“

Das Aushängeschild von Crystyle ist „Ich gebe niemals auf“. Hier erzählt Crystal-Ice von seinem starken Willen an seiner Rap-Karriere festzuhalten. Der Rapper kündigte auf seiner Facebook-Seite an, dass Arbeiten an einem offiziellen Musikvideo zu diesem Track in vollem Gang seien. Ein weiterer genialer Song des Albums ist „Gan$gsta-Blues“. Eine Melodie und ein Blues-Beat zum Mitnicken, sowie ein Text mit viel Humor und Charme machen das Lied zu einem absoluten Highlight.  „Wäre ich reich“ und „Früchte des Erfolgs“ gehen ebenso gut ins Ohr. Tracks wie „Sommer in Aachen“ und „Like my style“ dürfen seelenruhig vernachlässigt werden.

Ziemlich ungewöhnlich für ein typisches „Gangster-Rap“-Album sind drei Features mit je einer Dame dabei – greift man im Rap nicht gerne hauptsächlich auf männliche Kommilitonen zurück. „Paradies„, die Nummer 7 des Albums, wurde eingespielt mit Sängerin Kathessa und Rapper Reaze. Ein sehr schönes Feature mit eingängigem Beat und interessantem Sound. Klaviermusik, traurige Worte und ruhige Stimmung findet man in „Herz aus Eis“, ein Feature mit der Sängerin Katrin H. Alles in allem ein sehr fließender Track, der zum Nachdenken anregt.

Fazit

Der Sound des Albums erinnert an die Anfänge der Rap-Giganten „Die Fantastischen Vier“ – dies allerdings auch nur entfernt. Die Texte sind spannend, die Themen abwechslungsreich, die Reime okay. Leider werden Wörter oft unnötig in die Länge gezogen, mit Gesang verzerrt oder einfach reimend gemacht. Generell kann gesagt werden, dass Crystal-Ice sehr überzeugt von sich und seiner Arbeit ist. Seine Coolness, sein Style und sein Talent werden nicht nur im Intro hoch angepriesen. Aber Vorsicht: Die Schwelle zwischen gesundem Selbstbewusstsein und Überheblichkeit ist besonders am Anfang der Rap-Karriere sehr schmal gebaut. Crystal-Ice hat einen sehr hohen Wiedererkennungswert in seiner Stimme. Das, abwechslungsreiche Themen, individuelle Beats, die Leidenschaft dahinter und eine Priese Humor machen das Album insgesamt zu einer guten Produktion und einem tollen ersten Studioalbum. Mal sehen, was er noch von sich hören lässt.

Tracklist öffnen
  1. Hip-Hop Genesis (Intro)
  2.  Spring in das Game
  3. Sommer in Aachen
  4. Business
  5. Teufelskreis
  6. Wär ich reich
  7. Paradies (ft. Kathessa & Reaze)
  8. Ich gebe niemals auf
  9. Lass sie brennen
  10. Hyrr ist das Geld
  11. Crystyle
  12. Gang$ta-Blues
  13. Ich kenn einen
  14. Nicht erreichbar
  15. Zeig dich
  16. Zu dir oder Zu mir
  17. Like my style (ft. Janine & Nic Knatterton)
  18. Früchte des Erfolgs
  19. Herz aus Eis (ft. Katrin H)
  20. Feuerwerk (Outro)

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