Leicht zu merken: das Debutalbum Conchitas nennt sich „Conchita“

Ein Jahr lang haben ihre Fans weltweit darauf gewartet, am Freitag, dem 15.05.2015 werden sie nun endlich belohnt: „Conchita“, das Debutalbum der Siegerin des Eurovision Song Contests 2014 erscheint bei Sony Music. Von Powerballade bis Dancefloor, von Swing bis Pop, Conchita Wurst zeigt die ganze Bandbreite ihres Könnens. Neben Hits wie „Rise Like A Phoenix“, „Heroes“ und „You Are Unstoppable“ sind einige musikalische Perlen zu entdecken. „Dieses Album liegt mir sehr am Herzen“, so Conchita Wurst, „weil es mein erstes Solo-Album ist, es freut mich sehr, wie bunt und vielfältig das Album geworden ist, alle Musikgenres, die mir gefallen, sind vorhanden. Sowohl die dramatische Ballade als auch die Dancenummer sind zu hören.“

Schwul ist Cool

Conchita Wurst sehr zufrieden

Thomas „Tom“ Neuwirth (geboren am 6. November 1988 in Gmunden, Oberösterreich) erfährt als Jugendlicher Ablehnung und Aggressionen. Mit 14 Jahren verlässt er das Elternhaus und beginnt seine Ausbildung an der Modeschule Graz. Auch dort ist es nicht besser: Der homosexuelle Junge wird an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Doch Tom kämpft um seine Anerkennung. 2006 wurde er bei der dritten Staffel der TV-Castingshow Starmania 2. hinter Nadine Beiler. 2007 gründete er die Boyband jetzt anders! und 2011 schloss er eine Ausbildung an der Grazer Modeschule ab. Im selben Jahr trat er zum ersten Mal als Conchita Wurst ins Rampenlicht, als Teilnehmer an der ORF-Talentshow Die große Chance, in der er in der Finalrunde den sechsten Platz belegte. Als Conchita Wurst nahm er auch an der österreichischen Vorentscheidung für den Eurovision Song Contest 2012 teil und wurde mit dem Song That’s What I Am nur knapp von den Trackshittaz auf Platz 2 verwiesen. 2013 war Conchita Wurst mehrmals im TV zu sehen. In der Sendung Die härtesten Jobs Österreichs, wo sie in der Fischverarbeitung arbeitete, und in der Sendung Wild Girls – Auf High Heels durch Afrika bei RTL. Mit dem Titel That’s What I Am war sie auf dem Benefiz-Album Licht ins Dunkel 2013 vertreten. Höhepunkt ihrer Karriere war dann natürlich 2014 der Sieg beim 59. Eurovision Song Contest in Kopenhagen mit ihrem Song „Rise Like a Phoenix„. Ein Star war geboren, der mit seiner klaren Botschaft von Toleranz und Liebe nicht nur Millionen von Fans begeistert, sondern auch die Politiker des Europäischen Parlaments beeindruckte. Im Oktober 2014 hielt Conchita Wurst eine viel beachtete Rede vor dem Parlament. Für ihr künstlerisches Jahr 2014 wurde sie mit drei Amadeus-Awards ausgezeichnet: als Künstlerin des Jahres, für den Song des Jahres (Rise Like a Phoenix) und für das Video des Jahres (Heroes). Für Conchita ist es ganz klar: „Ich widme dieses Album vor allem meinen Fans, die mich dieses letzte Jahr so unterstützt haben, und ich hoffe, dass es ihnen so gefällt, wie es mir gefällt.“

Dreifacher Amadeus für Wurst

Es geht los

Der Eröffnungssong “You Are Unstoppable” wurde heuer schon als Single produziert. Er legt die Richtung fest, zeigt, mit welchen Effekten gearbeitet wird, das Tempo ist aber etwas zu schnell und der Song klingt gehetzt. Auffallend positiv sind die gut getimten Effekten und Conchitas großartige Stimme. Auch „Up For Air” ist im Dance beheimatet, diesmal passt das Tempo, die Effekte sind wieder geschmackvoll kombiniert, der Drumbeat klingt scharf und die elegante Stimme Conchitas mit ihrer großen Bandbreite erzeugt ein sehr stimmungsvolles Lied. Ein Streicherintro bereitet uns dann auf den Stilwechsel ins Filmmusik/Musical Genre vor mit dem bombastischen Song „Put That Fire Out“, bei dem die Stimme Conchita Wursts sehr deutlich und ausdrucksstark zur Geltung kommt. In „Colours Of Your Love” kann man sich dann etwas zurücklehnen, es ist eine interessant produzierte Ballade mit orientalischen Einflüssen und leicht treibenden Beats. Auch mein persönlicher Favorit „Out Of Body Experience” zeigt orientalische Einflüsse. Dieses wunderschöne Lied lebt von interessanten Harmoniefolgen und beweglichen Melodien.

Wir sind mit allem verbunden

Und natürlich durfte die 40er-Jahre Swingära auf Conchitas erstem Album nicht fehlen. Das sehr gute Produzententeam um David Bronner, Joacim Persson und Sebastian Arman sowie Patrick Kummeneker (Mixing) meisterte diese schwierige Aufgabe mit Bravour und konnte diesen Song soundmässig an den Stil des gesamten Albums anpassen. „Where Have All The Good Men Gone“ verbindet alten Swing mit modernem Sound. „Somebody To Love” ist ein recht langweiliges Dancelied, „Firestorm“ ist dafür wieder umso bunter: witzige Harmonieverläufe, schöner Pianosound und treibende Beats bilden die Grundlage für Conchitas emotionalen Gesang, leider ist der Song nicht sehr kompakt und kling auch zerklüftet.

Heroisches Finale

wurst 3

Conchita strahlend

Ein Lied zum Träumen ist die Ballade „Pure”, Conchitas ausdrucksstarke Stimme klingt wie in einem Musical und ist eingebettet in harmonischen Klavier-, Gitarre- und Streicherklängen . Die nachfolgenden zwei Songs waren 2014 schon als Single zu haben, beide wurden mit Amadeus ausgezeichnet: Die heroische Popballade „Heroes“, bei der Conchita Wurst mit euphorischer, strahlender Stimme glänzt und der Song „Rise Like A Phoenix“, der es in sieben Ländern unter die Top Ten und in Österreich auf Platz eins der Charts schaffte. „Rise Like A Phoenix ist und war von der ersten Sekunde an ein sehr, sehr emotionales und sehr wichtiges Lied für mich und deswegen durfte das natürlich auf der Platte nicht fehlen.“ Der Musical Charakter passt wieder sehr gut zu Conchitas Stimme, die Energie steigt euphorisch auf und kommt wieder geschmackvoll zurück. Zum Runterkommen gibt es dann noch das einfache und schöne Lied „The Other Side Of Me“. Conchitas erstes Album darf man mit Recht als sehr gelungen bezeichnen, ihre Stimme ist einfach einzigartig, und auch das Aufnahme- und Produzententeam muss gelobt werden: Es wurde ein einheitliches Gesamtwerk kreiert und eine perfekte Basis für Conchita Wurst, um das große Spektrum ihrer Stimme und ihre emotionale Bandbreite optimal präsentieren zu können. Wer selbst hören will, wie die neuen Songs live klingen, hat bereits am Wochenende sowohl beim Life Ball als auch bei der Eröffnung des Eurovision Fan Cafes in der Wiener EMS-Lounge die Möglichkeit dazu.

Album Artwork

Album Artwork

 Fotocredits: http://conchitawurst.com

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