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Dead End Friends - Stoß in die späten 80er
Instrumentals
Vocals
Lyrics
Gesamt
4.3STERNE

Letzten Freitag, dem 16. September, haben die Dead End Friends ihr erstes komplettes Album mit dem mehrdeutigen Titel „Wrench“ herausgebracht. Wir haben reingehört.

Seine Musikrichtung mit „No Grunge“ zu definieren ist faszinierend. Vor allem, wenn die Vocals Stellenweise klingen, als wäre Kurt Cobain von den Toten auferstanden. Oder eher noch, als hätte man eine verschollene Aufnahme aus den Anfangszeiten von Nirvana vor sich. Das bei Numavi Records erschienene Album „Wrench“ erinnert von seiner Rohheit nämlich eindeutig an die Zeiten von „Bleach“ und „Floyd the Barber“ und weniger an „Nevermind“ und die bei weitem cleaneren Klänge von „Come as you are“. Kurz: das Schaffenswerk der halb Grazer, halb Wiener Band Dead End Friends ist ein bisschen versifft, verschwitzt, roh, dreckig und ein wenig brachial. Also sehr sympathisch.

Das Debütalbum ist nicht nur inhaltlich, sondern auch rein optisch sehr hochwertig. Das Albumcover ziert eine Frauenhand, die einen gewaltigen Schraubenschlüssel hochhält und anscheinend gerade auf ihr Opfer hernieder sausen lassen will. Jedoch hindert sie ihr potentieller Kontrahent – ein Mann, von dem ebenfalls nur die Hand samt Arm zu sehen ist, daran. Kennern der englischen Sprache ist vermutlich bereits aufgefallen, dass der Albumtitel unter anderem so viel wie „Schraubenschlüssel“ bedeutet. Eine weitere Bedeutung des Wortes „Wrench“ wäre „heftiger Stoß“ und genau den wollen die Dead End Friends mit ihrer Scheibe auch verpassen.

Fans der Gruppe mag beim Durchsehen der Songtitel der eine oder andere bekannte Song ins Auge springen. So befinden sich auf dem Album nicht nur neue Nummern, sondern auch bereits zuvor veröffentlichte wie zum Beispiel „Back Mental“, der auch schon auf der gleichnamigen digitalen EP im August 2013 veröffentlicht wurde. Auch die letzte Nummer auf „Wrench“, „No Exit“, findet man bereits auf der 2014 veröffentlichten EP, die den selben Namen wie der Song trägt.

Nix mit No Grunge

Das Erstgeborene umfasst insgesamt sieben Tracks und wird von der Nummer „Come Down“ eröffnet. Der Song beginnt mit einem langsamen und getragenen instrumentalen Part, der mehr in Richtung Psychedelic geht. Auch als die Vocals einsteigen, bleibt man zunächst noch in ruhigeren Gefilden, dies ändert sich jedoch nach einigen Minuten und schon bald geben sich rohe Gitarren-Geschreddere und Gesänge, die zwischen vollkommener Gleichgültigkeit und nackter Wut schwanken, die Hand.

„Cocaine“, die zweite Nummer auf „Wrench“, dient auch als Albumauskoppelung und wurde bereits samt ansehnlichen Video veröffentlicht. Der Song kann durch seine einfachen, doch eindringlichen Lyrics begeistern, die allerdings wieder sehr an Grunge erinnern.

Mit „Nora“ findet auch ein ruhiger Track auf „Wrench“ Platz – sagen wir aber doch lieber nur ein etwas „ruhigerer“. Im Gegensatz zu den anderen sechs Nummern weist „Nora“ einen starken Rock-Einschlag auf, ohne die zerstörerischen Grunge-Riffs.

Mit „Wrench“ haben die Dead End Friends ein Werk geschaffen, auf das sie mehr als stolz sein können. Man darf noch auf Großes hoffen. Erwerben kann man das Album hier und wer die Dead End Friend live sehen will, hat dazu dieses Wochenende, am 24. September in der Bunkerbar in Graz die Gelegenheit, wie wir bereits an anderer Stelle angekündigt haben.

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