Der Nino aus Wien - Immer Noch Besser Als Spinat
Zusammenstellung
Sound
Musik
4.5Sterne

Ein Highlight für die Vorweihnachtszeit – Ninos Universum in der Nussschale.

Der Nino Mandl aus dem schönen Wien ist schon eine besondere Lichtgestalt in der heimischen Musikszene. Von 2008 weg veröffentlichte er sieben Alben und jetzt sein erstes Best Of mit dem klingenden Namen „Immer Noch Besser Als Spinat“. Eine beachtliche Leistung für einen gerade erstmal 28-jährigen Musiker. Damals, als MySpace noch eine bedeutende Plattform für junge KünstlerInnen war, veröffentlichte der junge Nino dort seine ersten Lieder und wurde prompt von Problembär Records unter Vertrag genommen, um sein erstes Album The Ocelot Show zu produzieren. Kritiker feierten die Platte und den neuen Stern am FM4-Indie-Himmel, der Fans aus dem ganzen Land um sich scharte. Das Wienerlied ist wieder modern, Nino frisch und anders. Er ist eine gelungene Abwechslung und Balsam für die Seele missverstandener Menschen, weil er ganz einfach auch zu ihnen gehört. Es ist die Mischung aus Folk, Indie, Hip-Hop, Electronic und Beisl-Musik, die ihn so unverkennbar macht. Dazu gibt’s teils zynische, teils lustige Texte zum Nachdenken, vermischt mit einer Spur Gesellschaftskritik. Nino ist zum Vorreiter der Wiener Gemütlichkeit geworden und singt sich immer noch das Herz aus dem Leib. Jetzt gibt es die Kompilation „Immer Noch Besser Als Spinat“, welche sein bisheriges, musikalisches Schaffen zusammenfasst.

Nino_Immer Noch Besser als Spinat

Nino mag übrigens mittlerweile Spinat

Perfekte Zusammenstellung

Bevor man sich als Neuling seiner Musik auf ihn einlässt, sollte man vielleicht eines wissen: Nino ist kein wahnsinnig guter Sänger und ebenso kein Gott auf der Gitarre, doch er hat eines zuhauf – Charme. Die Platte beginnt mit „Martekos“, einem märchenhaften Mittelalter-Lied, gefolgt vom „Spinat Song“, der dem Album den Namen gegeben hat. Mit diesem ist Nino 2009 auch beim Protestsongcontest angetreten, worauf FM4 auf ihn aufmerksam wurde. „Es Geht Immer Ums Vollenden“ ist sein Klassiker und seine bekannteste Nummer. Lyrisch setzt er hier Maßstäbe, während man beim schönen Gitarrenspiel von Herb Pirker schon fast eine Träne unterdrücken muss. „Holidays“ ist das erste Lied, das Nino jemals geschrieben hat, und hier zeigt er seine lustige und verrückte Seite. Mit Holidays schaffte er auch den landesweiten Durchbruch im Radio. „Du Oasch“ ist ein weiterer Klassiker und handelt über den Oasch, der ihm seine Freundin Klara beim Chinesen hinter der Bar ausspannt. Die Nummer ist auch die einzige, die wirklich unprofessionell aufgenommen wurde. Bei den Übergängen schaudert es mich jedes Mal. Wie kann man bei einer Aufnahme nur so aus dem Takt sein? „Urwerk“, ein Indie-Epos und mein persönliches Lieblingslied von Nino, bringt Aufbruchsstimmung und Dynamik in den Körper. Die Orgel und die Drums spielen über fünfeinhalb Minuten dasselbe und schaffen es trotzdem zu pushen. Dazukommt ein perfekter Text, der aber trotzdem absolut nicht zu erklären ist – üblich für Nino.

Fazit

Der Nino aus Wien ist ein sehr persönliches Kunstobjekt und somit bleibt er immer authentisch. Es ist die Ehrlichkeit in seiner Musik, die einen darauf zukommen lässt – die Unverdorbenheit seines Auftretens, die ihn sympathisch werden lässt. Nino ist einer der wenigen musikalischen Lyriker und großen Geister Österreichs. Sein bisheriges Lebenswerk zeigt das eindrucksvoll. Seine Musik verdient es, angehört zu werden.

Termine

4. Dezember 2015 AT, Wels @ Schlachthof

5. Dezember 2015 DE, Kempten @ Jugendhaus

13. Dezember 2015 AT, Wien @ Rhiz

14. Dezember 2015 AT, Wien @ Rhiz

15. Dezember 2015 AT, Wien @ Rhiz

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