Diamond Seas - Wenn Musik Geschichten erzählt
Lyriks
Vocals
Instrumental
Konzept
3.7STERNE

Ruhig, verträumt, nachdenklich, das ist das Erstlingswerk von Diamond Seas. „Teenage Years“ erscheint am 16. September bei Cloud Contact Records.

Kaum ein Jahr alt und schon mit dem ersten Album am Start. Die Wiener Band Diamond Seas wurde 2016 von den drei Musikern mk – auch bekannt als Martin Konvicka, ckk – Christian Kisler im bürgerlichen Namen – und tw, ausgeschrieben Tobias Wurscher, gegründet. Dass so schnell bereits ein erstes Album vorliegt, ist jedoch nicht verwunderlich, immerhin ist Martin Konvicka kein Frischling im Geschäft und manchen vielleicht bereits als Mitglied der Wiener Post-Rocker Lehnen, den ebenfalls aus Wien stammenden und dem Noise-Rock verfallenen the who the what the yeah oder den im Shoegaze angesiedelten Snoww Crystal bekannt. Stiltechnisch bewegt sich Diamond Seas nicht so weit von den drei genannten Bandprojekten weg, liefern mk als Sänger und an der Akustikgitarre, ckk an der E-Gitarre und tw an den Drums doch Hörbares im Post-Dream-, Indie- und Slowcore-Stil, wie sie sich selbst kategorisieren. Ganz grob kann man jetzt aber auch sagen: Die drei machen Pop. Aber dafür feinsinnigen.

Das Erstgeborene trägt den stolzen Namen „Teenage Years“, ist neun Tracks plus Reprise stark und erscheint am Freitag, dem 16. September bei Cloud Contact Records. Wer solch ein gutes Stück in CD-Form erwerben will, muss jedoch schnell sein, ist die Auflage immerhin auf 100-Stück limitiert. Auf Bandcamp gibt es jedoch auch die Möglichkeit sich „Teenage Years“ in digitaler Form zu besorgen.

Klangvoll erzählte Geschichten

Das Album startet mit dem Opener „Ready“, der passend zum Album Titel die Aufbruchsstimmung eines Auszugs von einem Jugendlichen aus dem Elternhaus vermittelt. Gleichzeitig herrscht jedoch ein militanter Unterton, der durch die Drums im Hintergrund, die den Takt zu einem Marsch schlagen, suggeriert wird. „Ready“ ist eine Einstimmung auf das Kommende, ein Ende, das hier als Beginn dient und verrät bereits, das „Teenage Years“ kein einfaches Album ist, sondern vollgepackt mit Geschichten. Ein bisschen erinnert die Scheibe an die Songs von „Once„, genauso leicht tänzeln die Tracks durch den Raum und genauso traurig und schwer wie die Filmmusik von Glen Hansard und Markéta Irglová drücken einen manche Tracks zu Boden.

Die Geschichten in den Nummern werden durch erzählerisches Songwriting und einfühlsame Instrumentals dem Hörer näher gebracht. Neben frohen und sogar jugendhaft verliebten Nummern wie „Airplane Window“ erfährt man auch von Schwere und Traurigkeit, wie im darauffolgenden Track „Down“. In beiden kommen Geigen zum Einsatz, doch während sie im ersten Song noch für Lebensfreude stehen, verdeutlichen sie in „Down“ die Tragik des Geschehens.
In „Star Gazing Tree House“ kann man neben einem Klavier auch ein Glockenspiel wahrnehmen und der Hörer hat das Gefühl, als erzähle man ihm von der Leichtigkeit früherer Zeiten und gleichzeitig von der Melancholie, die die Erinnerung an selbige mitbringt.

Die vorletzte Nummer auf dem Album, „Teenage Years“, ist schließlich ein Eingeständnis und die Erkenntnis, dass die Jahre der Jugend nun vorüber sind. Gleichzeitig dient der Track als Resümee für die vorangegangenen Nummern auf dem Album und alle erzählten Geschehnisse. Unterstrichen wird mk’s raue Stimme durch einfache E-Gitarren-Akkorde und ruhige Klavierklänge.

„Teenage Years“ ist alles andere als ein lautes Album, das mit dem Fuß auftritt und sich kraftvoll behauptet. Dafür ist es jedoch leichte Kost, die viel von der Unbeschwertheit und Sorgenfreiheit jüngerer Tage vermittelt. Die Aufnahmequalität ist nicht schlecht, lässt jedoch noch Luft nach oben. Gesamtheitlich betrachtet hält man mit „Teenage Years“ ein schönes, rundes und in sich abgeschlossenes Stück Arbeit in den Händen, geeignet zum zuhause Hören, wenn die Tage kälter und die Nächte länger werden und die Zeit des Einigelns wieder beginnt.

Der Release des Erstlingswerkes muss natürlich gebührend gefeiert werden und so hat man zusätzlich die Möglichkeit Diamond Seas ebenfalls am Freitag, dem 16. September, im Rahmen vom „NIL DESPERANDUM # 60“ im Rhiz in Wien ab 21:00 Uhr bei gratis Eintritt live zu sehen.

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