„What’s goes“ ist das bereits vierte Album der Orsons. Kann die Platte nach einer ereignisreichen Promophase die Erwartungen erfüllen? Wir haben reingehört!

Eine gewisse Portion Verrücktheit muss man ja schon haben, um außergewöhnliche Musik genießen zu können. Gerade im Rap hat dieses Außergewöhnliche, der Versuch anders zu sein als der Rest, in den letzten Jahren zugenommen. Die Anfänge dieses Trends sind zeitlich nicht leicht zu einzuordnen, jedoch sind die Orsons eine Band, die definitiv zu den Anfängen dieses „crazy movements“ dazuzuzählen sind. Mit ihrem aktuell vierten Album What’s goes liefern die vier Jungs aus dem Hause Chimperator wieder gute und abgedrehte Musik zum Stirnrunzeln, welches anschließend zu einem Lachanfall mutieren kann. Dass dafür nicht nur die Musik verantwortlich ist, sondern das gesamte Drumherum, lässt sich bereits an der Promophase zu What’s goes schildern.

Cro hat es bei VIVA schon vorgemacht, man spielte damals die Single „Traum“ mehrere Stunden im Dauerloop auf dem Musiksender zu Promozwecken. Was bei Cro so gut geklappt hat, wurde nun adaptiert: Die erste Single-Auskopplung „What’s goes“, aus dem gleichnamigen Album, gibt es ebenfalls im Dauerloop zu hören. In gerade einmal 2:37 Stunden kann man sich das Lied einprägen, ohne ständig auf den Repeat Button auf Youtube klicken zu müssen. Damit sollte die Textsicherheit auf den Konzerten beim Publikum hier locker bei 99 Prozent liegen.

#ozert: Was verbirgt sich dahinter?

Den nächsten Streich in der Promophase liefern die Orsons mit ihrem #ozert ab. Was sich dahinter verbirgt? Unter diesem Hashtag veranstalteten mehrere Musiker, Musikjournalisten und andere Größen, auf Twitter ein in den Gedanken spielendes Konzert, auf dem viele merkwürdige Dinge geschehen. Mit dabei waren zum Beispiel: Falk Schacht, Cro, Red Bull Germany, Visa Vie, Marteria, Chakuza, rap.de, RAF Camora, und viele mehr! Hauptdarsteller waren aber natürlich die Orsons, jeder der vier spielte eine eigene lustige Rolle in diesem fingierten Ereignis. Die Highlights dieses Events könnt ihr in diesem PDF nachlesen.

„Jeden Morgen, wenn die Sonne um 5 Uhr aufsteht,
Sag ich ihr Hallo und schau ihr ins Gesicht“

Kaas, Sunrise 5:55AM

Kommen wir aber nun zum eigentlichen Grund dieses Trubels, What’s goes kam vor ein paar Wochen in die Läden. Das Album bietet insgesamt 17 Songs. Maeckes, Kaas, Bartek und Tua zeigen ihr Können aber auch auf Solotracks. Somit kann jeder der vier Jungs auch alleine zeigen was er drauf hat, besonders der Solotrack von Kaas „Sunrise 5:55AM“ ist hier als einer der stärksten Songs zu bewerten. Dieser Track sprüht nur so vor Positivismus, gute Laune ist danach auf jeden Fall vorhanden. Ein weiterer sehr starker Song auf dem Album ist Tuas Solotrack „Seitdem“. Wer Tua kennt, der weiß wie lange er an den Instrumentals feilt, bis sie perfekt sind. In seinem Solotrack stellt er dies nochmal unter Beweis. Diese Perfektion, die der Musiker an den Tag legt ist bestimmt auch der Grund dafür, dass er auch das gesamte Album produziert hat. Somit kann man sagen, das Album hat einen musikalischen roten Faden.

Zwischen Genie und Wahnsinn

Die Anfangs erwähnte Verrücktheit, spiegelt sich besonders in einem Lied wieder, es handelt sich hier um „Das Klo“. Der ganze Track widmet sich dem Thema, die Toilette sauber zu hinterlassen, so wie man sie vorfinden will. Auch, wenn man mit dieser Thematik Neuland einschlägt, und so die Leute zum Schmunzeln bringen kann, ist dieser Song nach mehrmaligem Hören zum Skippen verurteilt. Aber es muss nicht so sein, das beweisen die Orsons mit ihrem Track „Feuerrot„. Die einzelnen Parts der vier Jungs sind aufeinander abgestimmt, das Songkonzept ist hier sehr gut durchdacht und umgesetzt worden.

Die vielen Facetten der Orsons spiegeln sich auf What’s goes wieder. Der Grat zwischen Genie und Wahnsinn verschwimmt hier öfters, jedoch überwiegt letztendlich das Genie. Falls ihr die Orsons mal live sehen wollt, sie spielen heute am 11. April im Wiener Flex, es sollte auf alle Fälle sehr witzig werden. Allen Interessierten, die daran nicht teilnehmen können, kann man eine Kaufempfehlung für das Album abgeben. Falls ihr die bisher veröffentlichten Singles feiern konntet, werdet ihr auch das Album lieben.

Fotocredits: Die Orsons

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