don_t go mit "Dark Country" EP
Musikproduktion
Lyrics
Beats
Kreativität
4.0Gesamtwertung

Emotionen, Samples und Loops: Mit ihrer ersten EP leisten dont_go einen ganz speziellen Beitrag zur österreichischen Musiklandschaft.

Nina Jukić (vocals, piano, synth) und Alexander Forstner (drums, guitar, electronics) konnten unter dem Namen don_t go als Newcomer schon so einige Live-Auftritte in Wien bestreiten. Die Band mit Wurzeln in Zagreb und Graz hat sich in der Landeshauptstadt niedergelassen, um sich ebenda musikalisch auszutoben.

Liebe, Identität und Zugehörigkeit

Was das Wesen ihrer Musik betrifft, erweist sich eine Genre-Kategorisierung als kein leichtes Unterfangen. Die vom Duo produzierten Klänge könnte man aber schlicht unter Indie-Electro zusammenfassen. Auf der im letzten Monat erschienenen EP besticht das Zweiergespann mit einer interessanten Mischung aus Melancholie, einprägsamen Beats und intimen, hauptsächlich Liebesbeziehungs- und Identitätsthematiken umkreisenden Lyrics, die durch gefühlvollen Gesang vom weiblichen Part der Band zum Besten gegeben werden. Zur gleichnamigen Single „Dark Country“ wurde mittlerweile auch das dazugehörige Musikvideo veröffentlicht.

Wie erst kürzlich bekannt wurde, haben sie es als Neueinsteiger damit schon auf Platz fünf der Charts des kroatischen Alternativ-Musikmagazins Zvonko Radost geschafft. Auch die übrigen drei Tracks „Stranger“, „Home“ und „Saturn Return“ überzeugen mit unkonventionellen Elementen, fallen aus dem Rahmen und tragen dennoch eine gewisse Ruhe und Einfachheit in sich – weniger ist eben doch oft mehr. Gut gelungen ist auch die Musikproduktion: Aufgenommen in Wien und produziert in Berlin wurde gemeinsam mit Florian Jauker von Audiomanufaktur, Ksenija Ladić und Matija Vojvodić ein unüberhörbar hohes Niveau erreicht.

Den Finger am Puls der Zeit

Verschachtelte Layer aus Gesang, Piano und Drums verdichten sich zu einem mit Vielfalt gespickten Sound, der eine getrübte, aber dennoch angenehme Atmosphäre zaubert. Die elektronische Komponente – Live-Loopings (ein Soundschleifen erzeugendes, experimentelles Instrumentarium) gehören bei Konzerten zum Standardprogramm – wirkt nicht überladen, sondern wird geschickt eingesetzt, um den authentischen, „echten“ Sound der Band zu unterstreichen: Mit dieser Kombo haben Nina und Alexander den Finger ohne Frage am Puls der Zeit und dürften besonders diejenigen unter uns ansprechen, die offen für Neues sind und keiner festgefahrenen musikalischen Schiene folgen.

Abseits von jeglichen kapitalistischen Tendenzen tut der Beitrag von don_t go zur österreichischen Musiklandschaft besonders gut. Die scheinbare Devise: melancholische Unkonventionalität und kreative Schlichtheit. Wenn don_t go jetzt noch versuchen, die Sprungbrett-Funktion des Social Media taktisch für sich zu nutzen, dürfte einer aufstrebenden Karriere innerhalb der alternativen Szene nichts mehr im Weg stehen.

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