Doominas Ying und Yang Prinzip
Sound
Wiedererkennungswert
Potential
4.5Sterne

Die Kärntner Band Doomina macht mit der Vinyl-Auflage ihrer Erstveröffentlichung Elsewhere auf sich aufmerksam und könnte dabei das Interesse des ein oder anderen Doom Metal und Post Rock-Fans wecken.

Seit 2013 ist die österreichische Post-Rock Formation Doomina unter dem Label Noise Appel Records gruppiert. Zu Recht, denn was die Band bestehend aus Daniel Gedermann (Gitarre), Erich Kuttnig (Drums), Luke Geyer (Gitarre), Christian Oberlercher (Bass, Samples) auf ihrem Debütwerk Elsewhere darbietet, kann sich allemal hören lassen. Typisch für die fünf Querköpfe ist die Länge und Intensität ihrer Instrumentalstücke und natürlich das verlockende Angebot, sich auf die mystische und geheimnisvolle Gefühlswelt einzulassen, zu der einem „Elsewhere“ mitnimmt.

Die Ruhe vor dem Sturm

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(c) Noise Appeal Records

Par excellence steht hierfür der Titel Aeronaut. Man hört den Wind säuseln und Geier, die Arien in das Nichts schreien. Schließt man auch nur für einen Moment die Augen, entstehen Bilder von verlassenen Planeten, einsamen Landschaften mitten im Nirgendwo. Oder besser gesagt-im „Elsewhere“. Das Debütalbum von Doomina schwankt zwischen Atmospheric Rock, Doom Metal und Post Rock. Leiser Gitarrensound ist es, der „Aeronaut“ in eine musikalisch-melancholische Landschaft zieht und mit jeder angeschlagenen Saite umso mehr aufzeigt, dass es sich hier lediglich um die Ruhe vor dem besagten Sturm handelt. Ein Sturm des Schmerzes, der Wut und der Verzweiflung. Bis auf sanften Gitarrenstücken (Mockingbird) und melodischen Passagen treibt dieser Sturm auf dem Album hindurch sein Unwesen, hinterlässt Spuren der Verwüstung. Erst im Duett mit zarteren Tönen wird diesem Einhalt geboten und das künstlerische Werk der fünf Musiker findet somit zur Vollendung. Ein abwechslungsreiches Spiel also, das so typisch für den Sound von Doomina ist und das gewisse Etwas der Band ausmacht.

Ein Rezept, das auch beim dritten Titel „Elsewhere“ des gleichnamigen Albums Anwendung findet. Das finstere Ambiente lässt sich auch hier nicht leugnen. Es macht vielmehr den Eindruck, dass es einem gewollt überrollen will mit seinem erst noch zögerlich gespielten Melodien, dem vorsichtig hineinwirkendem zweiten Gitarrenklang und dem dunklen Bass. Ein Trommelklirren, das aufschaudern lässt und verspricht: Hier, bitte, mach dich gefasst- 12:54 Minuten geballte Ladung an kraftvollen Riffs, die sich in den mit Gitarrenklang und Geigenspiel gefüllten Passagen ihre wohlverdiente Pause holen.

Auf ihr 2012 veröffentlichtes „Elsewhere“ kam im Folgejahr sogleich das Album Beauty auf den Markt. Es besticht ebenso wie sein Vorgänger durch bis zu 10-minütige Tracks, die einen Doomina-typisch auf eine Reise ins Ungewisse mitnehmen. Auch hier kann man bei dem Opener „Beauty“ Parallelen zu dem Starter des Debütalbums „Aeronaut“ ziehen: Bei Beauty eröffnet weder lauter Gitarrenlärm noch rhythmisierende Trommelhiebe das musikalische Feuerwerk, sondern ein Gedicht von Emily Dickinson mit dem Titel I died for beauty. Ob es nun die veränderte Bandbesatzung (nur Gitarrist Daniel Gedermann und Bassist Christian Oberlercher sind von den ursprünglichen Bandmitgliedern noch aktuell) oder ein stilistischer Neuanstrich ist, der für den eindeutigen Post Rock Charakter des Albums sorgt, bleibt offen.

Besonders sticht auf „Elsewhere“ der gleichnamige Titel des Albums hervor und zeigt umso mehr den unverwechselbaren Charakter von Doomina. Was die fünf kreativen Köpfe schon 2012 mit ihrem Erstwerk bewiesen haben, ist nämlich eines: Dass es sich hier um eine Band handelt, die für eingefleischte Post Rock und Doom Metal-Fans den richtigen Ton findet, und der macht ja bekanntlich die Musik. Nachzuhören auf der Vinyl-Neuauflage „Elsewhere“.

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