Dreaded Downfall: Großartiges Debüt
Zusammenstellung der Songs
Texte
Artwork
Gesamtkonzept
4.8STERNE

Nach zwei ganzen Jahren harter Arbeit ist es endlich soweit: Das lang ersehnte Debütalbum von Dreaded Downfall ist da. Spoiler Alert: Es ist der Wahnsinn.

Dreaded Downfall – das sind Sänger Lukas Mantsch, Gitarristen Felix Junger und Chris Peschak, Bassist Johannes Loisl und Schlagzeuger Mario Köstl. Seit der Gründung der Band 2007 haben sie gemeinsam die EPs „The Rest Is Silence“ und „Idols For The Broken“ veröffentlicht, und außerdem die Acoustic CD „Choices“ herausgebracht. Seit 7. Jänner diesen Jahres gibt es Dreaded Downfall jetzt auch in voller Länge: „Farewell To Greatness“ heißt die Scheibe und es steckt richtig viel harte Arbeit darin.

Crowdfunding

Um die finanziellen Belastungen, die eine Band bei der Produktion und Veröffentlichung eines Albums zu tragen hat, etwas zu mildern, wurden die Jungs kreativ und starteten ein Crowdfunding Projekt mit dem Ziel, mindestens 1000 Euro zu erreichen. Diese sollen unter anderem für die Studiozeit, die Fotoshootings und die CD-Produktion verwendet werden. Bis 21.01.2016 läuft das Projekt noch, wenn ihr Dreaded Downfall also unterstützen wollt, könnt ihr das hier tun.

Abwechslung, tiefgründige Texte und viel Dynamik

Das Album startet mit “Lines That Led Us Here”, ein Song, der den HörerInnen gleich zeigt, in welche Richtung Dreaded Downfall mit dem Album gehen wollen. Die kräftigen Screams von Sänger Lukas werden von eingängigen Melodien unterstützt und mit sehr starken cleanen Passagen und Gangshouts ergänzt. Man hört die Einflüsse des Post Hardcore und Metalcore gut heraus.

Ein bisschen mehr in die moderne Richtung geht der zweite Song „Scars As Medals“. Der dynamische Track beginnt mit subtilen elektronischen Elementen und geht dann gleich in den Refrain über, bei dem sowohl die Melodie, als auch der Text, sofort im Kopf hängenbleiben (merkt man daran, dass ich beim zweiten Mal schon mitgesummt habe). Um gleich beim Text zu bleiben: In „Scars As Medals“ geht es um die Zerrissenheit zwischen dem, was man tun muss und dem, was man tun will – ein Gefühl, das wohl viele von euch nur zu gut kennen. Soll man den entscheidenden Schritt aus einem sicheren Umfeld wagen, um seine Träume zu verwirklichen? Die Zeilen des Refrains repräsentieren dieses Gefühl wirklich gut:

We are the ones who live two lives
One to serve and one to strive
We know the weakness to decide until they finally collide

My Revelation Left A Note” war der erste Song, den die Band veröffentlichte, um den Fans einen Vorgeschmack zu geben und sie für das Crowdfunding-Projekt zu begeistern. In Sachen Text werden hier auch tiefgründige Themen behandelt. Man muss sich selbst vertrauen und an sich arbeiten, sich Ziele setzen und die ersten Schritte gehen – erst dann werden sich Möglichkeiten ergeben und man findet Lösungen und Wege. Hauptsächlich cleaner Gesang bringt die Message super rüber und das Ganze wird von flotten Rhythmen unterstützt.

Danach kommt „Promise“ etwas punkig daher, man hört vor allem am Anfang eindeutig die Hardcore-Einflüsse heraus. Der Refrain ist zwar wieder sehr eingängig und clean, wie in den Songs davor, allerdings wirkt das Album trotzdem nicht monoton, denn es sind so viele andere Elemente mit dabei, die die Spannung aufrecht erhalten.

Der Song „You left…“ bringt dann richtige Abwechslung rein: Er hat eine ganz andere Dynamik. Die Klänge des Synthesizers, die sich leider immer wieder in den Vordergrund drängen, verändern die Stimmung des Songs gewaltig und passen irgendwie einfach nicht rein. Das Feature von Johan Lindström von der Schwedischen Band Normandie lässt gegen Ende des Songs aber trotzdem aufhorchen und macht einiges wieder gut. Wenn man auf der Playlist etwas weiter runter schaut, befindet sich dort dann „…I’m Broken“, (vermutlich) der zweite Part des Songs. Aber dazu später mehr.

Dazwischen befinden sich „Lost“ und „Dear Father“. „Lost“ fängt ruhig an, nur Gitarrensounds und Gesang füllen den Raum, bevor sich dann Schlagzeugrhythmen dazugesellen und dann schließlich die Band in ihrer vollen Pracht erklingt. „Dear Father“ hingegen haut nach einem kurzen Intro voll rein, mit einer energiegeladenen Melodie, die einen richtig mitreißt. Auch hier finden sich die elektronischen Elemente wieder, die diesmal allerdings noch mehr fehl am Platz wirken.

Dreaded Downfall

Pressefoto (c) Thomas Hennerbichler / Lichtar Photography

…I’m broken“ ist also sozusagen die Fortsetzung von „You left…”, beziehungsweise vermute ich, dass das so gedacht war, er wirkt musikalisch aber eher wie ein eigenständiger Song.

Noch ein bisschen mehr frischen Wind bringt „At Least We Tried“ in das Album. Mit einem schönen Intro aus Klavierklängen wird eine ruhige Stimmung erzeugt, die dann mit Beginn des Songs von Euphorie abgelöst wird und man möchte am liebsten aufspringen und tanzen.

Farewell To Greatness“ gibt dem Album seinen Namen und der Song ist ein großartiger Abschluss für die Scheibe. Acoustic können die Jungs gut, das haben sie schon 2013 mit dem Unplugged Album „Choices“ bewiesen. Und auch dieser Song erfüllt die hohen Erwartungen: Tolle Lyrics, Gänsehautfeeling und einfach großartig.

Fazit

Dreaded Downfall haben sich mit diesem Debütalbum, an dem sie zwei Jahre hart gearbeitet haben, wieder einmal selbst übertroffen. Die Zusammenstellung der Songs, sowie ihre Reihenfolge, das Artwork, die Sounds (außer vielleicht der Synthesizer, den man beim nächsten Mal subtiler einsetzen könnte) und die Texte, schaffen ein wirklich grandioses Gesamtpaket. Mehr kann man dazu eigentlich gar nicht mehr sagen, wirklich toll gemacht.

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