Mit den Worten „Liebe, Freiheit und Musik“ begrüßt Elen einen auf ihrer Homepage und genau unter diesem Motto steht das Debütalbum der Berlinerin.

Begonnen hat ihre Karriere auf der Straße, doch darunter leidet ihre Musik auf keinen Fall. Elen hat ein besonderes Verhältnis zur Musik und das hört man. Kürzlich ist ihr Debüt-Album „Elen“ erschienen, das sie selbst widerspiegelt und kaum persönlicher sein könnte.

Ein harter Kampf, aber stets die Selbstbestimmung im Blick

Schon nachdem man Elens Gesang wenige Takte lang genießen konnte, wird klar, dass es sich hier um eine willensstarke, selbstbewusste Frau handelt. Die 25-jährige Musikerin weiß, was sie will und kämpft dafür – schon immer.
In der Kindheit durfte sie Gitarrenunterricht genießen, allerdings nur ein halbes Jahr, da ihre Finger während des Spielens zu sehr geschmerzt haben. Dennoch lässt sie die Liebe zur Musik nicht mehr los. Sie singt jedes Lied mit und lernt verschiedenste Instrumente: Erst Keyboard, dann Schlagzeug und schließlich wieder Gitarre. Als junge Erwachsene lernt sie dann den Musiker Andreas de Jong kennen, der das Potenzial von Elens Stimme erkennt. Er empfiehlt ihr die Straßenmusik, damit Elen direkt vor Publikum ihre Fähigkeiten ausbauen kann („Da lernst Du auf der größten Bühne der Welt“). Gesagt getan. Schließlich bleibt es nicht bei der Straßenkunst. Die junge Frau wird für die Castingshow „The Voice of Germany“ angefragt, bei der sie vollends überzeugt. Aber Elen merkt schnell, dass ihr der Medienrummel nicht gut tut und sie in ihren Freiheiten einschränkt. Der Freigeist möchte eigene Werke singen, eigenen Gedanken und Gefühlen Ausdruck verleihen, nicht nur große Stars interpretieren. Ein Album, in dem sie verarbeiten kann, was sie auf der Straße erfahren und lernen durfte.

Elen

Elen

Daher entschließt sich Elen, ihren Plänen Taten folgen zu lassen. Sie sucht sich Unterstützung in erfahrenen Kollegen: Fred Sauer, Robert Keßler, Dirk Erchinger, Ernst Jochmus und Robert Lingeau unterstützen sie in ihrem Vorhaben. Ganz wichtig ist der jungen Frau dabei immer, unabhängig bleiben zu können. Also nicht von einer Plattenfirma vorgeschrieben zu bekommen, was sie zu tun hat. Daher entschließt sie sich Crowdfunding. Dieser Weg bedeutet für Elen den Verzicht auf Vorteile wie Studio, Maschinerie und finanzielle Sicherheit. Aber sie kann nun ihre eigenen Vorstellungen verwirklichen. Elen hat Glück und die Menschen erkennen ihr Können: Innerhalb von nur zwei Monaten hat sie genug Spenden gesammelt, um ein Studio mieten zu können und ihr Album zu produzieren.

Elen: Ganz persönlich und rein

Elen_Albumcover

Elen – Albumcover

Elen hat klare Vorstellungen: Sie will weder Schnickschnack noch überflüssige Töne. Sie weist die Musiker an, so wenig wie möglich zu spielen („Lasst Raum. Lasst Pausen. Lasst die Noten in aller Ruhe ausklingen. Lasst sie einfach wirken“). Das Wichtigste an der Musik ist Elens Stimme, die unglaublich beeindruckt. Das Ergebnis der kreativen Arbeit in den Emil Berliner Studios sind 12 Songs, die mithilfe von Tonmeister Philip Krause abgemischt worden sind. Auch er arbeitet die Stimme der Sängerin heraus, damit „die Seele bleiben kann“.

Elen – Tracklist

1. Feels Like Rain 02:54
2. It´s Gonna Be All Right 04:31
3. Sink Like A Stone 03:34
4. Compassion 03:55
5. Nobody Else 03:47
6. You Never Said 03:09
7. It´s You 04:24
8. Any World Changing 03:06
9. Would I Do The Same 03:02
10. Hole In The Moon 03:48
11. How Dare You 03:36
12. The Return 03:03

Und wie kommen Elens Vorstellungen beim Zuhörer an? Sie hat es definitiv geschafft, ihre Stimme in den Vordergrund zu stellen. Diese ist nicht nur markant, irgendwie rau, sondern kann den Hörer auch gefangen nehmen in ihrer eigenen Welt. Auch wenn die Songtexte nicht alle Elens Feder entstammen, so wirken ihre Songs unglaublich persönlich.
In „Compassion“ erklärt sie, dass Mitleid nicht in ihrer Natur liegt. Wahrscheinlich, weil sie selbst das Kämpfen gelernt hat und auf eigenen Beinen stehen musste. Nur wenig instrumentale Klänge begleiten die melancholische Stimme der Sängerin, die einen beim Hören ganz tief berührt. Auch in „It’s you“ scheint die Welt um Elen ausgeblendet zu werden, so eindringlich ist ihr Gesang. Die meisten Songs der Berlinern wirken traurig, melancholisch, aber immer stark und selbstbewusst. Kleine Ausnahme ist der Track „The Return“ zu Abschluss der Platte. Hier scheint ein wenig Hoffnung in der Sängerin aufzukeimen, wenn sie „I’ll Return“ singt und von Erinnerungen die Rede ist.
Erste ausgekoppelte Single des Albums ist der Song „Sink Like A Stone“, zu dem es auch ein Musikvideo gibt. Das kunstvolle Video zeigt die Tänzerin Liliya Chikova, die sich gekonnt und emotional zur Musik von Elen bewegt. Leider ist das Video derzeit nicht auf Youtube verfügbar.

Für alle, die gerne sehen möchte, wie Elen ihre Fans überzeugt hat zu spenden, gibt es folgendes Video zum Ansehen:

Credits:
Photos © Thorsten Eichhorst

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