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Ein High five auf HI5
Spannung
Facettenreichtum
Gefühl
Dramatik
3.7Sterne

HI5 heißt die Band, die ihre Wurzeln in Tirol hat und Wunderbares auf ihr neues Album „FÜNF“ zaubert. Jazz- sowie auch Electro-Fans sind mit der Band gut bedient, wenn nicht sogar bestens beraten.

Wer Electro sagt muss nicht Jazz sagen, sollte es aber.

Für die am 07. Oktober 2016 bei Session Work Records erscheinende Veröffentlichung „FÜNF“ der Band HI5 kann man allemal ein offenes Ohr haben. HI5 haben mit „FÜNF“ hörbar an einem komplexen und verspielten Sampler gebastelt, der konträre Stile wie Minimal Music und Rock, Jazz und Alternative Pop in wunderbarer Klangmelodie zu einer Symbiose verschmelzen lässt. Oder, um es mit den Worten der Band abzurunden: „Minimal Jazz Chamber Music“.

Hört, Hört!

Mit den Release-Konzerten lässt das charmante Tiroler Quartett HI5, formiert durch Chris Norz (Drums), Philipp Ossanna (Gitarre), Matthias Legner (Vibraphon) und Clemens Rofner (Bass) hungrige Ohren auch nicht länger auf sich warten. Am 06. Oktober 2016 bekommt man die vier Jazz-Affinen das erste Mal mit ihrem Neuwerk in Steyr zu Gesicht und zu Gehör, gefolgt von weiteren Auftritten in Österreich bis nach Deutschland.

Kontraste sind zum Spielen da

Zügig, treffsicher und geschmackvoll gehen die vier soundtechnisch recht fantastisch vor. Dass sich eine erfolgversprechende Kombination dieser drei Adjektive schwierig, wenn nicht sogar unmöglich gestaltet, versteht sich von selbst. Das jedoch Unverständlichere daran ist, dass HI5 dies sehr wohl gelungen ist. Das wilde Kombinieren von Kontrasten könnte man sogar als Geheimrezept ihres erfrischenden Sounds enttarnen. So ganz geheim ist ihr musikalisches Erfolgsrezept mittlerweile ja auch nicht mehr. Immerhin haben sie schon über heimische Landesgrenzen hinweg überzeugen können: Das sieht zumindest die Jury des Joe Zawinul Preises 2012, der Bucharest International Jazz Competition 2013 und des Jimmy Woode European Jazz Award 2013 so, bei letzteren beiden konnten sie sogar den ersten Platz belegen.

Der interessante Charakter der Band flackert schon bei der ersten Single „Butterfly“ auf. Der vorsichtig aber bedacht angespielte Bass zu Beginn des Stückes erschafft recht trügerisch eine ernste und düstere musikalische Landschaft. Doch nicht lang hält die drückende Stimmung des Bassspiels an: Die unschuldigen Klänge des hineinwirkenden Vibraphons schüren zwar erst recht die Spannung, lassen jedoch das dunkle Ambiente des Gitarrensounds ins Positive kippen. Der Refrain lässt endlich ein Entladen der aufgebauten Spannung zu, dass sich fröhlich-kreativ in einem Feuerwerk der Klänge austobt. Eher romantisch, dafür aber nicht weniger mitreißend sticht der Titel „One“ hervor. Im Vergleich zum Opener „Butterly“ geht „One“ wesentlich ruhiger voran und lädt Hörer zum Träumen ein. Das Stück wirkt sehr bedächtig – es scheint, als ob auf weniger harte und wilde Kontraste gesetzt wurde. Jedoch schwebt „One“ von „FÜNF“ auf der gleichen qualitativen Höhe wie seine Vorgänger-Tracks und präsentiert die Band von ihrer sanfteren Seite. HI5 zeigen auf, wie breitgefächert ihr Repertoire an Spielmöglichkeiten ist: Von idyllischen Passagen bis hin zu wilden Improvisationen wird der Hörer auf „FÜNF“ auf alle Fälle fündig.

Chamäleon-Effekt

Das wahrhaft Schöne bei „FÜNF“ ist, dass die „Minimal Jazz Chamber Music“ von HI5 in jeder erdenklichen Situation ihren Platz finden könnte. Wie ein Chamäleon passt sie sich jeder Stimmung an. Jazz-Lokale als auch belebte Cafés könnten von dem Sound der vier profitieren, da es ihm an eleganter Verrücktheit nicht gerade mangelt. Man hört, spürt und erlebt die Energie des von jazzigen und elektronischen Elementen durchflossenen Albums. Sie reißt einen mit, lässt Füße rhythmisch-synchron auf und ab zappeln und man glaubt, einen Schuss von dieser Energie injiziert zu bekommen, die die vier Tiroler mit Leib und Seele in „FÜNF“ hineingesteckt haben.

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