Ene mene Mu und raus ist das Rammelhof Album
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3.9STERNE

Das dritte Studioalbum der Power Rock Band Rammelhof mit dem Namen „Ene Mene Mu“ ist am 30. März 2018 auf den Markt gekommen. Wir haben uns den Tonträger genauer angehört.

Rechtzeitig zur Tour mit J.B.O. durch Deutschland und Österreich wurde vorige Woche „Ene Mene Mu“, der dritte Studio-Longplayer von Rammelhof, released. Im Herbst konnte man schon einen Vorgeschmack auf das Album bekommen, in drei Wochen hintereinander Singleauskoppelungen mit dazugehörigen Videos veröffentlicht wurden. Nun liegt das Werk im CD-Player und ich bin gespannt, was den Skandalrockern aus Niederösterreich dieses Mal alles eingefallen ist.

Wer gedacht hat, Rammelhof beginnen mit einem einstimmendem Intro liegt falsch, der titelgebende Track „Ene Mene Mu“ ist der Auftakt, der sogleich den türkischen Präsidenten Erdogan und das Verhalten der EU-Politiker in einem Song auf die Schaufel nimmt. „Ene mene Mu und raus bist du aus der EU, raus bist du noch lange nicht…“ Also auch in diesem Album wird wieder mit harten Gitarrenriffs und Texten kräftig über die Mächtigen gelästert. Mit „Digital“ wird es dann generell sozialkritisch und der Konsumwahn anhand der Social Media-Plattformen kritisiert. Auch musikalisch unterstützen die schnellen Drummings den gefühlten Druck, bei jedem Schmäh der Digitalisierung dabei sein zu müssen.

Rammelhof: Mit dem Holzhammer gegen die Mächtigen

Im Anschluss geht es um Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Jong Un, und das ohne an leichten Seitenhieben auf Donald Trump zu sparen. Über die Aussage dieses Liedes kann man, wie bei vielen Nummern von Rammelhof, geteilter Meinung sein, der treibende Hardrock-Bandsound ist jedenfalls sehr ansprechend. Dann geht es mit „Sebastian“ wieder zurück in die Heimat. Stilistisch erinnert die Nummer durchaus an alte EAV-Songs. Mit „Little Finger“ schwelgen Rammelhof in den Abgründen ihrer Analfantasien, muss scheinbar auch mal sein. Mit „Gülle“ geht es im selben Farbton weiter. Zu diesem Song gab es schon letzten Sommer ein Video.

Anschließend ist Rammelhof alles „Wurscht“, so die Kernaussage des nächsten Songs. Es wird also wieder sozialkritisch, gab es aber von anderen Bands der letzten 40 Jahre auch schon zur Genüge. Auch hier wurde, wie auch zu den folgenden Songs, ein Video veröffentlicht. Mit dem Song „Frauenfeind“ bringt Rammelhof einen Beitrag zum heimischen Feminismus, eben auf Rammelhofs plakative Art. Dazu passend schließt mit „Susi“ ein Liebeskummerlied an. Auch dieses Lied ist schon länger auf Youtube zu sehen, um auch die visuelle Komponente nicht zu kurz kommen zu lassen. Da auch bei den Liveshows die Songs der Band szenisch umgesetzt werden, ist es durchaus ein Vorteil, schon von zuhause aus multimedial in die Welt von Rammelhof eintauchen zu können.

„Wenn du mi jemoi verlosst“ passt zu „Susi“ um hier die Selbstzweifel des anderen Geschlechts abzureagieren. „Kalaschnikow“ hört sich wie ein orientalisch angehauchter Werbejingle für das gleichnamige klassische Sturmgewehr an. Mit „Restfett“ bedienen Rammelhof auch ein klassisches Thema der österreichischen Musik, haben doch Alkbottle und die EAV schon einige Lieder zur „Katerproblematik“ abgeliefert. Immerhin überzeugt das Lied durch ein gelungenes Hard Rock-Riffing. Mit „Auslandsreise“ geht das Album „Ene Mene Mu“ seinem Ende entgegen. Das Thema „Flugangst“ wurde noch selten bearbeitet – in diesem Fall dafür sehr eingängig .

Fazit

„Ene Mene Mu“ ist eine Kompilation verschiedenster Themen in den Bereichen Sozialkritik und Satire. Es zieht sich kein erkenntlicher Faden durch das ganze Album, sondern es ist eine Aneinanderreihung verschiedener Ideen, die in gut produzierte Songs gegossen wurden. Spannend wird inwieweit die neuen Songs das bestehende Live-Programm Rammelhofs bereichern werden. Das kann man im Frühling und Sommer bei den Liveshows herausfinden.

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