Fairtrade Floyd - In Money We Trust
Sound
Instrumental
Songwriting
Texte
Abwechslung
4.4STERNE

Lange musste man auf die erste physische Veröffentlichung von Fairtrade Floyd warten. Nun ist es soweit.

Fairtrade Floyd sind Ende 2014 auf der Bildfläche erschienen und haben seitdem an einigen Projekten gearbeitet. Im April 2015 wurde die erste Single „In Money We Trust“ veröffentlicht und und ist auch der namengebende Track der EP. Gespielt auf einer selbst gebauten „Diddley Bow“, einer einseitigen Brettzither mit seperatem Resonanzkörper, schaffte es der Song in einige Online-Charts und auf die Classic Rock Magazin Compilation. Fairtrade Floyd produzieren rohen Rock mit Crossover-Einschlägen und haben nun ihre erste EP am Start.

Mit Traktoren voll auf die Zwölf

Fairtrade Floyd - In Money We Trust

Das Cover ist ein Blickfang. (c) VON LUX

Der schnelle Opener „Outbreak“ gibt die Gangrichtung vor und vereint alle Vorzüge, für die Fairtrade Floyd steht. Dynamische Drums, brummende und melodische Bassspuren, schneidende Gitarren, verrauchter Gesang mit gesellschaftskritischen Lyrics. „Ninety-Nine“ geht ruhiger zu Werke und zeigt deutlich, wie über die gesamte EP gekonnt mit Geschwindigkeits- und Spannungswechseln umgegangen wird. Bei „Engine 56“ wurde sogar der Sound eines alten Steyr-Traktor-Dieselmotors perfekt eingebaut. Der tuckernde Klang unterlegt den schnellen und tiefen instrumentalen Track, sodass man die Abgase förmlich riechen kann. Danach folgt mit „Three Saints Bay“ wieder ein kleiner Bruch. Akustisch, mit Cajon, Shakern, Glockenspiel und mehrspurigem Gesang kommt der Track eigentlich schon als Ballade daher, bis die EP mit „Great Panic“ wieder Fahrt aufnimmt und diese Linie bis zum Ende behalten soll. Hier wechseln sie in ein Stoner/Desert-Rock-Schema und dieses steht ihnen besonders gut. Fairtrade Floyd spielen mit Soundeffekten und noch härteren Gitarren, vor allem bei „Dunkirk“, welches ein Intro zum selbstbetitelten Song „Fairtrade Floyd“ darstellt. Als Abschluss gibt es auch eine Studio-Live-Aufnahme von „In Money We Trust“, welche noch einmal ordentlich reinfetzt.

Fazit

Fairtrade Floyd haben mit „In Money We Trust“ ein ausgesprochen vielschichtiges Werk abgeliefert. Sie vereinen Hillbilly-Charme mit ihren steirischen Wurzeln und produzieren einen fetten, eigenen Sound. Die instrumentale Leistung aller Musiker ist ziemlich hoch und ihre Ideen greifen insbesondere beim Songwriting sehr schön ineinander. Nicht zuletzt die rauchige Stimme verleiht der gesamten EP, die mit zehn Songs übrigens sehr üppig ausfällt, einen eigenen Charme.

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