„Feste Farben“: Das neue Album von Filou im Review
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4.1STERNE

In den nächsten Tagen werden Filou ihr drittes Album live vorstellen. music-news.at hat sich den Tonträger schon vorab angehört.

Auf die Alben „Show“ (2011) und „Vor und nach der Stille“ (2013) folgt nun, wieder bei Problembär Records erschienen, das dritte Album „Feste Farben“. Filou besteht derzeit aus Lukas Meschik (Gesang, Gitarre, Klavier, Synthesizer), Christoph Kornauth (Bass, Gesang), Kasper Dziurd¼ (Gitarre) und Robin Prischink (Schlagzeug). Das Album wird am 4. März erscheinen. Hier vorab unser Eindruck.

Filou: „Feste Farben“, das Album

Das Album beginnt mit „Mein Kopf“. Die Bassdrum treibt den Bass voran, die Gitarre kommt verzerrt und funkig dazu. Lukas Meschik erzählt im Sprechgesang von seinem Kopf. Die Lieder sind für moderne Indietracks alle verhältnismäßig kurz, nach 02:15 Minuten kommt schon die erste Singleauskoppelung „Sound“. Musikalisch ist auch dieser Song ähnlich aufgebaut, klare Drum’n’Bass-Grundlage, funkige Gitarre und Sprechgesang. Die Strophen sind textlich für einfache Gemüter wohl etwas verwirrend. Man sollte schon genauer hinhören. Als Hintergrundmusik sollte das Album wohl nicht gespielt werden, auch wenn die Musik dazu einzuladen scheint. Dafür sind die Botschaften der Refrains kurz und eingängig. Dies soll aber absolut nicht heißen, dass die Musik flach oder belanglos wäre, ganz im Gegenteil, sie lädt aber zum Träumen ein, so dass man vielleicht „Fuchsfänger“ hört, aber vom übrigen Text nicht mehr viel mitbekommt.

Mit „Wie die Welt“ geht es im Balladenstil weiter. Bei den Gitarrenarrangements haben sich die Jungs sicher viel gedacht, die Slides lullen aber wieder ein und man wähnt sich an einem Norddeutschen Strand im August. Durch das Bläsersolo ist „Wie die Welt“ auch der zweitlängste Song auf dem Album mit 04:10 Minuten. „Neujahr“ verabschiedet sich von den lieblichen Balladen zuvor und Filou legen hiermit ein Lied vor, das zum Jahresende passt, auch eher eine Rarität.

„Eine Zeit“ ist insofern spannend, dass sich schon mein erster Eindruck zu diesem Album nun endgültig bestätigt. Ein Einfluss der DDR-Rocker Puhdys schien mir von Anfang an klar. In Ostösterreich ist man mit dem Schreibstil der Ostdeutschen Songtexter nicht so vertraut und es ist sehr interessant, den Einfluss auf einem auf Südhochdeutsch gesungenen Album wieder zu entdecken. „Eine Zeit“ lehnt sich stark an „Wenn ein Mensch lebt“ an, ohne zu plagiieren, denn schon das Lied der Puhdys lehnt sich an den Song „Turn, Turn, Turn“ von Pete Seeger an.

Der Name von „Alles dreht sich“ ist auch musikalisch das Programm des Songs. Druckvolle Gitarrenparts mit interessanten Breaks durchziehen die Nummer. An diesen eher turbulenten Song schließt „Mama“ an. Es geht um Abschiede und „Mama“ ist ein sympathisches Lied, dass man allen vorspielen sollte, wenn man mal kurz das Weite suchen will. Mit „Jam Lazy“ werden wieder entspanntere Töne angeschlagen. Bezüglich des Textes, sollte man trotzdem nicht weghören.

„Heute“ wird dagegen medien- und sozialkritischer, bevor das Album mit „Vögel“ ausklingt. Wie bei den zuvor gehörten Tracks, auch hier textlich keine leichte Kost.

Fazit

Filou spannt musikalisch einen interessanten verträumten Bogen und kann so die Texte der einzelnen sehr kurz gehaltenen Tracks zwischen den wohligen Sphären aufblitzen lassen. Es ist ein Album bei dem die Singleauskoppelungen für sich allein stehen können, doch merkt man die dahinter stehende Intention, das Album auch als Gesamtwerk zu verkaufen. Endlich Songwriter, die musikalisch und inhaltlich was zu sagen haben.
Playlist

Tracklist öffnen

1. Mein Kopf 02:15
2. Sound 03:33
3. Fuchsfänger 03:38
4. Wie die Welt 04:10
5. Neujahr 02:23
6. Eine Zeit 01:52
7. Alles dreht sich 02:07
8. Mama 03:12
9. Jam Lazy 02:53
10. Heute 03:11
11. Vögel 04:20

Termine

Die Band wird am 25. Februar im B72 am Wiener Gürtel das neue Programm erstmals live performen.

20:00 Doors
21:30 Grant
22:30 Filou

Vorverkauf : 8€

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