Musik an – Welt aus!

Letzte Woche erschien das neue Album von Afrojack. Trefflich wurde der Turntable-taugliche Tonträger „Forget the World“ getauft.

Ihr werdet euch doch sicher alle an den Spruch „Kopfhörer rein, Musik an, Welt aus!“ erinnern. Doch als ich letzte Woche diese 16 wunderbaren Tracks bei meinem Besuch in Berlin durchhören durfte, so muss ich dem Spruch vielleicht noch etwas mehr Pfeffer verleihen.

Anmerkung: Ich weiß ja nicht wie es euch so geht mit dem Musik-hören, aber bei mir sieht das dann immer so aus, dass ich mit meinen Kopfhörern am Ohr (warum „am Ohr“ -> weil Overear^^) durch die Straßen gehe, mit dem Rad fahre etc. und die Welt rundherum wie ein Film abläuft und ich mir die besten Szenen rauspicke. Deswegen gilt für mich wohl eher „Kopfhörer rein, Musik an, Film ab!“

Was hat uns „Forget the World“ nun zu bieten?

Hat man erstmal das digitale Abspielgerät eingeschaltet und die Lautstärke richtig adjustiert, so wird man mit einem Gute-Laune-Song à la carte in die Welt oder auch Nicht-Welt von Afrojack eingeführt. „Ten Feet Tall“ wurde bereits schon vorab ausgekoppelt und ist eine Hommage an die Präpotenz der Jugend, in der man denkt, man könnte die Welt zerreißen, sie täglich auf den Kopf stellen und natürlich – wie schon oft erwähnt – den „sky“ betouchen. Weiter in der Reihenfolge wird die Nummer von „Illuminate“, einem etwas chilligeren EDM-Mix, abgelöst, der zusammen mit dem Künstler Matthew Koma produziert wurde. Weitere Einflüsse aus der EDM-Schiene sind in „Too Late“ und „We’ll be ok“ zu finden.

Ganz nebenbei: Wie viele andere Künstler heutzutage, darunter Skrillex, David Guetta und auch einige aus der Rock- und Metal-Szene, nutzt Afrojack die breite Spanne an Kooperationspartnern. So lassen sich fast in jedem Tracktitel Namen wie Sting, Snoop Dogg, Wiz Khalifa, 30 Seconds to Mars, Chris Brown etc. finden. Nicht nur, dass diese Zusammenarbeiten das Spektrum der jeweiligen HörerInnen erweitert – denn man könnte vielleicht doch mal Electronica hören, nein, es steigert natürlich auch noch den Gewinn.

Weiter im Text…
„Born to run“ erzählt entweder eine Liebesgeschichte oder über das zwiespältige Verhältnis einer Person zu ihrem Spiegelbild, in dem sie jemand ist, die sie ja eigentlich nie sein wollte. Aber: Hauptsache davonlaufen! Abgesehen vom Text verfügt „Born to run“ über einen mitreißenden Sound und gut gesetzte musikalische Pointen. Das Klavier, das den Track einleitet, verleiht zusätzliche Theatralik.
Den puren Klang der Lebensfreude versprüht vor allem die Nummer „The Spark“. Sie bittet darum das Leben als Bühne zu nutzen und doch endlich zu zeigen wer man ist.

„Time to time you stay upside down
Show these people what you really mean“

Mit Snoop Dogg im Boot gelingt Afrojack eine sehr basslastige, Booty-Shake-Nummer die natürlich von klassichen Shizzle-Dizzle-Worten wie Homies, Gangsta, Bitches, Nigger und Blunt geschmückt ist. Das gute Stück nennt sich „Dynamite“ und lässt den Woofer jeder Anlage durch die Wohnung tanzen.

Die Tunes von „Can’t catch tomorrow“, „Keep our love alive“ und „Do or die“ – zuletzt genanntes ist eine Zusammenarbeit mit 30 Seconds to Mars – zählen eher zu den Kommerz-Nummern (im Sinne von einfach gehalten und deswegen einer breiteren Masse zugänglich).
Ein Track der zur Zeit mindestens einmal in jedem Club-Set auftauchen sollte ist „Faded“, wahrscheinlich auch deswegen, weil er mich an eine Variation von Swedish House Mafias „Greyhound“ erinnert und der Song auch relativ gut gegangen ist.

„You can’t change who you really are,
you can get a big house and a faster car
you can run away, boy, but you won’t go far“

Die größte Überraschung des Longplayers birgt jedoch die schließlich und endlich letzte Nummer namens „Sovereign Light Café“, die im Original von Keane stammt und von Afrojack geremixt wurde. In Belgien erreichte die Originalversion 2012 immerhin Platz 2 der Charts. Nun wurde sie tatkräftig wiederbelebt und für das Publikum der „anderen Art“ bereitgestellt.

Und nun, genug geschwafelt!
In diesem Sinne: Unbedingt reinhören und vor allem WEITERMACHEN!

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