Forging the Storm präsentieren Desolation
Instrumentals
Vocals
Aufnahmequalität
Abwechslung
2.8STERNE

Mit Forging the Storm ist eine neue deutsche Metalband am Start, die nach ihrer Gründung 2014 ihr erstes Album auf den Markt bringen. Wir haben reingehört.

Manchmal hört man sich eine Band an und hat ein genaues Bild vor dem inneren Auge, wie die Mitglieder der selben wohl aussehen. Und Überraschung, man hat auch recht damit. Dann gibt es aber noch diese Fälle, in denen man sich wirklich bitter täuscht und das Aussehen von Musikern so ganz und gar nicht zu der Musik passt, die sie da erschaffen. Nicht dass das Aussehen wichtig wäre, es zeigt nur wieder: Man sollte ein Buch nicht nach seinem Umschlag beurteilen. Genau so ein Fall sind Forging the Storm aus Hessen. Hört man in ihr Erstlingswerk „Desolation“ rein und sieht dann die Gesichter der Musiker, die dieses Stück harter Musik geschaffen haben, ist man etwas perplex. Warum? Weil man die Jungs auch problemlos seinen erzkonservativen Eltern als neuen Lebensabschnittspartner vorstellen könnte, ohne danach enterbt und verstoßen zu werden. Also nochmal, auch für die Zukunft und zum Mitschreiben: Das Äußere ist wirklich sowas von „blunsn“, wenden wir uns lieber der Musik zu.

Stürmischer Einstieg

Die ist nämlich für ein Debütalbum schon recht beachtlich. Forging the Storm haben sich 2014 gegründet und bestehen aus dem Sänger Oliver Thiel, Christian Stab und Lukas Klotz an den Gitarren, Darin “Eddie” Smith am Bass und Ben Kreh hinter den Drums. „Desolation“ ist samt Outro elf Tracks stark und wurde vom Gitarristen der Band, Christian Stab, produziert. Den Musikstil von Forging the Storm bezeichnen die fünf selbst als Brutal Melodic Metal. Eine Bezeichnung, die man durchaus so stehen lassen kann.
Auch das Albumartwork muss an dieser Stelle lobend erwähnt werden, ist es doch eine enorme optische Aufwertung. Das kleine Kunstwerk stammt von Rain Song Design. Ein britisches Designstudio, das auch schon für Metalgötter wie Kataklysm, Exodus oder Origin Artworks erstellt hat.

Passend zum Bandnamen beginnt gleich die erste Nummer „Landfall“ mit einer Unwetterwarnung und die Jungs steigen danach gleich in die Vollen. Das Level wird auch über das ganze Album weg gehalten – einziges Problem dabei: mit der Zeit wird das Album etwas eintönig.
Selten blitzen auch kurz Klargesänge wie in „Indifference“ durch, die sich jedoch schnell wieder verabschieden und in gutturalen Gesang oder Shoutings um schwingen.

Die beiden Albumauskopplungen „Dead Hand Reign“ und „Silence the Skeptics“ lockern das Album ein klein wenig auf. „Dead Hand Reign“ lässt gegen Ende hin durch einen kurzen gesprochenen Part etwas aufhorchen, während „Silence the Skeptics“ mit einem Shouting-Part in der Mitte des Songs und einem mitreißenden Gitarrensolo gegen Ende hin etwas aus dem gewohnten Schema fällt.

Das Album wird schließlich beendet durch das Outro „Ashes“ beendet, einem rein auf dem Klavier eingespieltem Stück, das stark im Kontrast zum Rest von „Desolation“ steht, da ansonsten keinerlei „ausgefallenen“ Instrumente zum Einsatz kommen.

Hin und wieder hat „Desolation“ noch ein paar Macken. So sind die Vocals zwar nicht schlecht, doch ist bei den Growlings noch Luft nach oben, klingen sie doch Stellenweise gepresst und angestrengt. Ein Punkt, der sich durch alle Nummern durchzieht. Nach ein bisschen Feintuning an der Technik sollte diese Manko in der Zukunft jedoch kein Thema mehr sein. Die Instrumentals sind dafür eine runde Sache, bei denen gibt es gar nichts zu meckern. Die Gitarrenriffs sind kraftvoll und sauber, alles schön miteinander abgestimmt und zu einem stimmigen Ganzen verpackt.
Alles in allem ist das Album zwar durchgehend kompakt, doch bietet es dem Hörer auch wenig Abwechslung. Die einzelnen Nummern fließen fast nahtlos ineinander, die klaren Höhepunkte fehlen beim Durchhören.

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