Franky Fitz' Psycho Kidz - ein Debüt
Abwechslung
Kreativität
Thematik
Songwriting
4.7Sterne

Seit Kurzem ist das Debütalbum von Franky Fitz‘ Psycho Kidz erhältlich.

Die fünf Steirer haben sich nicht nur dem guten alten Rock verschrieben, sondern kombinieren diesen auch mit härteren Hardrockklängen und Psychedelic-Melodien. In ihrem gleichnamigen Debütalbum werden Themen bunt durchgemischt und bedienen alle möglichen Lebenssituationen.

Eigentlich hat, wie so oft, alles mit einer Schulband angefangen. Wolfgang Jancar und Robert Sponner machen schon seit ihrer Jugend zusammen Musik und gründeten die Band „fade out“. Etwas später wurde mit anderen Musikern „Lester’s Pants“ gebildet und erstmals wurden auch eigene Songs geschrieben. Nachdem Bass, Gitarre und Schlagzeug umbesetzt wurden, fand sich im Herbst 2011 die heutige Konstellation zusammen. Mit dem Neuanfang musste auch ein neuer Bandname her und man lehnte sich an American Beauty an. Der Traumtütendeuter/Klapsmühlenpatient und Drogendealer „Ricky Fitz“, seines Zeichens „Mr. Col. Frank Fitz“ Sohn, schien dafür perfekt geeignet zu sein und so wurde Franky Fitz‘ Psycho Kidz ins Leben gerufen.
Als Inspiration gilt die Rockmusik der späten 1960er bis in die 80er und auch Bands wie Black Sabbath, Deep Purple und The Doors, aber auch Jimi Hendrix beeinflussen ihren Sound. Als oberste Priorität gilt, dass ihre Songs immer abwechslungsreich, melodisch und eigenständig sein sollen. Eigenständig sind sie auch, was ihre Demos angeht. Seit 2012 haben sie unter Eigenregie ihre ersten Demos aufgenommen. Ihre Texte erzählen Geschichten ihres Lebens und der Erfahrung, die sie gewinnen. Sie schreiben über Dinge, die sie erlebt und die sie bewegt haben. „Wir spielen gefühlsbetont und nutzen unsere Lieder um Privates zu verarbeiten. Ist man gerade glücklich, wird der Sound hell und das Songwriting geht flott von der Hand. Hat man gerade Stress im Alltag oder ist man traurig, so wird der Song auch dementsprechend launisch bis brachial“, verraten uns die fünf gebürtigen Leibnitzer im Interview. Sie bezeichnen sich selbst weder als politische noch als aufklärerische Band, sondern erzählen einfach mit viel Ehrlichkeit von sich selbst.

Das Debütalbum in voller Länge

In ihrem Debütalbum steckt jede Menge Herzblut und dementsprechend stolz sind FFPK auch darauf. „Jeder Song und jeder Text lässt sich auf Erlebtes zurückführen und jedes Mal, wenn wir live auftreten oder proben, spüren wir wieder, was wir ausdrücken wollten, als der Song entstanden ist.“
Der erste der acht Songs der Platte nennt sich „Don’t Play Games“ und die Grazer legen mit dieser rockigen Nummer gleich einmal richtig los. Durch das Keyboard und die schnellen Gitarrenriffs wirkt der Sound besonders „groovig“. Inhaltlich geht es hier um die Scheinheiligkeit, die aufgedeckt wird.
Mit „Living in a Lie“ geht es nicht weniger rockig weiter. Wolfgang überzeugt hier besonders mit kräftiger Stimme und die Emotionen werden spürbar, denn immerhin handelt es sich hier um eine ichbezogene Person, die sich einbildet, etwas Besseres zu sein. Nach Aussagen der Band braucht jedes Album die sogenannte „Fohrer-Nummer“. Das wäre dann Living in a Lie.

Cover Franky Fitz' Psycho Kids (c)FFPK

Cover Franky Fitz‘ Psycho Kids (c)FFPK

If you Dare“ ist der längste Song des Debütalbums und ist im Vergleich zu den vorigen Nummern etwas ruhiger. Es wird abwechslungsreich und viele unterschiedliche Passagen sind zu hören, in denen das Keyboard einmal mehr und einmal weniger zum Einsatz kommt. Mit eindringlichen Melodien wird man dazu aufgefordert, sich selbst zu verwirklichen und nicht an seinen Überzeugungen zu zweifeln.
Die ersten Töne von „This Message“ lassen zuerst nicht erahnen, dass auch dieser Song wieder etwas langsamer wird. Zu Beginn wird nämlich kräftig in die Saiten gehaut, bevor es mit ruhiger Stimme „gemächlicher“ weitergeht. Robert beschreibt uns den Song in nur wenigen Worten: „Ein melodischer, stimmungsvoller Herzschmerz-es wird-besser-nach-der-Trennung!-Song.“
In Your Face“, das hat sich wohl jeder schon einmal gedacht und die Jungs treffen damit voll ins Schwarze. In diesem Psychedelic-Song wird eine schwierige Lebenssituation verarbeitet, doch mit der richtigen Einstellung können auch diese Probleme überwunden werden. Auch hier werden die Emotionen wieder spürbar.
Bei „Grasshopper“ handelt es sich nicht um einen Grashüpfer, der fröhlich von Halm zu Halm springt. Vielmehr ist es ein düsterer Song mit prägnantem Riff. Es geht um eine Figur, die es in ihrem Leben alles andere als leicht hat. Sie kann sich weder durchsetzen, noch gehört sie irgendwo dazu, doch sie will sich mit dieser Situation nicht abfinden. Sie versucht aus dieser Misere auszubrechen und diese zu ihrem Vorteil zu nutzen.

„Ein Liebeslied, mit klassischer ‚I want to forget you‘ Hintergrundgeschichte.“

Dissipation“ ist die Ballade des Albums. „Ein Liebeslied, mit klassischer ‚I want to forget you‘ Hintergrundgeschichte.“ Schon die akustische Gitarre zu Beginn verrät, dass es zum klassischen Lovesong nicht mehr weit ist. Sehr emotional wird besungen, dass man die Person einfach nur aus den Gedanken verbannen möchte.
Eine Prise Funk darf zum Schluss auch nicht fehlen. „No Excuses“ ist der letzte Song der Platte. Mit schnellerem Tempo werden Verrat, Betrug und Enttäuschung zum Thema gemacht. „Die finale Aussage ist, dass es niemand nötig hat, derartige Missstände zu akzeptieren“ und auch gesanglich legt sich Wolfgang noch einmal richtig ins Zeug.

Fazit

Egal ob es sich um eine rockige, schnelle Nummer handelt, oder ob es doch eine ruhige Ballade ist, FFPK schaffen es, das passende Feeling zu versprühen. Jeder Song ist emotional aufgeladen und man kann sich gut vorstellen, welche Lebenssituation gerade beschrieben wird. Mit gutem alten klassischen Rock schaffen es die Steirer, mal wieder etwas anderes zu bieten. Viele Bands verwenden sehr viele unterschiedliche Elemente, dass man sich akustisch vor lauter Vielfalt nur mehr schwer zurechtfindet. Bei FFPK bleibt es überschaubar und man hat die Möglichkeit, sich auf das Wesentliche im Text zu konzentrieren und die psychedelischen Melodien auf sich wirken zu lassen.
In nächster Zeit ist ein Video zum Song „Grasshopper“ geplant, der genaue Zeitpunkt steht allerdings noch nicht fest. So viel sei aber verraten: eine kleine Tour durch Österreich ist geplant und am 11. März 2016 sind FFPK im Club Wakuum in Graz zu sehen.

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