Georg Neureiter findet seine Joygrounds
Musikalische Performance
Aufnahmequalität
Stimmung
Lyrics
3.8Sterne

Georg Neureiter präsentiert mit „Joygrounds“ sein drittes Album. Der Singer/Songwriter überzeugt mit Gitarre und Gesang.

Der Grazer Singer/Songwriter Georg Neureiter hat sein neues Album „Joygrounds“ zwar nicht als Weihnachtsalbum konzipiert, jedoch passt es nahezu perfekt in die vorweihnachtliche Stimmung. Das mag einerseits natürlich an dieser Zeit liegen – dass man eben gerade gerne alles in dieses Heile-Welt-Geschenkspapier verpacken möchte –, andererseits aber auch an den Songs des Albums selbst. Elf Nummern, einige davon reine Instrumentals, zeigen den Gitarristen, Percussionisten und Sänger Georg Neureiter von seiner besten Seite: professionell, stimmungsvoll, und eben auch besinnlich.

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„Joygrounds“ Cover (c) Georg Neureiter

Auf der Suche nach den persönlichen Joygrounds

Bereits im Februar dieses Jahres begann Neureiter mit den Aufnahmen ausgewählter Kompositionen und Songs, die sich in den vergangenen drei Jahren angehäuft hatten. Gemeinsam mit Christoph Ritz nahm der leidenschaftliche Musiker im Studio von Takeaway Sound auf. „Dabei kamen recht spannende Ideen zustande. Wir hatten zum Beispiel ein Staubsaugerrohr, durch das ich sang“, erinnert sich Neureiter zurück. Alles wurde neu aufgenommen und neue Sounds wurden kreiert. So ersetzen beispielsweise die Wände der Gesangskabine kurzerhand eine Bass Drum. Anschließend wurde das Album im Studio von Pauler Acoustics gemastert.

Anfang Oktober wurde Neureiter für die harte Arbeit mit der fixfertigen Scheibe belohnt. Im Unterschied zu seinen bisherigen Werken, „Foggy Train“ und „Deepest Blue“, enthält „Joygrounds“ nicht nur instrumentale Nummern, sondern wird vorwiegend von Songs mit Gesang beherrscht. Die elf Nummern, die es auf die CD geschafft haben, sind Neureiter von seinen Kompositionen persönlich am wichtigsten und funktionieren live gut. Inhaltlich geht es vor allem darum, seine Träume zu verwirklichen und nichts auf später aufzuschieben: „Es geht darum, sich seine persönlichen Joygrounds zu suchen und nie auf das Kind in sich zu vergessen“, beschreibt er.

Grundstimmung: Beschwingt und besinnlich

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Georg Neureiter (c) Franz Kelz

Den Anfang macht „Rushing By“, eine vielleicht nicht ganz so glücklich gewählte Nummer für den Start ins Album. Der Song kann nicht wirklich als Repräsentant des ganzen Werkes eingeordnet werden, zumal er stellenweise etwas unkoordiniert und amateurhaft rüberkommt – ganz und gar nicht das, was den Zuhörer im Laufe des restlichen Albums erwartet. Viele unterschiedliche Rhythmen und Riffs treffen aufeinander, die sich nicht auf eine Richtung einigen zu können scheinen. Wer diese Nummer aber gut übersteht, wird an den restlichen zehn Songs große Freude haben.

Schon das zweite Lied, „Dreamer“, ist klarer und abgestimmter als der Album-Opener. Neureiters schöne, klare Stimme kombiniert mit einigen Jazz-Elementen und einem Rap-Part in der Bridge rundet den Song perfekt ab. Rap steht dem Künstler außergewöhnlich gut zu Gesicht, er zeigt aber auch in allen anderen Facetten, was er kann. Gemeinsam mit „Child“ und „Soul Train“ lädt diese Nummer wohl am meisten zum Mitsingen und -wippen ein, während beispielsweise „Feathered Companion“ und „The Best Crew“ einen Gang zurückschalten und zum Nachdenken anregen.

Neben Songs mit Gesang stellt Neureiter auch seine Gitarrenkünste zur Schau: Vier instrumentale Nummern hat der Grazer zu bieten, die live bestimmt so manchen zum Staunen bringen werden. Als Solokünstler hat Neureiter auch Bass, Drums und Percussions selbst eingespielt, nur bei „Soul Train“ hat Matthias Ronck am Bass nachgeholfen. Dieser Song ist übrigens ein weiteres Highlight auf dem Album und passt perfekt zum Gospel-anmutenden Titel „Joygrounds“. Neureiter lässt den Soulsänger in sich frei und zeigt erneut, was er gesanglich drauf hat.

Fazit

Im Großen und Ganzen hat Neureiter ein abgerundetes und in sich geschlossenes Werk aufgenommen – wenn man mit einem zwinkernden Auge von der ersten Nummer absieht, die natürlich auch reine Geschmackssache ist. Seine ruhigen Zeilen sowie beschwingten Gitarrenrhythmen und ausgefeilten Gesangspassagen passen nahezu perfekt in die momentane Übergangszeit vom schillernden und trüben Herbst in kalte und schneeweiße Wintertage. Da heißt es nur: Ab zum Kamin, Feuer anmachen, heißen Punsch schnappen und Georg Neureiter auflegen.

Trackliste öffnen

01 Rushing By
02 Dreamer
03 Feathered Companion
04 Morning Light
05 Child
06 Backbounce
07 Pina
08 Joygrounds
09 Soul Train
10 The Best Crew
11 Smiles

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