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Ghost and Benefits im Rohformat
Lyrics
Musikalische Performance
Produktion
Einheit
2.4Sterne

„Ghost and Benefits“ ist die erste EP der auf den selben Namen hörenden Band aus Wien. Damit präsentieren sie uns drei Songs, die einer Karussellfahrt ähneln.

Die selbstbetitelte EP der jungen Alternative Rock Band Ghost and Benefits ist das Erstlingswerk der Formation. Mit drei Songs wollen sich Ghost and Benefits vorstellen und ihren Sound unters Volk bringen. Entstanden ist das Werk in kompletter Eigenregie – von der ersten Songidee übers Abmischen bis hin zum Mastering legte die Gruppe selbst Hand an. Herausgekommen ist eine Scheibe mit knapp 13 Minuten Spielzeit, die die Band mit Sicherheit authentisch darstellt, aber auch noch um einiges ausbaufähig wäre.

Eine Demo-CD

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Cover (c) Ghost and Benefits

Insgesamt präsentiert sich die EP „Ghost and Benefits“ eher als Demo-CD denn als EP. Sie vermittelt eine ungefähre Vorstellung davon, wie die Band klingen kann, wohin die Richtung führt und mit welchen Instrumenten die Mitglieder wie hantieren. Wie Bassistin Amina Beganovic erklärt, wollte die Band anfangs auch nur ein paar Nummern als Demo aufnehmen, um Clubs und andere Bands auf Anfrage damit versorgen zu können. Auf der Demo-Scheibe sollte die harmonische Zusammenarbeit der Bandmitglieder, die in der derzeitigen Besetzung seit rund einem Jahr gemeinsam Musik machen, präsentiert werden. „Aber dann hat uns der Ehrgeiz gepackt und wir wollten schließlich, dass daraus mehr entsteht“, beschreibt Amina, weshalb sich die drei Nummern nun doch auf einer EP wiedergefunden haben.

Tatsache ist allerdings, dass „EP“ wohl nur ein anderer Name für „Demo-CD“ ist, denn auch wenn Ghost and Benefits ein hübsches Päckchen geschnürt haben, kommt ihr Sound auf dem Werk eher in Kinderschuhen daher. Vor allem der erste Song, „Life Is A Mess“, wirkt chaotisch und unkontrolliert. Auch wenn der Refrain dieses Songs mit einer eingängigen Melodie aufwarten kann, hängen die Übergänge von den Strophen zum Pre-Chorus etwas in der Luft, Mix und Lyrics sind nicht immer optimal und man hat das Gefühl, als fehle irgendetwas. „Gravity“ und „Innocent“ wirken um einiges ausgereifter, wenn auch diese beiden stellenweise nicht ganz geschlossen daher kommen.

Auf und Ab

Auch wenn Ghost and Benefits an einigen Aspekten noch zu arbeiten haben, beleuchtet die EP auch ihre Stärken. Da wäre zum Beispiel die markante und starke Stimme der Sängerin Lena Culetto, die ein Vorbild wohl in Lizzy Hale von Halestorm gefunden hat. Außerdem reichern Ghost and Benefits ihren Klang neben dem klassischen Rockband-Gerüst aus Gitarre, Bass und Schlagzeug zusätzlich mit einer Violine an, die vor allem dem Song „Gravity“ eine eigene Signatur verpasst. Weiters können sich die Refrains der jungen Formation durchaus hören lassen – auch, wenn die Überleitung zu jenen noch ungeschliffen erscheint. Sie gehen ins Ohr und weisen die Richtung der Band: purer, grungiger Alternative Rock.

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Ghost and Benefits (c) Bernhard Jank

Die erste EP ist natürlich immer ein Versuchskaninchen, auch, was Mix und Mastering angeht. Diese beiden Aufgaben oblagen dem zweiten Gitarristen und Violinisten Andreas Fuchs. Nach nur zwei Tagen im Studio durfte sich jener an den Feinschliff machen. „Wir wollten den Sound, den wir beim Live-Spielen erleben, auf unserer EP haben, auf der anderen Seite den vollen Klang eines modernen Studio-Rockalbums nicht vermissen“, erklärt Andreas seine Herangehensweise. Das hat zur Folge, dass bei einigen Passagen zu viel geschraubt wurde, bei anderen wieder etwas zu wenig. „Gravity“ schneidet dabei am besten ab und darf sowohl Songwriting-technisch als auch aus der Perspektive der Technik zum Highlight am Album gekürt werden.

Fazit

„Ghost and Benefits“ ist wie eine Karussellfahrt – mal geht es runter, mal geht es rauf. Die höchsten Punkte zeigen das, was in den fünf Mitgliedern der Band steckt und machen Lust auf mehr. Daneben kursieren aber auch noch einige überholungsbedürftige Stellen, die die EP zu einer ungeschliffenen Demo-CD werden lassen und die volle Entfaltung des Ghost and Benefits-Sounds verhindern. Wir dürfen auf jeden Fall auf eine weitere Entwicklung hoffen, denn an Motivation und Ideen für neue Songs mangelt es den fünf Köpfen in nächster Zeit sicherlich noch nicht.

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