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Gina Says No Album im Review
Songwriting
Technik
Sound
Texte
4.1STERNE

Endlich ist es so weit. Die Mannen von Gina Says No haben am 2. September 2016 ihr Debütalbum „Receiving Signals“ auf den Markt gebracht. Hier das Produkt der Grenzgänger zwischen klassischen Rockriffs und gefühlvollem Songwriting im Review.

Eigentlich erfüllt sich Bandleader und Gitarrist Markus Stefan einen Kindheitstraum. Seit Jahren spielt er in verschiedensten Rockbands und schreibt Songs, aber eines ist ihm bisher verwehrt worden: Ein Tonträger, auf dem nur seine Songs verewigt sind. Nun ist dieser Traum wahr geworden, das Album „Receiving Signals“ ist seit 2. September auf allen gängigen Plattformen erhältlich.

Für einen Songwriter, der sich dem Rock verschrieben hat, ist es gar nicht so simpel, einen Tonräger aufzunehmen. Man kann nicht einfach in ein Tonstudio gehen, seine Songideen in ein Mikro trällern, das Studio legt ein paar Synthie-Sounds darunter und die CD ist fertig. Als Rocker muss man noch den mühsameren Weg wählen, um mit dem Ergebnis auch zufrieden sein zu können: So wurde 2015 die Band Gina Says No gegründet. Die Songs waren ja schnell geschrieben, aber die Besetzung der Band harmonierte noch nicht so gut. Während die Aufnahmen zu „Receiving Signals“ schon in vollem Gange waren, wurde noch rasch umgruppiert, bis die Band in der heutigen Besetzung das Licht der Welt erblickte.

Für den Releasetag wurde auch noch ein Video für die Single „Getting Sober“ produziert. Bandfotos mussten geschossen werden, die Grafik für das Album musste erarbeitet werden, damit in der multimedialen Welt von heute der Fan auch mit den Gesichtern der Bandmitglieder vertraut gemacht werden kann. Mit einer CD allein ist es ja nicht getan. Diese Vorbereitungen verlangten viel von allen Bandmitgliedern ab, die nun für kommende Live-Gigs in den Startlöchern stehen. Gina Says No besteht nun aus: Markus Stefan (Vocals, Guitar), Gabriel Denk (Guitar), Georg Wallentin (Bass) und Robert Winkler (Drums).

Gina sagt nein, aber so streng muss man auch nicht sein.

Das Album startet kräftig, rockig mit „Midas Touch“. Gina Says No steckt damit schon den Rahmen dieses Albums ab. Klassische Rockriffs mit englischen Texten, Gina macht keine Abstecher in Punk oder Metalgefielde. Maximal etwas Blues ist dabei. Mit der melodischen Bridge wird der aufgebaute Druck gekonnt herausgenommen, um zum Finale des Songs wieder da zu sein. Es schließt sich die ausgekoppelte Single „Getting Sober“ an. Die Nummer ist ein klassischer Rocksong, mit dem Bon Jovi in den späten Neunziger Jahren einen Hit gelandet hätte. Ob Gina Says No damit in Österreich auch Erfolg beschieden sein wird, muss sich noch zeigen. Im Anschluss wird die Hoffnung auf „The Good Life“ besungen. Dies ist auch einer der druckvolleren Songs des Albums.

Mit „Today“ wird es erstmals etwas gemütlicher und bluesig, ohne den Rockcharakter aufzugeben. Auch das kurze Gitarrensolo von Markus ist hier sehr schön in Szene gesetzt. Es geht weiter mit „Don’t Leave Me Breathless“. Die Nummer beginnt, wie durchaus zu erwarten war, wieder mit einem klaren Gitarrenriff. Wir sind also wieder in der Rockschiene, diesmal kommt auch der Bass schön raus. „Still in Flames“ beginnt mit einem Piano-Intro, um wieder in eine ruhige Rockstrophe zu münden, die sehr gekonnt in einem Refrain aufgeht. „On The Mend“ kommt wieder etwas druckvoller und Riff-lastiger daher. Es wird nochmal die schnellere Gangart angeschlagen. Sind Gina Says No auf dem Weg zur Besserung und lassen gemütliche Balladen hinter sich, um sich den härteren Nummern zuzuwenden? Nicht, wenn es nach dem folgenden Song „The Truth“ geht, hier wird wieder tief in die Gefühlskiste gegriffen.

Auch im folgenden Song „Save Your Breath“ wird das Motiv der subjektiven Wahrheit in Beziehungen vom vorhergehenden Lied weiter gesponnen, diesmal von stärkeren Gitarreriffs begleitet. Das Album schließt mit „Losing Belief“ fast schon schüchtern. Die Gitarre verhallt im Nirgendwo, eigentlich ein unbefriedigendes Ende, es spannt aber einen Bogen über das ganze Album, das damit noch nicht als Konzeptalbum durchgeht, aber sich somit als geschlossene Einheit präsentiert.

Fazit

„Receiving Signals“ ist für ein Debütalbum eine sehr ausgereifte Arbeit. Die Band weiß genau, was sie macht und wo sie hin will. Technisch ist der Tonträger sehr gut produziert. Durch das hohe musikalische Niveau gehen die Ecken und Kanten, sowohl textlich, aber besonders musikalisch ab. Für Gina Says No ist diese CD einmal eine Standortbestimmung. Hinter den Kulissen wird schon am zweiten Album gearbeitet, da während der Produktionszeit von „Receiving Signals“ schon wieder so viele Songideen entstanden sind, die auf ihre Veröffentlichung warten. Auch darf man auf die Live-Shows der Jungs gespannt sein. Erwerben kann man das Album übrigens hier.

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