Das Debütalbum „Overdrive“ der deutschen Konstellation Running Death entpuppt sich als gitarrenlastiges Klangerlebnis des Old School Thrash Metals.

Nach den beiden EPs „Raging Nightmare“ und „Call of Extinction“ veröffentlichen Running Death aus Deutschland fünf Jahre nach ihrer Entstehung endlich ihr erstes Album namens „Overdrive“. Darauf präsentieren die vier Jungs feinste Gitarrensoli, treibende Drums und eine Stimme mit Wiedererkennungswert. Für Fans von Metallica, Megadeath, Intruder und Co. ist diese Scheibe mit Sicherheit eine lohnende Investition.

Old School Thrash Metal

Auf „Overdrive“ zieht es Running Death zurück zu den Wurzeln des Thrash Metals.

Dass Metal nicht gleich Metal ist, ist ja mittlerweile allseits bekannt. Jedoch ist der Thrash Metal, dem sich Running Death zuordnen, eine so vielseitige Richtung, dass auch hier vorsichtig eine Trennung vorgenommen werden sollte. Wer sich von den Jungs brutale Härte und derbe Screams à la Arch Enemy erwartet, der sollte lieber auch die Anfänge des Thrash Metals im Hinterkopf behalten, denn unter anderem diese Basics zelebrieren Running Death mit „Overdrive“. Harte Gitarrenriffs, griffige Melodien und eine groovende, treibende Rhythmusgruppe finden sich in beinahe jedem Track des zwölf Nummern schweren Albums wieder. Wenn auch manche Passagen eher an Rock als an Metal erinnern, so bestärkt dies nur den individuellen Sound der Konstellation.

Ein großes Ganzes

Auch wenn ein Song dem anderen doch sehr ähnelt, hat jeder Track seine ganz eigene Note. Über die Anordnung der Nummern am Album lässt sich jedoch streiten. Vermisst man am Anfang etwas die Abwechslung, wird man ab der Mitte des Albums von unterschiedlichen Rhythmen und Kombinationen überrascht. So geht es bei „Deludium“, einem Duett zweier Akustikgitarren, plötzlich sehr ruhig zu, während die darauffolgenden Songs mit frischer Stimmung aufzuwarten wissen. Unter diesen späteren Nummern findet sich auch das Titellied „Overdrive“, welches sogleich der Lieblingssong von Schlagzeuger Jakob Weikmann ist: „Overdrive bringt alle Trademarks, die Running Death ausmachen und über die Jahre geformt haben, am besten zur Geltung.“ Was allerdings der beste Song am Album ist, darüber sind sie sich nicht ganz einig. So sind „Pray for Death“ und „Mercenary“ ebenfalls zwei große Favoriten der Jungs aus Kaufbeuren.

Kratzige Töne und robuster Sound

Eine der wichtigsten Komponenten, die Running Death zu dem machen, was sie sind, ist mit Sicherheit die Stimme des Sängers und Gitarristen Simon Bihlmayer. Während man neben harten Screams auch Clear Gesang vergebens sucht, gestaltet Simon mit seiner rauen Stimme und seiner gesanglich zurückhaltenden Art jede Nummer interessant und faszinierend. Jedoch klingt der Gesang am Album manchmal wenig präsent und wie aus weiter Ferne. Sei das gewollt oder nicht, ein bisschen stärkere Töne würden den robusten Instrumentalpart auf jeden Fall noch unterstreichen.

Das Debütalbum von Running Death ist also insbesondere für Fans des etwas älteren Thrash Metal eine spannende Neuerscheinung. Wer sich die Jungs live ansehen möchte, der findet auf ihrer Facebook-Seite alle aktuellen Veranstaltungen. Ein Veranstaltungs-Highlight wird aber mit Sicherheit die Show im Kaminwerk Memmingen am 6. Dezember 2015 sein, wo sie die Bühne mit Amorphis teilen dürfen.

Credits: Running Death

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