Gordopac: neues Album "Chemical Reaction"
Gordopac
Songwriting
Arrangement
Technik
Sound
4.2STERNE

Nachdem Mel Verez und Gordopac ihr neues Album „Chemical Reaction“ am Freitag, den 13. November, im Chaya Fuera live und in Farbe präsentiert hatten, ist dieses nun endlich auch als CD und als Download erhältlich. Wir haben mal kurz in diesen Tonträger reingehört.

Mel Verez und Alex Borek haben nun ihr Album veröffentlichen können, nachdem es ja gar nicht so leicht war, die richtigen Partner für die Publikation und den Vertrieb zu finden, da sich niemand in der heimischen Szene berufen fühlte, die Vermarktung dieses Albums zu betreiben. So mussten die Künstler, wie so oft, alles selbst in die Hand nehmen. Es ist natürlich für die heimischen Labels immer schwierig, die Gratwanderung zu schaffen, zwischen innovativen, musikalisch exzentrischen Projekten und dem, was von der „Szene“ gewollt wird zu unterscheiden und nicht nur das dreißigste Projekt zu unterstützen, das wie Nickelback klingt. Es ist auch vorauszuschicken, dass Gordopac mit dem zweiten Album „Chemical Reaction“ stilistisch in ein Kaleidoskop verschiedenster Genres eintaucht, diese verbindet und mit höchster musikalischer Präzision zu einem Ganzen macht.

Gordopac: Soulfunk und viel mehr

Doch nun zum Album: „Hate to Love You“ beginnt mit einem fuzzy Gitarrenriff, Mel startet soulig und gefühlvoll in die Nummer, erst beim Refrain kommt der Rest der Band mit funky Saxofon dazu. Das Album beginnt also mit einer Soulfunk Nummer, mit leichten sphärischen Keyboard-Seitenklängen. Gordopac zeigen schon in der ersten Nummer, wie groß ihre stilistische Bandbreite ist. Haben sie somit schon zu viel verraten? Nein, denn mit „Get Down“ legen sie einen Disco-Funk-Party-Song nach, der viel synthlastiger und poppiger daherkommt, als die erste Nummer. Als dritten Song haben sich Gordopac für den Titelsong „Chemical Reaction“ entschieden, bei dem Mel nicht nur ihre Soulstimme, sondern auch ihre Rap-Qualitäten auspackt. Auch dieser Song passt auf jedes Clubbing, aber sicher auch zu Hip-Hop-Events. Doch gleich darauf kommt mit „Get it Workin’“ ein Song, der gleich mit dem ersten Beat in die Beine geht und sich somit noch besser als Dancefloorsong eignet.

Dann wird etwas Druck aus dem Album genommen, mit „Who Do You Think You Are“ ist ein Song an der Reihe, der aus der Feder von Alex Borek stammt. Gleich erkennt man am Arrangement, dass es jetzt wieder funkiger wird. „My World Is Falling Down“ schließt als klassische Soul-Ballade daran an. Wer befürchtet hat, Gordopac hätten nur Party-Songs im Programm, kommt hier nun auf seine Rechnung. „Tonight“ ist dann eher wieder was für die „Party-People“. „Take Me I’m Yours“ ist dann wieder mehr eine R&B-Nummer. Mit „A little Respect“ (feat. MC Kemon) geht Gordopac wieder in Richtung Rap. Erst mit „I Wanna Do My Thing“ wird es wieder richtig funky. Auch hier ist Alex Borek für den musikalischen Input verantwortlich. Eine Bassline trägt durch den Song, auf die sich funky-luftige Gitarrenlicks und Sax-Phrasen drauflegen.

Drum, Bass, Keys und Sax, was will man mehr?

Ähnlich basslastig geht es mit „Every Saturday“ weiter, Mel überzeugt hier mit Rap-Lines, die die Vor- und Nachteile des exzessiven Ausgehens beschreiben. Beachtenswert ist das Pianosolo ab Minute 3:00. Mit „No One but You“ wird es wieder etwas ruhiger und es geht wieder in Richtung R&B.

Das Album schließt mit „Oversexed“, einem sehr treibenden Schlusssong, in dem die Meinung vertreten wird, dass Talent nicht notwendig ist, um Erfolg und Wohlstand zu erreichen, da man mit der Gewährung von sexuellen Gefälligkeiten schneller ans Ziel kommen kann.

Gordopac zeigen mit ihrem zweiten Album, wie vielseitig Soulfunk-Crossover sein kann. Die Band überzeugt durch ein großes Spektrum musikalischer Einflüsse, die technisch meisterhaft aufgenommen wurden. Dadurch erhält man zwar vorerst den Eindruck, dass der rote Faden des Albums als Gesamtwerk etwas verloren geht und die Songs eher eine Sammlung von liebevoll produzierten Singles darstellen, doch dies stört am Ende nicht. Gerade Mel zeigt, wie vielseitig sie ihre Stimme einsetzen kann und die Musiker können zeigen, dass sie auch mehr können, als nur kommerzielle Pop-Rock Studiojobs zu erledigen. Durch die über zweijährige Produktionsdauer sind alle Songs sehr überlegt produziert und der Soulfunk-Fan erhält einen Tonträger, der viel mehr zu bieten hat, als es auf den ersten Blick erscheint.

1 Hate to Love You 5:08
2 Get Down 4:51
3 Chemical Reaction 3:38
4 Get It to Workin‘ 5:07
5 Who Do You Think You Are 4:41
6 My World Is Falling Down 5:30
7 Tonight 4:09
8 Take Me I’m Yours 5:14
9 A Little Respect 4:54
10 I Wanna Do My Thing 5:48
11 Every Saturday 3:58
12 No One but You 5:08
13 Oversexed 4:48

Das Album ist über www.gordopac.com erhältlich oder direkt über i-Tunes downloadbar.

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