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Gospel Dating Service lässt Champagner sprudeln
Abwechslung
Instrumentals
Vocals
Aufnahmequalität
3.7Sterne

Lasst die Sektkorken knallen, denn Gospel Dating Service haben ihr erstes Album herausgebracht. „Champagne“ ist am 07. Oktober veröffentlicht worden.

Es ist keine aufsehenerregende oder sonderlich neue Meldung mehr, dass Retro boomt. Bands, die optisch oder soundtechnisch in der Ahnenschatzkiste herumwühlen, findet man an jeder Ecke. Die eigentliche Aufgabe besteht in der Zwischenzeit darin, aus dieser Ansammlung herauszustechen und sich mit einem gewissen Wiedererkennungswert auszustatten. Die Wiener Band Gopsel Dating Service hat es durch ihre Instrumentalisierung einerseits und durch ihren straighten Sound andererseits geschafft, sich solch eine Marke zu erschaffen.

Schon mal vom Aussehen treten die Männer von Gospel Dating Service einheitlich wie eine Drei-Mann-Pop-Armee auf: gut gekleidet in schicken Anzügen oder ganz Hipster-Casual – samt schnieker Gesichtsbehaarung versteht sich. Was optisch gut miteinander harmoniert gibt auch akustisch einiges her. Besonderes Merkmal: Bei der Instrumentalisierung wird auf eine Gitarre verzichtet. So besteht die Band aus David Resch am Bass, dem Sänger Christoph Ertl, der auch noch das Keyboard bedient, und Dave Ruhmer hinter den Drums. Gospel Dating Service selbst bezeichnen ihren Musikstil als Trip-Pop, man kann sich aber auch einfach eine Mischung, bestehend aus dreiviertel Pop und einem Viertel Alternative-Rock, darunter vorstellen. Ihr Erstlingswerk umfasst insgesamt zehn Tracks, von denen zwei bereits vorab als Singles veröffentlicht wurden. Erschienen ist „Champagne“ bei dem erst dieses Jahr gegründeten Label Kleio Records.

Altbekanntes zu Beginn

Eröffnet wird das Album dabei von der bereits als Albumauskopplung erschienenen Nummer „Red„, über die wir schon an anderer Stelle berichtet haben. Die Nummer wurde auch nicht von ungefähr als erste Single von „Champagne“ veröffentlicht. Auch wenn der Rest der Scheibe durchaus gut ist, bleibt „Red“ doch der klare Höhepunkt des Debüts der Wiener.

Neben Pomp und Gloria befinden sich aber auch wieder ruhige Nummern, wie etwa „Hang Loose“, auf dem Album. In dieser wird auch Stille Raum gegeben. Die Instrumentalisierung ist zu Beginn sehr zurückhaltend und die drei Jungs lassen jeden einzelnen Ton auf den Hörer wirken und nachklingen. Erst zum Ende hin wird es wieder etwas lauter und schneller.

Denkt man, es kann einen auf „Champagne“ nichts mehr überraschen, kommt „Vanilla Unicorn“ daher. Der Track fällt zu Beginn zwar überhaupt nicht aus dem Schema des restlichen Albums, doch taucht gegen Ende hin plötzlich eine weibliche Stimme auf. Die Sängerin stellt im Sprechgesang den weiblichen Part einer Unterhaltung, scheinbar des Nachts in einer Bar oder einer ähnlichen Lokalität, nach. Was an und für sich ein guter Einfall ist, wirkt durch seinen relativ kurzen Part im Song und durch den Stilbruch etwas unpassend.

Auch „Queen Mary’s Cemetery“ wurde nicht zufällig als zweite Single vor dem Albumrelease der Öffentlichkeit präsentiert. Nach „Red“ ist der letze Track auf dem Album sicher die ausgereifteste und einprägsamste Nummer. Die Chorus im Hintergrund schaffen eine melancholische und schwermütige Atmosphäre und auch der generelle Charakter des Songs ist so ganz anderes als der Rest der Scheibe.

Fehlende Höhepunkte

Vom technischen Standpunkt aus, hat man bei Champagne keinen Grund sich zu beschweren – die Aufnahme ist fein und es wurde gekonnt abgemischt. Auch die Songs sind grundsätzlich gut, einziges Problem bleibt aber, dass keiner der Tracks neben den beiden Singleauskopplungen bestehen kann und es auch keine weiteren Höhepunkte auf dem Album gibt. Durch die Platzierung von „Red“ und „Queen Mary’s Cemetery“ jeweils am Anfang und am Ende von „Champagne“ wird dieser Eindruck noch verstärkt. Eigentlich schade, denn die drei Wiener von Gospel Dating Service haben es durchaus drauf. Nur hat man sich nach den beiden Singles eben doch noch mehr erwartet.

Zu erwerben gibt es Champagne hier.

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