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Hella Comet - Ertrinken in Soundwelten
Abwechslung
Instrumentals
Vocals
Produktion
4.1Sterne

Es gibt sie, diese Alben und diese Songs, die sich beim Anhören anfühlen, als würden die fluiden Töne über einem zusammenschlagen wie Wellen. Süßes Ertrinken in wohliger Wärme. Hella Comet haben mit ihrem neuen Album „Locust Valley“ ein solches Werk geschaffen.

Mit ihrem neuem Album „Locust Valley“, das am 08. September erscheinen wird, wollen Hella Comet vom Shoegaze wieder zum Rock zurück kehren. Dass es sich dabei um keinen einfachen 0815-Rock handelt, ist bei den Grazer Shoegaze- und Postrockern wohl klar. Lea, Frente, Jure und Maex haben vielmehr ein buntes Ganzes geschaffen, das keck zwischen verschiedenen Rock-Richtungen hin und her springt, ohne jedoch die Gesamtheit als Album zu verlieren.

Akustische Besonderheiten

Auch weist Locust Valley viele versteckte liebevolle Kleinigkeiten auf, die aus dem bestehenden Schema herausbrechen. Da taucht ein Klavier auf – die angeschlagenen Töne bewegen sich schwindelnd tiefer. Ein Störgeräusch am Anfang von „Fortunate Sleepers“, das noch eine Zeit lang als Grundton des Songs mitschwingt. Oder Klopfgeräusche, die an Zungenschnalzen erinnern, auf dem letzten Track „Conk out“.

Manche Tracks auf dem Album verschwimmen etwas in Monotonie, die bei Hella Comet aber eher wie ein Stilmittel wirkt. Da hätten wir zum Beispiel „Midsummer Heat“, eine Nummer, die durch ihre Platzierung auf dem Album nach dem dunkleren „05 43goes79goes43“ aufgrund ihres ruhigen und beständigen Dahinlaufens fast untergeht, einzeln angehört sich jedoch als sehr wohl starker Song beweist.

Die Kunst der Unbeständigkeit

Dann gibt es da aber auch „Idiots and Slavery“, ein Track, der bereits durch die Gitarrenriffs am Beginn des Songs Wut vermittelt. Nach dem erste Drittel schwenkt Idiots and Slavery unerwartet um, wird heller, nur um sich gleich wieder umzuorientieren. Alleine von der Komposition und der musikalischen Dramaturgie her, zählt dieser Track zu den komplexesten Nummern auf dem Album. Sie bietet dem Hörer keine beständige Grundstimmung, an die er sich halten könnte, und überrascht ständig mit Drehungen und Wendungen.

„The Wicked Art To Fake It Easy“, der neunte Track auf Locust Valley, zeigt eine weitere Facette des Albums auf: Mit Textfragmenten wie „My body is broken“ vermittelt der Song Resignation und lehrt den Hörer Schmerz. So schwankt „Locust Valley“ zwischen angenehm und unangenehm. Aufgrund ihrer Vielschichtigkeit ist es zumindest beim ersten Durchhören ratsam sich nur auf die Scheibe zu konzentrieren, da ansonsten viele kleine Besonderheiten einfach nicht auffallen. Auch wenn gegen Mitte hin des Albums selbiges für kurze Zeit fast schon etwas monoton wird, ändern Hella Comet die Richtung und verwandeln Locust Valley in ein Werk der emotionalen Höhen und Tiefen. Die einzige wirklich gleichbleibende Komponente sind die entrückten und stellenweise fast schon abwesend wirkenden Gesänge von Lea. Alles in Allem stellt „Locust Valley“ eine Aufwertung für die heimische CD- oder Plattensammlung dar und ist ein Album, das immer wieder gerne gehört werden will.

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