Endlich ist es soweit – die Grazer Indie-Funkrockpopper Assaia – die sich nicht so gerne in Genreschubladen stecken lassen – veröffentlichen heute ihre neue EP „Hickory“.

Anglophile Baumliebhaber werden es auf Anhieb verstehen: wie ihre letzte EP „Oak“ ist auch ihr neuestes Werk nach einem Baum – diesmal Nuss – benannt, und das trifft ziemlich auf den Punkt, was die vier supersympathischen Musiker verkörpern: eine Verbundenheit zu oder eben eine Verwurzeltheit in der Musik, die immer wieder neue, von einer großen Natürlichkeit und Geradlinigkeit aber auch knackiger Frische geprägte Früchte trägt.

Ich hatte die Freude, Sandro (Gesang, Gitarre), Alex (Bass), Sebastian (Drums) und Felix (Sax) kurz nach Weihnachten in der frisch umgestalteten ‚Homebase‘ der Grazer Musikszene, dem Club Wakuum, zum Interview zu treffen, und durfte so bei Kuchen und Zimtschnaps mehr über ihr neues Werk erfahren.

Natürlich schön.

„Hickory“ ist Teil eines Gesamtkonzepts, bei dem es darum geht, verschiedene Facetten der Band zu zeigen. Davon gibt es einige: Während die letzte EP eher die pop-rockige Seite von Assaia darstellte, präsentieren sie auf ihrer neuen EP gut gereifte, im Funk verwurzelte Songs, die sie – Hut ab – innerhalb von nur vier Stunden im RockStudio von Tom Brugger aufgenommen haben. Das Tonstudio haben sie ausgewählt, weil besagter Tom die Möglichkeit bietet, analog aufzunehmen, was einen besonders groovigen Sound erzeugt. Nochmal eingesungen, gemixt und gemastert wurde dann schließlich bei Dreamcatch Audio, dem Studio von Drummer Sebastian Wurm.

Die Songs, die auf „Hickory“ zu finden sind, sind – wie ein Baum eben – organisch gewachsen; das heißt, jede der Nummern hat eine Geschichte und ist das Resultat aus vielen Jamsessions, persönlichen Erlebnissen und künstlerischen Begegnungen. Mit dem Begriff „Funk“ wollen Assaia vorsichtig umgehen, denn die Band macht keinen straighten Funk im klassischen Sinne. Der Kreativität und der künstlerischen Entfaltung setzten die Musiker keine Grenzen; die Songs entstehen durch die Einbindung vieler musikalischer Einflüsse – vor allem poppige Elemente sind in ihrem Songwriting kontinuierlich vertreten.

Liebe.

Hickory ist ein bunter Baum: zu nennen wäre da ein Special Feature in Form einer Nummer, die Assaia gemeinsam mit der Singer-Songwriterin Klara Miller von Klay geschrieben haben. „Gone“ heißt der Song, und wie alle Nummern auf der Scheibe erzählt auch diese eine Geschichte, denn er ist auf einer Reise, inspiriert von einer verpassten Fähre, entstanden. Alltagssituationen wie diese sind im Songwriting von Assaia eher eine Ausnahme. Liebe ist das Interesse und die Ausstrahlung der Band, und ich kann euch versichern, das hört man nicht nur an den Texten. Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich die Ehre, schon in die EP reinzuhören und muss sagen: selten schafft es eine Band, derart smoothe, gänsehautverdächtige aber trotzdem keinesfalls kitschige Songs zu schreiben und so auf den Punkt zu spielen. Beinahe so, als würden sie nie etwas anderes tun.

„Man kann sich seine Familie nicht aussuchen.“

Und, Hand aufs Herz, das entspricht auch der Realität: Assaia ist nicht nur eine Band, sondern eine kleine Familie. Selten vergeht ein Tag, so erzählen sie mir, an dem sie nicht zusammen musizieren oder einfach nur so Zeit miteinander verbringen. Dass diese vier Musiker sich gefunden haben, merkt man an diesem Abend wirklich. Besonders seit Assaia mit Alex Petermandl einen Bassisten mit an Bord haben, der das Projekt groove-technisch und persönlich perfekt ergänzt. Wenn sich Musiker mit verschiedenen Backgrounds treffen und gemeinsam kreativ arbeiten, entsteht etwas besonderes Neues: da wird schon mal ein Bossanova-Beat im Strophenteil mit einem Rock-Refrain kombiniert. Damit haben Assaia auch Erfolg. Gerade sind die talentierten Jungs mit ihrer Single „Nothing feels like you“ auf Platz 13 in die Soundportal Charts eingestiegen. „Nächstes Jahr dann die ausverkaufte Stadthalle“, scherzt Sandro, und bei dem, was die jungen Musiker allein im letzten Jahr geschafft haben, wirkt das gar nicht so utopisch. Auf die Frage, wohin sie mit der Musik wollen, meinen sie nur, wieder halbernst: „Wir können nichts anderes, als zu musizieren“. Macht nichts, denn das können sie gut.

Freundschaft.

Das Erfolgsrezept von Assaia? Diese vier Herren beherrschen nicht nur ihre Instrumente perfekt, sondern wissen es auch, sich über ihre Musik hinaus mit anderen Kunstschaffenden und –interessierten zu vernetzen und sich auszutauschen. Das bereichert ihr Schaffen ungemein und zeigt, dass sich Zusammenarbeit auszahlt. So hat der Maler Manfred Url sein Atelier für die Dreharbeiten zu Assaias neuem Performance-Video zu dem Song „Waiting for a Peace Sign“ zur Verfügung gestellt. Sein riesiges Gemälde, auf dem eine Bar in Dublin abgebildet ist, ist auch im Video zu sehen. Das schön ins Konzept der Band passende Artwork von Assaia ist übrigens auch einem Freund zu verdanken: Daniel Hannih heißt der Mann hinter dem schlicht-geradlinigen Baumblattcover. Grün wie das Nussbaumblatt ist die Farbe der Hoffnung; und Hoffnung ist ein Wert, den Assaia in ihrer Musik immer wieder vermitteln – und das ist wohl ein Mitgrund, warum die Nachwuchstalente so gut ankommen.

Party.

Bei so vielen Menschen, die sich zur immer größer werdenden Assaia-Familie bestehend aus Fans und Supportern zählen, kann die bevorstehende EP-Release-Show nur ein unvergesslicher Abend werden. Vor allem auch wegen dem erstklassigen Support: die Akustikrockband A Walk in a Park und der Singer-Songwriter Onk Lou sind ein mehr als würdiger Support für das Event, das am 8. Jänner im Grazer PPC über die Bühne geht. Wir werden dabei sein und freuen uns darauf.

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