Österreich hat musikalisch am Jazzsektor wirklich viel zu bieten und darf auch ehrlich stolz darauf sein. Aber eine kärntner Gruppe sticht besonders aus der Riege hervor. Hoch 4 Glanz! Mit nur einem bis dato erschienen Album, „Once upon a time“ (2010), haben sie sich jetzt schon einen Platz in jeder ausgewählten Plattensammlung verdient.

Ich würde gerne den Stil genauer beschreiben, aber durch die vielen Einflüsse, die diese studierten Musiker erfahren haben, würde keine Gliederung der Musik gerecht werden, außer Jazz der höchsten Klasse. Ihre Musik beschreiben sie auf ihrer Homepage wie ihren Haussee, den Millstättersee, der duch jeden Regentropfen neu gefüttert wird. Das trifft es eigentlich genau!

Hoch 4 Glanz ist Jazz nicht nur für Kenner sonder für Jederman. Das finde ich persönlich sehr wichtig, da Jazz leider mit gewissen Stereotypen stigmatisiert ist, die möglicherweise für die klassischen 0815-RadiohörerInnen abschreckend wirken. Stereotypen wie, dass Jazz nur was für einen elitären Kreis sei, oder dass Jazzmusiker sich für etwas besseres halten,da ihr musikalischer Horizont weit über Mainstreamradio hinausgehe, sind leider an der Tagesordnung. Aber, liebe LeserInnen, Jazzmusiker kochen auch nur mit Wasser.

Diese Gruppe versucht ihre Stücke „allgemeintauglich“ zu spielen und es, trotz musikalischer Brillianz,  nicht aufdringlich oder abgehoben wirken zu lassen. Das ist ein musikalischer Spagat, den nur ganz ganz wenig große Musiker schaffen. Bravo!

Eine Sache die meine Sympathie bis ins unermessliche steigen lässt ist, dass das eine Gruppe von reinen Instrumentalkünstlern ist. Kein Sänger/keine Sängerin versucht sich mit ausgefallenen Tonreihenfolgen oder gesanglichen Großtaten in den Vordergrund zu drängen und den Musikern im Hintergrund die Show zu stehlen. Mir ist leider schon öfters auf Jazzkonzerten aufgefallen, dass das vorkommt.

Ich würde jedem, der sich im spannenden Fahrwasser des Jazz bisher nicht wohlfühlte, „Hoch4Glanz“ ans Herz legen. Jazzkenner erkennen recht schnell die Komplexität in den Songs und die Genialität an den Instrumenten. Also für jeden was dabei!

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