IN THIS TEMPLE - DEADLIGHT
Produktion
Songwriting
Technik
Authentizität
3.6Sterne

Endlich konnten IN THIS TEMPLE ihr Projekt „Deadlight“ als ihr erstes full length Album realisieren.

Drei Jahre nach ihrer Gründung und zwei nach ihrer ersten Demo veröffentlichten In This Temple nun ihre erste elf Song starke Platte. Insgesamt 11.000 Euro hat sie der Spaß gekostet. Teile davon, nämlich ungefähr 2.000 Euro, wurden von einer erfolgreichen Crowdfunding Kampagne finanziert.

Ein schwarzgefärbtes Gitarrenriff in Begleitung von Blastbeats eröffnet das Album mit „Waters“. Der Opener ist rhythmisch sehr abwechslungsreich und die Hooklines sind trotzdem vorhanden. Erinnert in der Grundstimmung der Musik – zumindest wenn ich es mit einem Album vergleichen müsste, das ich in letzter Zeit gehört habe – ein wenig an SOILWORKs „The Ride Majestic“.

Bei „In/depency“, Song Nummer zwei, wird für das Intro auf Synths gesetzt, um danach im gleichen Tenor weiterzumachen, wie bei der Eröffnungsnummer. Es passiert durchgehend recht viel und sehr viele zusätzliche Spuren verstärken dieses Gefühl. Man merkt, dass hier auf jeden Fall einige Zeit in die Produktion geflossen ist. Auch „Episodes“ weicht nicht von dieser Linie ab. Der Song kommt sehr metalcorelastig und hart daher, der Refrain ist hingegen genretypisch brav gesungen und wird von einer Frauenstimme begleitet. Ungefähr gleich unnachgiebig ist „Unwanted Son“, diesmal auch der Refrain. „For Dear Life“, die (halbe)Ballade des Albums, sticht wohl genau deshalb ein wenig hervor. Die einzige Nummer, die ruhiger ist, nennt sich „Poles Apart“. Es handelt sich dabei aber um eine Instrumentalnummer und sie wird deshalb beim Hören eher als eine Art Interlude wahrgenommen.

Das Artwork von „Deadlight“ passt recht gut zur Musik. Der Schriftzug des Albumtitels erinnert stark an das Logo der finnischen Melodic Death Metal Band DIABLO, aber das sei nur nebenbei erwähnt.

InThisTemple_Deadlight

(c) In This Temple

Fazit

Der Mix hört sich von Anfang an etwas eigenartig an und ist fast schon irritierend. Die vielen verschiedenen Spuren, die zwischendurch einsetzen, wirken sehr unnatürlich und nehmen der Musik recht viel Energie. Generell fühlt es sich so an, als hätte man versucht in jeden Takt so viel wie nur irgend möglich zu packen. Als Zuhörer vermittelt das einem ein wenig das Gefühl, dass alles zu sehr erzwungen ist und das wiederum nimmt der Musik leider eine gehörige Portion an Authentizität. Auf die Länge eines ganzen Albums wirken die Songs außerdem ein wenig langatmig, möglicherweise bedingt durch die übertriebene Produktion.

Trotzdem ist die Leistung, die IN THIS TEMPLE hier abliefern, beeindruckend. „Deadlight“ kann trotz seiner Schwächen locker auf internationalem Niveau mithalten und wird vor allem Freunde des Metalcores sehr ansprechen. Die Songs sind gut, bleiben im Kopf und der Sound ist definitiv als anständig zu bezeichnen. Aber wenn hier schon die Rede davon ist, dass IN THIS TEMPLE mit diesem Album international mithalten können, so muss man ihnen eines absprechen – nämlich jede Art von Kultwert.

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