Jay Cooper – Love/Fifteen
Songs
Instrumentierung
Gesang
Texte
Produktion
4.4STERNE

Der junge Salzburger Musiker Jay Cooper legt am 13. Mai 2016 seine Debüt-EP „Love/Fifteen“ vor. Es ist nicht nur ein großes Versprechen an die Zukunft, sondern auch die erste Veröffentlichung auf dem neu gegründeten Label Kleio Records.

Der in Wien, Salzburg und London beheimatete Singer/Songwriter Jay Cooper erlangte bereits mit seiner 2011 gegründeten Indie Rock-Band Tripping in London ersten Bekanntheitsgrad, damals noch unter dem Namen Marcus Rieder. Der Musiker, der in London die Schule besuchte, entschied sich allerdings doch dafür, die Wegplanung seiner musikalischen Karriere in die eigenen Hände zu nehmen. Als erstes Ausrufezeichen veröffentlicht Cooper nun eine vier Song starke EP namens „Love/Fifteen“. Die CD soll, wie der Sänger und Gitarrist erklärt, den Soundtrack zu seinem eigenen Leben darstellen. Auf „Love/Fifteen“ trifft räudiger Rock auf Pop-Appeal. Die Gitarren klingen stets dreckig und verzerrt, Coopers Stimme ist mit einer deutlichen Rauheit ausgestattet und doch stehen eingängige Melodien bei den Songs im Vordergrund. Rock’n’Roll mit Ohrwurmcharakter sozusagen. Auch deshalb dauert wohl keiner der Songs über vier Minuten, zwei davon gar unter drei Minuten. Ständig stößt man auf eingängige Hooks, die einen in die Indie-Disko einladen wollen und auf die Garagenhaftigkeit, der Mando Diao zu ihren Anfangszeiten auch verfallen war.

Der Rock der 1960er Jahre scheint klar im Songwriting durch. Ebenso begegnen einem aber auch Einflüsse aus dem Post-Punk, den 1990er Grunge und Alternative Rock, was man nicht nur an den krachenden Gitarren ausmachen kann. Mit „Aphrodite“ eröffnet Cooper sein Debütwerk. Der Song beginnt mit einem dumpfen Basslauf und leicht dissonanten Gitarreneinsprengseln, bevor der treibende und absolut überzeugende Refrain einsetzt, auf dem sich klar der gesamte Song stützt. Die erste Single „More, More, More“ schlägt in die selbe Kerbe und macht dabei gleich klar, wie sich der Perfektionist Cooper seinen musikalischen Weg vorgestellt hat. Im dazugehörigen Video räkelt sich eine leicht bekleidete Dame im Takt, was den Song aus ästhetischer Sicht stark unterstreicht, dem Musiker allerdings auch einige Sexismus-Vorwürfe eingebracht hat.

Singer/Songwriter Jay Cooper

Singer/Songwriter Jay Cooper

Mit dem darauffolgenden „Don’t Shoot The Gun“ schlägt Cooper erstmals ruhigere Töne an, auch wenn die verzerrten Gitarren im Refrain wiederum nicht fehlen dürfen. Insgesamt wirkt das Lied im Vergleich zu den restlichen Stücken auf der EP sonniger und etwas zu kindlich-verspielt, was aber wiederum die Vielseitigkeit des Songwriters offenlegt. Zum Abschluss drückt der Sänger und seine Band mit „Thumbs Up Face Down“ nochmal ordentlich auf’s Gas. Ein starkes Riff führt in das Lied, allerdings schlägt es im letzten Drittel einen poppigeren Weg ein. An „Thumbs Up Face Down“ lassen sich Coopers Vorlieben für Rock und Pop gleichermaßen wohl am besten beobachten.
Die Produktion von „Love/Fifteen“ ist darüber hinaus einwandfrei. Trotz der gewissen Grundrauheit und einer ordentlichen Portion Dreck klingen die Songs klar und aufgeräumt. Immerhin wurde auch in den legendären Hansa Studios in Berlin aufgenommen, wo sich bereits Weltstars wie David Bowie, U2 und Iggy Pop die Ehre gaben.

Ein absolut gelungenes Debüt von Jay Cooper also, von dem man in nächster Zeit mit Sicherheit noch einiges hören wird. Nicht nur weil der umtriebige Musiker bereits Material für zwei Alben auf Lager hat, aber plant, dieses häppchenweise zu veröffentlichen…

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