Kála – Die neue EP im Review
Eingängigkeit
Originalität
Emotionen
Texte
4.0Sterne

Am 13.11. erschien via Uncle M Music die neue EP der Innsbrucker-Band Kála.

In den letzten Jahren wurde das Hardcore-Genre durch einige stets wiederkehrende Stilmerkmale geprägt, die auf ein immer weiteres Entfernen von den ursprünglichen Punk-Wurzeln hindeuten:
Emotionaler Ausdruck im Gesang, tiefgründige bis poetisch anmutende Texte, Post-Rock– und Emo-Einflüsse, sanfte melodiöse Gitarrenklänge, die oftmals im Kontrast zu harten Drums und eindringlichen Screams stehen.

Einige dieser Elemente sind auch auf „Thesis“ – der neuen Platte der Innsbrucker Band Kála – vorzufinden. Bereits beim Opener „Monologue“ schießen dem Hörer erste Assoziationen durch den Kopf: Bands wie Defeater, More Than Life und Landscapes scheinen hier als große Inspirationsquelle gedient zu haben.

Why don’t we just exist?

Die ersten zwei Songs der EP machen uns zunächst behutsam mit dem Sound der Band vertraut und bieten auch die eine oder andere denkwürdige Textpassage: „Don’t you dare to close your eyes to what is only yours to see“ heißt es beispielsweise im zweiten Track namens „Emil Sinclair“.

Die wirklich starken Momente von „Thesis“ ergeben sich jedoch erst ab der zweiten Hälfte.
Das Ende vom Song „Tristesse“ beispielsweise stellt in Sachen Atmosphäre und Emotionen eines der Highlights der EP dar. Auch der Post-Rock-Einfluss kommt hier sehr gut zur Geltung, ebenso im darauffolgenden Song „Helena“.

Beim letzten Song „Disconnected“ stechen die bereits angesprochenen Punk-Wurzeln deutlich hervor, klanglich fühlt man sich stellenweise sogar an Bands wie Comeback Kid oder Anti-Flag erinnert. Ein ungewöhnlicher Closer mit Ohrwurmcharakter, der vermutlich auch live sehr gut funktionieren wird, definitiv ein weiteres Highlight der EP.

Lyrik & Konzept

Die Texte sind gut, bieten definitiv Stoff zum Philosophieren, ohne dabei zu sehr ins Belanglose abzudriften. „Thesis“ dreht sich um altbekannte Themen wie Angst, die Suche nach einem Sinn, zwischenmenschliche Probleme und Beziehungen. Kála gehen hierbei jedoch recht strukturiert vor und präsentieren uns ein Konzeptwerk, bei dem bewusst immer wieder inhaltliche Bezüge zu anderen Songs auf der EP hergestellt werden. Generell ergänzen sich die Songs einander hervorragend, sowohl klanglich, als auch inhaltlich und bilden dabei ein stimmiges und kurzweiliges Gesamtwerk, das Lust auf mehr macht.

Als kleinen Kritikpunkt könnte man anführen, dass die Vocals oftmals zu gepresst klingen und so stellenweise der Atmosphäre bzw. der Intensität der Musik schaden, insbesondere in den ruhigen, langsamen Passagen. Auch was die Originalität anbelangt, haben wir es hier mit nichts Bahnbrechendem zu tun. In der österreichischen Musiklandschaft findet man jedoch nicht so schnell etwas Vergleichbares, das macht Kála definitiv zu einem kleinen Geheimtipp in der Hardcore-Szene.

Sofern ihr einen Spotify-Account besitzt, könnt ihr die EP nun hier kostenlos streamen oder die MP3s gleich für ein paar Euro auf iTunes erwerben.

Tracklist öffnen

1. Monologue
2. Emil Sinclair
3. Tristesse
4. Helena
5. Disconnected

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