Killerpilze – HIGH
Texte
Sound
Abwechslung
Instrumental
4.6Sterne

Die Killerpilze sind zurück, und das geziert durch eine große Veränderung. Am 18. März 2016 erschien ihr neues Album namens „HIGH“.

Wenn der Name „Killerpilze“ fällt, schweifen Gedanken sicherlich schnell einmal ab – BRAVO-Covers, schreiende pubertierende Mädels, Punk-Rock, eine Schülerband. Dem ist aber nicht mehr so. Auch wenn ihr letztes Album „Grell“ schon den Abschied ihrer Jugend kennzeichnen sollte, so weckt ihre Neuheit „HIGH“ noch deutlicher den Eindruck, dass die dreiköpfige Formation nun wirklich erwachsen geworden ist. Mit den ersten Hits, wie beispielsweise „Richtig Scheiße“ und „Springt hoch“, hat das nicht mehr viel zu tun und kann damit genauso wenig verglichen werden.

Liebe, exzessive Nächte und der Sinn des Lebens

„HIGH“ ist ihr sechstes Album und umfasst elf Songs. In dem zum Teil autobiographischen Werk werden Themen wie Liebe, die Jagd nach den perfekten Momenten, exzessive Nächte sowie der Sinn des Lebens zum Gegenstand gemacht. Auch wenn die Topics auf den ersten Blick eher ruhig und nachdenklich wirken, werden sie durch Pop-Refrains, frische Indiebeats sowie Neuzeitblues lässig, durchaus tanzbar und lebendig dargestellt.

„MANTRA“ gibt den Startschuss für das neue Album und stellt gleich zu Beginn die Frage nach dem Sinn des Lebens – auf der Suche nach sich selbst – ins Zentrum. Ein Gedanke, der besonders in der heutigen schnelllebigen Welt immer wieder aufflattert. Liebe ist wohl die am stärksten vertretene Thematik der Scheibe. Sie wird darüber hinaus aus zwei Sichtweisen bearbeitet. In dem Song „MAJOR LOVE“ nimmt der Frontman, Sänger und Bassist Johannes Halbig die Rolle eines coolen Frauenhelden ein – mit „H.E.A.R.T“ ist er sich nicht mehr so sicher, ob er eine fixe Bindung eingehen will, oder doch lieber das Single-Leben genießt.

„Will ich nur’n Kick oder die große Liebe?
Wenn Du wüsstest was ich plane, was ich sagen soll,
damit ich Dich ins ins Bett… äh ich meine deine Nummer kriege.“

Maximilian Schlichter, der Sänger und Gitarrist der Band, hat im Gegensatz zu Halbig bereits seine große Liebe gefunden und geheiratet. Der Song „HIGH MIT DIR“ handelt über seine Gefühle, die er mit seiner Frau verbindet. Viele Bandmitglieder behalten ihr Privatleben lieber für sich im Stillen. Die Killerpilze nehmen sich kein Blatt vor den Mund. In „FESTIVAL“ wird Bezug zu Schlichters Hochzeit hergestellt und „TRIP“ beschreibt seinen Jungesellenabschied. Eben das macht die Band durchaus zugänglich und sympathisch.

Dass der Wandel textliche beziehungsweise thematische Reife über ihre zweijährige Pause mitgebracht hat, ist kein Geheimnis mehr. In musikalischer Hinsicht wurde ihr Tun und Schaffen deutlich stiller. „SCHNEESONNESCHNEE“ ist wohl der ruhigste Song des Albums, aber auch der ausdrucksstärkste.

Fazit

Die Killerpilze wollten sich neu ausprobieren und haben das hör-, seh- und fühlbar richtig gut gemeistert. Mit Indiebeats und Texten über Liebe und exzessiven Nächten gehen sie genau mit der Zeit. Es werden Themen bearbeitet, die junge Erwachsene in ihren 20ern heutzutage beschäftigen, sei es die große Liebe oder das Nichtwissen über das, was man will – im Grunde eine Hommage an die Post-Jugendlichen. „HIGH“ wirkt experimentierfreudig und brachte durch den Stilwechsel einen deutlich erfrischenden Klang mit sich. Und auch wenn die Jungs mittlerweile älter geworden sind und sich merklich weiterentwickelt haben, sind sie nichtsdestotrotz die Alten geblieben und fühlen sich „IMMER NOCH JUNG“.

„Wir brennen lieber durch als langsam aus“

Dabei sei abschließend eines erwähnenswert: Die Killerpilze hielten Horden von Schülern ab, Bands wie Tokio Hotel oder sonstige Mainstream-Mist cool zu finden und leiteten so eine gelungene musikalische Sozialisierung ein. Das ist schon mehr, als viele andere Bands jemals erreichen werden. Danke einmal für das.

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