King Who trifft auf Rola Music
Text/Lyrics
Video
Gesang
Instrumentals
4.4STERNE

Ein bisschen leiser geworden ist es seit längerem schon um die Band KING WHO (ehemals Us Lights) aus Portland (Oregon/USA). Damit ist jetzt aber Schluss. Mit ihrer brandneuen EP machen die Rocker nun wieder ordentlich von sich reden – nicht zuletzt, weil diese auf Rola Music erschienen ist.

Die talentierten Musiker um Michael Young, der mit seiner verklärt-melancholischen Stimme den Songs ihr gewisses Etwas verleiht, veröffentlichten ihr neues Meisterwerk im Mai 2016 – produziert wurde es vom Wiener Label Rola Music. Die Scheibe trägt den Titel „Body“ und enthält mit „Body“, „Rome“, „Control“ und „Legs“ vier charakterstarke, eingängige Songs, die durchaus als Aushängeschild der Newcomer aus Portland anzusehen sind. Durch die Zusammenarbeit mit Rola Music sollen KING WHO auch bei uns im europäischen Raum promotet werden – und das zu Recht. Zu diesem Zweck tourte das Quintett auch bis Anfang Juni eifrig durch Österreich, Deutschland und die Schweiz.

Potpourri mit Einflüssen aus Jazz und Blues

Der Versuch, KING WHO in eine Genre-Schublade zu stecken, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Angefangen beim Einsatz von Synthesizern, über Einflüsse aus Post Punk und Blues, bis hin zu gitarrenlastigem Progressive Rock und Dark Wave – die Mischung stimmt auf jeden Fall. Die durchdringenden backing vocals in „Control“ klingen wie die Stimme des Gewissens, die einem manchmal eindringlich ins Ohr flüstert (oder singt). Begleitet wird dieser Gewissens-Chor von trägen, stimmungsvollen Synth-Rock-Melodien und Electronic-Elementen. Die beiden Songs „Body“ und „Legs“ werden von einem eingängigen Rhythmus sowie einer gruselig-düsteren Stimmung dominiert und erinnern stark an die repetitiven Texte und das Call & Response-Schema der afroamerikanischen Worksongs und den frühen Anfängen des Jazz und Blues.

Auch die Augen „hören“ mit

Erwähnenswert sind auf jeden Fall auch die neuesten Musikvideos der Band, die die vier Musiker authentisch und in ihre Musik vertieft zeigen. Die Szenerie im Kurzfilm zu „Legs“ erinnert an einen spärlich ausgeleuchteten Insider-Club irgendwo im Keller eines amerikanischen Großstadthauses, in dem Undergroundbands ihre ersten Gigs spielen. Der Clip zu „Crown“ ist ganz einfach in schwarz-weiß-violett gehalten und setzt die Band in einem holzhüttenähnlichen „Studio“ stimmungsvoll in Szene. Ganz anders gestaltet ist das Musikvideo zu „Home“: Hier werden bizarre Unterwasseraufnahmen mit skurrilen Farbeffekten und Ausschnitten von diversen menschlichen Körperteilen gepaart.

KING WHO vereinen auf ihrer neuen EP „Body“ die verschiedensten Genres auf äußerst stimmige Art und Weise, was selten einer Band so gut gelingt. Damit schaffen sie es, genau dieses Talent zu ihrem Markenzeichen und zum Wiedererkennungsmerkmal ihrer Musik zu machen. Hineinhören und –schauen wärmstens empfohlen.

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