Lasset die Gitarren erklingen - Tape Head bringen ihre erste EP raus
Instrumentals
Vocals
Lyrics
3.9Sterne

Die Grazer Band Tape Head bringen heuer mit der gleichnamigen EP ihr Debüt auf den Markt. Zusätzlich zur Originalbesetzung, bestehend aus Andreas Lechner an der E-Gitarre, dem Sänger Edo Meyer und Jeremy Ashbourne an den Drums, werden die Jungs unterstützt von Michele Vietmeyer am Bass und Martin Klement beim vierten Track der EP an den Drums.

Einem spezifischen Genre zuordnen wollen sich Tape Head nicht, so seien sie weder im Bereich Alternative noch Independent einkategorisierbar, sondern einfach unter Rock. Das mag genau betrachtet wohl auch stimmen, doch kann man sich darunter schwer etwas vorstellen. Daher umschreiben wir ihren Sound an dieser Stelle vorsichtig als alternative-rocklastig. Beeinflusst wird die Gruppe durch Bands wie King’s X, Incubus oder Motorpsycho – so viel also vorab zur musikalischen Ausrichtung.

Die Debüt-EP umfasst fünf Tracks. Eröffnet wird das Erstlingswerk durch den Gute-Laune-Song „Secret“, der bei den ersten Takten zum Lauterschalten einlädt. Auch wenn das Einstiegsstück gegen Ende hin durch oftmaliges Zurückgreifen auf den Refrain ein bisschen „zach“ wird, bewerkstelligen es die fünf durch gut platzierte Gitarrenriffs „Secret“ aufzulockern und schaffen eine runde Sache.

Von kraftvoll bis verspielt

Die fünf Nummern auf dem Album kommen generell sehr experimentierfreudig daher, ohne jedoch überladen zu wirken. Während die Songs am Einstieg noch durch die Bank kraftvoll und straight auftreten, entwickeln sie sich meist ab der Hälfte in eine beinahe verträumte Richtung mit breit angelegten Soundlandschaften, wie zum Beispiel „Over Sea, Over Land“. Der Track verwandelt sich zusehends von einer kompakten, wenn auch ruhigeren Rocknummer zu einer instrumentalen, fast schon sphärischen Reise. Auch in der goldenen Mitte ist das Album nicht schwach auf der Brust und Tape Head schaffen mit Sundiver und Wake-Up zwei eingängige Rocksongs.

„Die Gitarre ist der Melodie ihr Groove“, frei nach diesem Motto schreiben Tape Head ihre Songs. Was sie damit gemeint haben, wird bei den finalen Minuten von „Fire“, dem letzten Song auf dem Album, klar. Genauer gesagt bei Minute 8:10. Ab diesem Punkt werden die Jungs nämlich richtig verspielt und mischen klassische Rockgitarrenklänge unter anderem mit Funksounds und Hard-Rock Elementen. Alles done with the Zupfgeige versteht sich.

Alles in Allem ist Tape Heads offizielles Erstlingswerk eine gelungene Mischung aus Bodenständigkeit und Abwechslungsreichtum. All die Musikbegeisterten, die auf ruhigere Rocknummern stehen, werden beim Reinhören sicher nicht enttäuscht werden. Wer solch ein gutes Stück erwerben will, kann dies vorerst nur vor Ort auf Konzerten der Band.

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