Laura Rafetseders Insel der Einsamkeit
Lyrics
Vocals
Instrumentals
Aufbau
4.5Sterne

Nach „The Minor Key Club“ aus dem Jahr 2012 veröffentlichte die Folk- und Pop-Singer/Songwriterin Laura Rafetseder nun mit „Swimmers in the Arctic Sea“ ihr zweites Soloalbum und spielt sich damit in den Vordergrund der österreichischen Singer/Songwriter-Szene.

Album zum Durchhören

Widmet man sich dem neuen Album von der „Frau mit der Stimme“, wie Laura Rafetseder einst vom Kurier genannt wurde, ist es schwer, wieder davon loszukommen. Diesmal nutzt sie ihre stärkste Waffe, ihren Gesang, dazu, ihre HörerInnen in den elf Songs metaphorisch ins Nordpolarmeer zu stoßen. Als einzige Rettung ist die Insel Einsamkeit in Sicht, welche auch das Cover des Albums ziert.

„Wir alle sind ’swimmers in the arctic sea‘, wir schwimmen im Nordpolarmeer, inmitten von uns isolierender sozialer Kälte, auf dem Weg zur Insel Einsamkeit“ (Laura Rafetseder)

Für geografisch Interessierte: Die tatsächlich existierende Insel befindet sich in der russischen Karasee.

Das Album behandelt die Themen Einheit und Getrenntsein auf einer persönlichen Ebene genauso wie Solidarisierung und Entsolidarisierung auf einer gesellschaftlichen Ebene. Die starken Texte in Kombination mit Rafetseders Stimme ziehen die HörerInnen von Song zu Song tiefer hinein in eine gegensätzliche Welt, die zu gleichen Teilen aus Angst und Hoffnung besteht. Dabei scheut sie sich auch nicht davor, den Finger auf die Wunden unserer Zeit zu legen.

„‘Swimmers in the Arctic Sea‘ ist inspiriert von der diffusen Angst, die wir angesichts einer unsicherer werdenden Welt mit Kriegsgefahr und steigender Arbeitslosigkeit jeden Tag fühlen, Angst vor der Zukunft, Angst um die, die wir lieben, Sorge, wie wir uns über Wasser halten sollen“, erklärt die Songwriterin in ihrem Pressetext zum Album.

Gegen Entsolidarisierung

Eröffnet wird „Swimmers in the Arctic Sea“ mit dem Song „beating hearts“, den sie selbst als Schlüsselsong des Albums bezeichnet. Der Track handelt von der Notwendigkeit von Solidarisierung in einer Zeit, in der die Gräben inmitten der Gesellschaft durch Politik und Wirtschaft immer größer werden. Die Single schaffte es bereits beim diesjährigen Protestsongcontest unter die Top 10. „We’re so much stronger than we think“ lautet die Botschaft, die uns wieder zusammenführen soll.

Begleitet wird Rafetseder auf ihrem neuen Album von diversen Vertretern der Wiener Singer/Songwriter- und Folk-Szene. Stephan Steiner an der Violine, Patrizia Sieweck an der zweiten Stimme, Marc Bruckner an Bass, Mundharmonika und Percussion, Markus Brandstetter an der Ukulele und Gernot Feldner am Klavier wirken unterstützend bei der Erschaffung der passenden Stimmungen zu Rafetseders Songs.

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Trackliste öffnen

1) beating hearts
2) blues in your lover’s eyes
3) hostile shore
4) we were young and wounded (and we sang songs of love)
5) those who made no sound
6) late autumn & early storms
7) lament
8) rocket science
9) the day after tomorrow
10) stone cold city
11) suite: this sounds like four songs
a) this sounds like a song
b) love will find you too
c) broken free
d) we will reach them all

Fazit

Das Album wird getragen von einer gesunden Portion Melancholie, doch versteht es die Künstlerin auch in noch so dunklen Zeiten immer wieder positive Ausblicke zu schaffen. Manche Songs sind trauriger, andere wiederum fröhlicher. „Swimmers in the Arctic Sea“ bietet zahlreiche atmosphärische Unterschiede, doch vermittelt es vor allem Ruhe, Entspannung und Gelassenheit – ein wunderbares Hörerlebnis!

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