Lelkem - All Four Seasons In One Day
Sound
Produktion
Songwritting
Technik
4.4Sterne

Nach einer Pause melden sich Lelkem mit dem Re-Release ihres Albums „All Four Seasons In One Day“ wieder souverän zurück und überzeugen auf fast allen Linien.

Ungarische, Österreichische und Britischen Wurzeln können Lelkem für sich beanspruchen. Der Name selbst stammt aus der Sprache der oben als erstes genannten Nation und bedeutet so viel wie „meine Seele“. Im Jahr 2010 wurde der Name erstmals auf der EP „Not The Answer“ verwendet. Nur ein Jahr später veröffentlichten Lelkem auch schon ihr Debütalbum, und das auch noch über das selbstgegründete Label Penelope Muzak. Schon damals wurde parallel für das zweite Album „All Four Seasons In One Day“ aufgenommen. Mehrere interne und zeitliche Probleme führten schließlich zu einer Art Zerwürfnis. Bandleader und Songwriter Boti Benedek II schaffte es dennoch den Rest des Albums aufzunehmen und die Produktion ins Ziel zu führen.

Erst 2014 standen Lelkem wieder von den Toten auf und Bandleader Boti verarbeitet die musikalische Reise in den Jahren davor im Kurzfilm „Fifteen Minutes And An Afterlife“. 2015 bekam „All Four Seasons In One Day“ schließlich unerwartet eine Finanzierung zum Re-Release und erschien nun auch physikalisch.

All Four Seasons In One Day

(c) lelkem

Eröffnet wird das Album durch den Song „Wire Us“. Ein melancholischer Pop/Rock Song, dessen Geschmeidigkeit gezielt durch knackigen Gitarrensound gestört wird. Dieses Stilmittel zieht sich über das ganze Album und wird darauf sehr gut verarbeitet. Schon jetzt fällt auf, dass Lelkem sehr viel mit Klängen, seien es Vogellaute aus der Natur oder elektronische Sounds, experimentieren und diese souverän einsetzen. „Goodbye, Lemon Hill“ glänzt schließlich durch die wunderbare Konstruktion als Song, den verträumten Refrain und das stiltreue Solo. Ein liebevoll imperfekter Trommelwirbel leitet im Anschluss zu einem, sich am stärksten im Gedächtnis festsetzenden Songs des Albums über: „Lovers & Foemen“.

„The Charming Season“ ist dann definitiv eines der härtesten Stücke auf „All Four Seasons In One Day“ und auch hier werden gute Ideen auf sehr sympathisch Art und Weise verarbeitet. Dazu haben Lelkem übrigens ein Lyricvideo veröffentlicht. Darauf folgt die kürzeste Nummer, die wohl eher als Interlude verstanden werden will. Sogar der Klang einer Mandoline wird in „Heads In The Sand“ verarbeitet.

Bevor man sich nun aber langsam im Glauben wähnt, man habe sich an die Klangfarben von Lelkem gewöhnt, kommt „The Aching Sound Of Nonsense“ mit interessant eingesetzten Disharmonien daher und weckt auf. Es wird nicht übertrieben, sondern nur überraschend aufregendes Songwritting präsentiert, das aber nicht unangenehm ist. Abgeschlossen wird Lelkems Album schließlich mit „The Wrong Side Of The Tracks“, das besonders im Refrain – wohl durch die Basslinie verstärkt – ein wenig an die bekannte kalifornische Band Red Hot Chilli Peppers erinnert. Völlig überraschend kommt am Ende des Songs ein Umstieg in ein wundervolles Outro, bei dem sehr schön mit Stimmen gearbeitet wird.

Lelkem zeigen mit „All Four Season In One Day“ definitiv ihre Stärken auf und überzeugen auf vielen Ebenen. Das selbst gestaltete Cover unterstreicht die Authentizität ihrer Musik und insgesamt überraschen vor allem die sympathischen Songstrukturen und die interessante Stimme Boti Benedeks II.

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