Emotionale Themen in Popmusik mit Rockanleihen verpackt? Was zunächst gewöhnungsbedürftig klingt, funktioniert beim Singer-/Songwriter Lemo ausgezeichnet.

Treibende Gitarrenklänge, seine raue Stimme und ernste Texte erwarten den Hörer des Albums „Stück für Stück“. Insgesamt elf Songs handeln von Dingen, die wir alle kennen und mit denen wir uns selbst identifizieren können – wenn auch jeder auf seine eigene Art und Weise. Im Opener „Der Himmel über Wien“ will Lemo beispielsweise der eigentlich lebenswerten Hauptstadt entfliehen. Nicht, weil er etwas an der Stadt auszusetzen hätte, sondern vielmehr weil er Wien mit dem Ende einer Beziehung verbindet. Alles geht seinen gewohnten Gang, keiner scheint zu bemerken, dass gerade die eigene Welt völlig aus den Fugen geraten ist. So sehr, dass man nur noch davonlaufen möchte.

Lemo singt aber auch über komplett andere Stationen in seinem Leben, zum Beispiel über seinen steinigen Weg als Musiker. Im Track „Rückwärts gegen die Einbahn“, der durch schnelle Beats auffällt, kritisiert Lemo das Verhalten von Menschen, die meinen, sich immer und überall einmischen zu müssen. Für Lemo kommt nur der eigene Weg infrage, der zwar nicht der Meinung der Allgemeinheit entsprechen mag, aber glücklich macht. Auch, wenn ihn oft Selbstzweifel plagen, wie er uns in „So leicht“ melancholisch erklärt. Insgesamt ist die Platte dank leichterer Hits wie „Vielleicht der Sommer“ oder „So wie du bist“ eine gelungene Mischung für alle, die auf sinnvolle und bekömmliche Pop-Rocksongs stehen.

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