Das am 08. Mai 2015 erschienene Album von Leons Massacre hat so einiges zu bieten. Ob Rap oder Shouts – es ist alles dabei, was das Hardcore-Herz begehrt.

Rap-Passagen, Screams, Clear Vocals und eine gehörige Portion an starken Rhythmen und zerstörerischen Drums: Leons Massacre scheinen mit ihrer neuen Scheibe „Dark Matter“ vor nichts mehr Halt zu machen. Die unterschiedlichen Musikgeschmäcker der einzelnen Bandmitglieder könnten sich nicht besser zu einem großen Ganzen vereinen. Von der ersten Minute des Albums bis zur letzten sind die Jungs in ihrem Element und zaubern ein wahres Hardcore- und Nu-Metal-Spektakel aus dem Hut. Der Weg nach oben scheint mehr geebnet denn je.

Highlights

Von einer eindringlichen Sologitarre, unter die sich bald chorische Shouts mischen, verstärkt durch die anderen Saiteninstrumente, wird man mit „This Earth Is Priceless“ ins Album geworfen. Die Nummer, die bereits 2014 als Single erschienen war, wartet mit einer Menge Potential auf und könnte, wenn man so will, als Zusammenfassung von „Dark Matter“ bezeichnet werden. Mit Breakdowns und Rhythmuswechseln bauen die fünf Jungs aus der Steiermark mit jedem Takt mehr Spannung auf, die in einem Refrain mit klarem Ohrwurmfaktor ihren Höhepunkt findet.

Ein weiterer Song, der definitiv Erwähnung verdient, ist gleich die zweite Nummer, „Exposed Media“. Hier präsentieren uns Leons Massacre einen Anfang, der den Härtegrad der Band in die Höhe schießen lässt – Das Motto lautet: Die Regler hoch drehen und genießen. Wer bei der ersten Nummer noch nicht zum Mitsingen angehalten war, der wird den melodischen Refrain dieses Tracks kaum noch aus dem Kopf bekommen. Hier breitet sich Clear Gesang über Screams und Sprechgesang aus und findet die Steigerung in einem tiefen Growl. Ruhige Füße ausgeschlossen.

Kritische Themen

Inspirieren lassen sie sich von den verschiedensten Bands; Bring Me The Horizon, Close to Home und A Day To Remember dürften aber definitiv darunter sein. Dass die Jungs ihre Ideen, die sie kurz nach dem letzten Album „Turning Point“ verfasst hatten, noch einmal komplett verwarfen und der Gitarrist sich an die Melodien machte und Sänger Alex die Texte dazu verfasste und einpasste, scheint dem Album nicht weh getan zu haben. Stattdessen findet sich eine musikalische und textliche Vielfalt in den acht Nummern von „Dark Matter“ – persönliche Lebenserfahrungen und politische Einstellungen zu Themen wie Krieg, Korruption und Umwelt inklusive.

Dark Matter_Cover

„Mit ‚Dark Matter‘ haben wir unseren eigenen Sound gefunden“ – Leons Massacre

Grenzenlos

Genauso Grenzen sprengend wie ihre Musik ist die Zusammenarbeit mit dem deutschen Label Noizgate. „Wir werden in keiner Weise vom Label eingeschränkt und können machen wonach uns der Sinn steht“, so Gitarrist Philipp. So verschlug es die Jungs nicht nur über musikalische Grenzen sondern auch über kontinentale. „Dank der Zusammenarbeit von Noizgate und GO WITH ME (Japan), ist „Dark Matter“ auch in Japan erhältlich“, freuen sich Leons Massacre. Immerhin träumt das Quintett auch von einer Show in Japan und durfte bereits östliche Luft in Russland schnuppern.

Grundsätzlich ist es für sie aber am wichtigsten, dass alle Besucher bei ihrem Gig Spaß haben und „so richtig die Sau raus lassen können“. Und das dürfte mit dem aktuellen Album keine Hürde darstellen, haben sie doch mit „Dark Matter“ laut Philipp ihren eigenen Sound gefunden und sich selbst neue Maßstäbe gesetzt. Auch ihren persönlichen Lieblingssong wir man vermutlich noch öfter live zu hören bekommen: „Bound Together“. Philipp erklärt, wieso es ausgerechnet dieser Song ihnen angetan hat: „Er ist definitiv der düsterste Track mit einer großen Portion Groove und es macht riesen Spaß, ihn live zu spielen.“ Dann kann die nächste Show ja kommen.

Fotocredits: Bernhard Ulrich, Martin Koinegg

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