Loose Suspense - Sturm und Drang
Lyriks
Vocals
Instrumental
Gesamtkonzept
3.3STERNE

Loose Suspense schlagen Töne der musikalischen Rebellion an. Auf ihrer neuen EP „Past Mistakes“ sind Zeiten der Depression vorbei und die Tage des Zorns sind angebrochen.

Es herrscht Umbruchstimmung, wenn Jan, Holger und Daniel zu Gitarre, Bass und Drums greifen und Jörg zu singen beginnt. Die vier Mannen aus Stuttgart haben sich 2013 zusammen getan, um die Hardcore-Band Loose Suspense zu gründen – damals noch mit dem zusätzlichen Gitarristen Stefan. Seit ihrer Geburtsstunde kommen sie auch ganz ohne Label aus, frei nach dem Motto „Do it yourself“. Auch ihre neueste EP „Past Mistakes“ ist, genauso wie die Vorgänger „Loose Suspense“ und „Tragedy“, ohne Plattenlabel entstanden. Das Geschäftsmodell für die Finanzierung der gepressten Hardware – also für das Album auf Schallplatte – ist dem des Crowdfunding ähnlich. Die Einnahmen über Bandcamp für den digitalen Erwerb des Albums fließen in die Produktion und Pressung der Vinyl-Platten. Der Betrag der freiwilligen Spende beim digitalen Download wird beim Erwerb der Schallplatte übrigens vom Preis abgezogen.

Weg vom Emo hin zum Hardcore

Der Mensch ist ein schwieriges Tierchen, ein Fakt, der auch schon Loose Suspense aufgefallen ist. So werden auf „Past Mistakes“ Themen behandelt, die die vier bewegen und kritisch betrachten. In der ersten Nummer auf der EP, „Aleksei“, beginnen die Jungs auch gleich kraftvoll und bestimmt drauf los zu geigen und man kann bereits deutlich den Unterschied zu ihrem letzten Werk „Lost Suspense“ hören, das von der Grundstimmung her mehr verzweifelt ist, während aus der neuen Scheibe Wut spricht.

Über die EP hinweg stolpert man immer wieder über kleine Leckerbissen, wie das gekonnte Bass-Solo am Beginn der zweiten Nummer „Life/Plan“ oder eingängige Guitar-Lines auf „Wrecked“. Auf „Perspectives“ ist mit Sebastian, auch als CP bekannt, von der Innsbrucker Dreamo-Band Kála auch ein Gastsänger vertreten.

Dennoch wünscht man sich zeitweise etwas mehr Abwechslung auf der EP. Zwar bringt „Citation“ zum Schluss nochmals frischen Wind auf die Scheibe, doch fehlt es „Past Mistakes“ an einem klaren Höhepunkt. Trotzdem ist einem das Album aufgrund seines unangepassten, fast schon pubertären und etwas räudigen und grantigen Wesens sympathisch. Underdogs erwecken eben einfach Gefallen.

Bis der Druck der Platten finanziert ist, kann das Album seit dem vergangenen Wochenende schon mal hier über Bandcamp erworben werden.

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