Das zweite Album des Cologne World Jazz Ensemble ist erschienen!

Das Cologne World Jazz Ensemble macht seit 2008 Weltmusik im Jazzoutfit, klassische Folklore wird mit improvisatorischen Elementen angereichert. Das Debütalbum „Armenische Tänze“, hat sich voll und ganz der armenischen Musik verschrieben und auch das neue Album „Lullabies & Other Stories“ besteht aus Wiegen- und Volksliedern aus den Herkunftsländern der Bandmitglieder Armenien, Deutschland und Weißrussland.

„Warum seid ihr so traditionell?“ frage ich Adrian. „Es ist wahrscheinlich die Sehnsucht nach Wurzeln, die jeder Mensch in sich trägt und die ihm umso deutlicher bewusst werden, je ferner er sich der Heimat aufhält“. Gibt es Vorbilder? „Der armenische Komponist und Volksliedsammler Komitas, weiters Béla Bartók, Avishai Cohen und Dhafer Youssef“ sind sich die Mitglieder des Cologne World Jazz Ensemble einig. Hören kann man sie unter anderem bei den armenischen Kulturtagen im Oktober in Köln und in Aachen.

Cologne World Jazz Ensemble

Süsser Beginn

Ihr neues Album „Lullabies & Other Stories“ beginnt mit einer Spieluhr-Melodie, man fühlt sich gleich an seine Kindheit erinnert. „Schlafe, mein Prinzchen“ ist ein bekanntes deutsches Schlaflied, bei dem das Prinzchen im Samba-Rhythmus auf einem Kamel durch die Wüste tanzt. Der Pianist Adrian Wachowiak ist für den Samba verantwortlich, die Violinistin Lilit Tonoyan für das arabisch angehauchte Wüstenfeeling. Ein gelungener Auftakt, ein wenig kitschig, aber sehr groovy. Beim darauffolgenden armenischen Wiegenlied „Ari im Sokhak“ wird der aus Armenien stammende Sänger Emirsian gefeatured, der diese Aufgabe bestens meistert. Er singt die interessanten Melodien dieses Liedes im 7/8-Takt sehr zart und sanft. Ruhig und schlicht beginnt auch das türkische Wiegenlied „Dandini Dandini Dastana“, bis die Violine dann etwas Feuer hineinbringt, man wird zum mitsingen animiert!

Aufgepeppt wurde das eigentlich sehr melancholische Gesangsstück „Kamancha“: Ein wilder 6/8 Takt, catchy Piano Riffs, meditative Soli über eine Zigeunermolltonleiter, und durch Motivwiederholungen wird die Spannung auch noch gesteigert. Der Drummer Timafey Birukov unterstützt dies besonders wirkungsvoll, er hält sich anfangs mit wenigen, aber gut getimten Schlägen zurück , um gegen Ende des Liedes voll aus sich herauszugehen. Das darauffolgende „Sareri Hovin Mernem“ klingt wie ein Kirchenlied, wozu die A Capella Gesänge in Oktaven beitragen und bringt nachdenkliche bis traurige Stimmung in h-moll. Fröhlicher wird es dann wieder mit „Dari Gelin – Sari Aghjik“ ein Lied im ¾ Takt mit spannenden 5/16 Einschüben und einer interessanten Geigenmelodie. Mittendrin entsteht auch eine kurze Polka, und die Musiker leben sich durch witzige kleine Einfälle aus.

das „Cologne World Jazz Ensemble“

Feurige Soli

Nach dem friedlichen, netten Lied „Traum vom kleinen Pferd“ kommt dann das energiegeladene „Cascade“ im 7/4-Takt. Das Intro mit Violine und Kontrabass klingt etwas gequält, dann wird es aber ekstatisch: Interessante Melodien um den Pedalton G führen zu einem feurigem Klaviersolo Adrian Wchowiaks mit Einflüssen seiner Vorbilder Chick Corea und Mccoy Tyner. Das vorletzte Lied dieses Albums, das „Mondlied“ ist ein ruhiges Einschlaflied, es wurde von Adrian Wachowiak komponiert, von ihm selbst gesungen und auch sehr angenehm von ihm am Klavier begleitet. Lilit Tonoyan kann dann in „Kupalinka“ noch mal mit gelungenem Geigenintro brillieren, danach klingt „Lullabies & Other Stories“ entspannt aus.

„Cologne World Jazz Ensemble“ live

Die Musiker:

Lilit Tonoyan (Violine)
Adrian Wachowiak (Klavier)
Jonas Dunkel (Bass)
Timafey Birukov (Schlagzeug)

Und hier kann man lullabies-other-stories bestellen.

fotocredits:http://www.cologne-world-jazz-ensemble.de/

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