Maduk - Never Give Up
Klangbild
Features
Vocals
Lyrics
Produktion
4.5Sterne

Ein sehr erwachsenes, in sich stimmiges Debütalbum von einem jungen, holländischen Künstler.

Seit dem 29. April 2016 kann das Debütalbum „Never Give Up“ im Hospital-Shop, unter folgendem Link vorgehört und gekauft werden. Als Auswahlmöglichkeiten stehen eine digitale Version, eine physische CD oder für Liebhaber eine Vinyl bereit.

Der Künstler gewann 2014 bei den Drum & Bass Arena Awards in der Kategorie „Best Newcomer Producer“ und ist auf dem besten und schnellsten Wege in die Fußstapfen seiner Vorbilder High Contrast, Nu:Tone und Logistics zu treten. Der Mann aus Amsterdam hat vor circa fünf Jahren aus einem Nu:Logic-Sample seinen ersten Track gebaut und ist seit letztem Jahr zusammen mit ihnen exklusiv auf dem größten D’n’B-Label der Welt, Hospital Records, gesignt. Als einer der Gründer von Liquicity hat er in dieser kurzen Zeit unzählige Hits produziert. Die Zusammenarbeit zu „Got Me Thinking“ mit der kanadischen Sängerin Veela darf als Erstes begutachtet werden. Hoffentlich bleibt uns die Dame noch lange im D’n’B-Geschäft erhalten.

frischer und doch ausgereifter Klang

Maduk heißt mit bürgerlichem Namen Mark van der Schoot und erhält Unterstützung von bekannten Künstlern wie Pendulum, Netsky, Sub Focus oder Camo & Krooked. Warum das so ist, lässt sich leicht erklären: Er macht wunderschöne Musik. Auf der Platte befinden sich zwölf Songs, die musikalischer nicht sein könnten. Acht Feature-Künstler helfen auf der Scheibe den Sound variabel zu gestalten. Die Gastbeiträge sind wohl dosiert und perfekt auf die Produktionen abgestimmt. Der Hauptanteil der Musik ist melodischer Liquid Drum’n’Bass. Die exzellente Mixtur an Wohlfühl-Songs, gediegenen Rollern, dezenten Dancefloor-Einschlägen und herausragenden Vocals ist für ein Debütalbum eine sehr starke Leistung.

Maduk Promo (c) Hana Makovcova

Maduk Promo (c) Hana Makovcova

Kurze Ausflüge in die Dupstep-Gefilde stehen dem Konzept super zu Gesicht, wie beispielsweise im Song „Falling„. Die Vocals liefert der MC-Singer-Songwriter MVE aus Leiden, Holland. Dessen klare, aber doch markante Stimme darf man auch im Track „Not Alone“ bewundern. Hier sollte man sich auf die holländische „Power-Connection“ gefasst machen, welche außerdem aus dem Electro-House-Duo Duckface und der Sängerin Frae besteht. Besonders der lebhafte, mehrstimmige Gesang von MVE und Frae versprüht einen besonderen Vibe. Ein frischer, geiler Song.

Die Zusammenarbeit mit Urgestein und D’n’B-Legende Logistics darf in „Solarize“ gehört werden. Ein weiterer sommertypischer Tune, der gute Laune und geile Vibes kreiert. Bei diesem Song verschiebt sich die Tonhöhe nach oben, der Bass fällt nach unten ab. Eigentlich untypisch, aber doch sensationell. Für Oldschool-Fetischisten steht die Nummer „One Last Picture“ bereit. Hier kommen schöne breakbeat-lastige Elemente zum Einsatz, die Lyrics vom englischen Sänger Kye Sones scheinen wie maßgeschneidert dafür zu sein. Ein leicht poppiger Beigeschmack steigert die Musikalität, Klassik trifft auf Moderne. Ein wahres Meisterwerk.

Zwei weitere Highlights sollten auch noch eine Erwähnung finden. Der Song „The End“ mit dem Stuttgarter Musiker Voicians besticht durch starke Vocals und eine mitreißende Hook. Das Intro erinnert ein wenig an den Klassiker „September“ von Future Prophecies aus dem Jahr 2005. Laut aufgedreht und besonders live wird das Stück erst seine volle Wirkung entfalten. Und zuletzt eine kleine Überraschung, dass ein Release von oder mit Nymfo so gediegen sein kann.“Just Be Good“ besitzt eine wundervolle Saxophon-Melodie, seichte Drums und einen fließenden Bass, sodass man den Song einfach nur lieben und wundervoll finden kann.

Auf der Platte befindet sich kein einziger Skip-Track, alle Songs sind qualitativ hochwertig. Das Album ist eine Reise voller schöner Momente. Wenn Töne unsere Seele bezirzen, dann ist das Seelenmusik. Sanfte Klavierakkorde, schimmernde Blasinstrumente und subtile High-Hats lassen die weichere und melodische Seite von Drum’n’Bass in einem Licht erscheinen, wie sie ganz selten, beziehungsweise noch nie ein Jungkünstler darstellen konnte. Erst recht nicht auf Albumlänge, Maduk’s Weg geht weiter steil nach oben und ist noch nicht zu Ende. Der Produzent und DJ ist froh, bei Hospital gesignt zu sein und ich finde diesen Hunger und Stolz hört man in jeder einzelnen Frequenz.

Tracklist öffnen

01 – Nothing More
02 – Got Me Thinking (ft Veela)
03 – One Way
04 – The End (ft Voicians)
05 – One Last Picture (ft Kye Sones)
06 – Never Give Up
07 – Stand By You
08 – Not Alone (ft Duckfront, MVE & Frae)
09 – Just Be Good (ft Nymfo)
10 – Don’t Forget
11 – Falling (ft MVE)
12 – Solarize (ft Logistics)

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