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Matt Boroff und das Ende aller Täuschung
Vocals
Instrumentals
Abwechslung
Aufnahmequalität
4.2STERNE

Der Wahlösterreicher und ursprüngliche Amerikaner Matt Boroff bringt nach „Sweet Hand of Fate“ am 30. September sein neues Album „Grand Delusion“ auf den Markt.

1993 erschien der fantastische und kunstvolle Film „Arizona Dream“ vom Kultregisseur Emir Kusturica mit fliegenden Fischen, Wüstenlandschaften und surrealen Abendhimmeln. Warum hier dieser Film Erwähnung findet? Weil das neue Album „Grand Delusion“ von Matt Boroff vom Ausdruck, der Tragik und von der Ästhetik her an den Streifen erinnert.

Mit dem 10 Tracks starken „Grand Delusion“ hat Matt Boroff ein abwechslungsreiches Album geschaffen, das sich als Rockalbum von Weltformat behaupten kann. Boroff bedient sich darauf einer Bandbreite an Emotionen, ohne seinem Musikgenre jedoch untreu zu werden.

Abwechslungsreiches Gesamtwerk

Da wäre zum Beispiel das ernüchternde und kritische „Behind your Mask“, das ein wenig an U2 erinnert und mit einfachen Mitteln sehr eindringlich das zerrüttete Szenario, über das hier gesungen wird, vermitteln kann. Bittersüß, das ist „Behind your Mask“ und von einer solchen Qualität, dass man überrascht innehält, um es zu genießen. Durch das raffiniert eingesetzte Klavier erhält die Nummer zusätzlich an Weite. In eine vollkommen andere Richtung geht „Dissolve“, einer von mehreren Songs auf „Grand Delusion“ über eine komplizierte zwischenmenschliche Beziehung. Auch von der Aufbereitung her unterscheiden sich die beiden Nummern vollkommen. So ist „Dissolve“ von der Grundstimmung her um einiges düsterer. Auf die minimalistische, doch eindringliche Aufbereitung wurde hier verzichtet und stattdessen findet man Backgroundsänger und dichte Instrumentals auf dem Track.

Dann sind auf dem Album aber auch wieder sehr lockere und rockige Nummern, wie „What a shame“ vertreten, die durch eingängige Gitarrenriffs und Refrains über Ohrwurmqualität verfügen. „What a shame“ dient übrigens auch als Albumauskopplung und wurde bereits samt Video veröffentlicht.

Zum Schluss setzt Matt Boroff mit „The Mirror Black“ einem großartigem Album ein würdiges Ende. Die Nummer vereint nochmals die ganzen Vorzüge, die man auf „Grand Delusion“ finden kann und ist für den gesamten Charakter der Scheibe vielleicht am aussagekräftigsten. Ruhig, doch bestimmt, aufwendig und professionell aufbereitet und von einer desillusionierten und pessimistischen Grundstimmung.

Professionell und solide

„Grand Delusion“ ist jedoch nicht nur oberflächlich betrachtet gut gelungen, sondern bis ins letzte gut durchkomponiert und professionell produziert. Kein Wunder, hatte Matt Boroff doch äußerst prominente Unterstützung. So war als Producer Alain Johannes mit an Bord, der auch schon mit den Queens of the Stone Age oder den Eagles of Death Metal zusammengearbeitet hat. Ebenso über prominente Feature Artists wie Jack Irons, ehemaliges Mitglied von Pearl Jam und Gründungsmitglied der Red Hot Chili Peppers, und Mark Lanegan, der unter anderem bei den Queens of the Stoneage mit dabei war, darf man sich freuen. Die Aufnahmequalität bietet keinen Grund, sich zu beschweren – im Gegenteil. Auch die Anordnung der Tracks auf dem Album lässt nichts zu wünschen übrig – ein starker Einstieg, ein abwechslungsreicher Mittelteil und ein würdevoller, emotionsgeladener Schluss am Ende, kennzeichnen dieses mehr als gelungene Album.

Erscheinen wird das Album bei Panta R&E und wer auf den Geschmack gekommen ist, kann es sich hier nach Hause holen.

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