Mit der selbst benannten Kombination aus ‚ClassicSpeedThrashMelodicProg-Metal‘ beweisen Metal Inc. nicht nur Können, sondern auch Vielfältigkeit und Tiefe.

Die 2013 in Deutschland, Essen, gegründete Band Metal Inc. präsentierte am 15. Mai 2015 ihr erstes Album „Traces of the Past“. Wie der Name verspricht, handelt es sich um eine Reise in die Vergangenheit – nicht nur inhaltsmäßig, sondern auch musikalisch. Wer also Iron Maiden und Co. in den Rhythmen und Riffs wiedererkennt, der ist nicht weit gefehlt.

Die Vergangenheit lebt auf

Michael_Metal Inc

Michael Antony Austin a.k.a. ‚Geordie‘ – Lead Vocals

Von der ersten Nummer mit dem Titel „Rise Up!“ wird man gleich mit voller Wucht in das Album und in den Sound von Metal Inc. geworfen. Aufschreiende Gitarren, starke Drums und geheimnisvoll klingende Vocals machen Lust auf mehr. Mit dem für Heavy Metal typischen hohen Gesang und Lyrics wie „break free“ und „stand tall“ entführt die fünfköpfige Band die Zuhörer in die Gründungszeit des Metal.

Wer sich in diesen nostalgischen Klängen noch nicht zu Hause fühlt, der wird sich spätestens bei dem dritten Song „Follow Me“ beim Im-Takt-Mitwippen ertappen. „Das ist eine der Nummern, die am schwierigsten zu beschreiben ist. Sie ist aber auch eine der textlich brutalsten am Album – sie basiert auf einer erfundenen Holocaust-Story…“, versucht Mitgründer Michael Antony Austin a.k.a. ‚Geordie‘ den Song zu erklären. Vor diesem Hintergrund betrachtet wirkt das geschriene „Die“ am Ende des Liedes umso erschreckender.

Eine gelungene Mischung

Musikalisch macht die Band nicht nur einen Spagat zwischen verschiedenen Stilen, sondern auch schnelle, geheimnisvolle und ruhige Aspekte mischen in den Songs mit. Auf der einen Seite lassen einen die mysteriösen und doch schnellen und kräftigen Klänge von „When the Kraken Awakes“ gleich mal um die Schulter blicken, um zu sehen, ob sich nicht jemand von hinten anpirscht. Auf der anderen Seite finden sich aber auch ruhige Passagen, wenn auch eher spärlich. Wenn es eine Ballade am Album gibt, so ist es „The Cost“, dessen gesungenen letzten Takte noch nach dem Ende weiterhallen. Auch im letzten, in den Gefilden des Melodic Metal beheimateten Song, beruhigen sich die sonst tobenden Gitarren. Wenn man schon glaubt, es würde sanft zu Ende gehen, kehrt die Band aber wieder in voller Fahrt zurück und schließt mit einem nachhallenden Schrei.

Eine Hommage an Metallica

Wie schon erwähnt, ist Heavy Metal und somit die Band Iron Maiden vor allem in der ersten Hälfte von „Traces of the Past“ sehr stark vertreten. Aber auch einer anderen weltbekannten Band wird Tribut gezollt – Melodien und Textpassagen von Metallica sind keine Randerscheinung. So erinnert die gesungene Melodie in „Follow Me“ sehr stark an „Master of Puppets“ und das verarbeitete Wiegenlied „Hush, little baby“ wurde bereits von Metallica in „Enter Sandman“ eingebettet.

Glanzleistung

Besonders zu betonen ist die künstlerische Leistung jedes einzelnen Bandmitgliedes. Präzise Gitarren, eingängige Basslinien und vielseitige Drums runden das Werk instrumentell ab. Darüber schweben der Lead Gesang von Michael und die Death Vocals von dem zweiten Mitbegründer Jörg J.B Bruckschen. Vor allem die Vorerfahrung des Leadsängers in Queen Tribute Bands (MayQueen aus Cologne und Queen II aus Berlin) kann sich hören lassen. Dass er dort die Rolle des Freddie Mercury übernimmt, spiegelt sich nicht nur in den hohen Passagen sondern auch dem erzählenden Charakter seiner Performance wieder.

„Traces of the Past“ ist also ein äußerst bemerkenswertes Album, nicht nur, wenn man bedenkt, dass es erst das Debütalbum von Metal Inc. ist. Mit Songs und Lyrics von Jörg und Michael und der Produktion von Andy Brings bildet das Album eine solide Basis der Band und lässt uns auf weitere Erscheinungen und großartige Live-Shows hoffen.

Credits: Thorsten Brauer, Thorsten ‚Boerge‘ Walenta

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.