Mimo mit Dorothea sind ganz Hip(ster)
Gesang
Instrumental
Harmonie
4.1STERNE

Während die meisten froren und auf Silvester warteten, hatte die Band Mimo noch einen heißen Termin abzuhaken. Die vier (live fünf) Jungs feierten kurz vor Neujahr, am 30.12.2016, ihren EP-Release. Die Platte mit dem Titel Dorothea steht unter einem sommerlichen Motto: Ganz der Hipsterbewegung verschrieben, setzt die Band auf die Ananas als Cover-Motiv.

Den Start übernimmt der titelgebende Track Dorothea. Er stellt eigentlich ganz gut dar, was einen beim Rest der EP erwartet: Indie-Rock mit teils bittersüßen Texten. Der Romance-Faktor ist bei jedem Song zumindest indirekt inkludiert. Die Musik beginnt hart durch eine Gitarre mit Overdrive. Sobald das Schlagzeug (gespielt von Simon Khüny) und die zweite Gitarre einsteigen, wird es etwas softer. Generell prägt den Track eine kurze und aggressive Anspielweise der Instrumente aus: It’s party time! Da gibt es ein ziemlich catchiges Gitarrensolo, das die notwendige Dynamik in die rifflastige Musik bringt. Für die Gitarren übernehmen Peter Mathis und Andreas Kathan die Verantwortung, Kathan übernimmt auch den Gesangspart. Auf Textseite gibt es literarische Ergüsse wie: „I’m waitin’ for you and I’m waiting’ for your shoes.“

Perfect Fantasy stellt spätestens in der Verbildlichung klar, dass trotz Minusgraden der Sommer zurück ist. Hier wird’s heiß.

Der Song hängt musikalisch ein wenig in der Vergangenheit fest. Das passiert vor allem durch das Spiel mit der Technik, es wird auf eine schwammige Discomelodie zurückgegriffen, die so schon in den 70ern oder 80ern im Radio laufen konnte. Sie gibt dem Song aber auch die Chance, aus der Tracklist hervorzustechen und besonders zu sein. Gesanglich ist dieser Track tatsächlich der Beste, was wohl am darauf gefeaturten Artist Bogo (Rene Bogdanovíc) liegt. Dieser übernimmt hier den Gesang, der zwar noch akzentuierter daherkommen könnte, da er zwischen den Gitarren teils ein wenig untergeht, stimmlich gesehen ist es aber eine angenehme Leistung. Der Track endet kurz und intensiv.

Die Mitte der CD fällt dagegen etwas lasch aus. Ecstasy ist wohl genau das, was dem Song, trotz gleichem Namen, fehlt. Es gibt zwar eine intensive Steigerung, jedoch keinen überragenden Höhepunkt. Bei diesem Titel handelt es sich um den am wenigsten überzeugenden Song auf der neuen Mimo-EP. Erwähnenswert ist jedoch das Basspiel von Patrick Stieger, das auf der EP regelmäßig mit Gitarren oder Schlagzeug verschmilzt. Dadurch fällt der Bass zwar nicht extrem auf, ohne ihn wären die Tracks jedoch nur halb so gut.

Der Track Run wurde für die EP nochmals etwas aufgefrischt. Ansonsten gibt es ihn schon seit 2015 als Youtube-Single. Der Song lebt von flächendeckenden Sounds, vor allem auch im Intro. Die neue Version ist eher heller, die alte dafür voller im Klang. Für Kathan stellt der Song über die Flucht nach vorne die gesangliche Höchstleistung des Albums dar. Die Band setzt dennoch vor allem auf Instrumentalteile, wahrscheinlich, weil sie in ihren Instrumenten ausgebildet sind, jedoch nicht im Gesang. Die Vier brillieren zudem eher als Musik- denn als Textspezialisten.

Hold On schließlich stellt das Schlagzeug in den Vordergrund und punktet mit zarten Gitarren. Die Mitte ist fast zu überwältigend, der Song fängt die Aufmerksamkeit des Hörers im zweiten Teil jedoch wieder auf. Die letzten Minuten sind nochmals der einer schwelgenden Romantik gewidmet, wenn Kathan vom ‚city girl’ singt. Die ganze Platte stellt eine Hommage an Beziehungen dar: freundschaftlich, verliebt oder unterstützend.

Fazit

An der EP sieht man, dass die Band viele verschiedene Inputs vereint. Eine solide Leistung der Band Mimo. Vor allem instrumental punkten die Jungs aus Vorarlberg, die ihre Instrumente im Griff haben. Am Gesang ließe sich noch ein wenig feilen, er wirkt manchmal zu bemüht. Trotz kleiner Makel ist die EP ein gelungenes kleines Werk, durch das der Winter auch gar nicht mehr so kalt erscheint.

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